Polizei und Behörden warnen: Darum sollte man das Jahr 2020 in Verträgen niemals abkürzen

Polizei, Behörden und der Verbraucherschutz warnen eindringlich davor, das Jahr 2020 in Verträgen abzukürzen. Weshalb man die Jahreszahl gerade im Jahr 2020 unbedingt ausschreiben sollte und was passieren kann, wenn man es nicht macht, das verraten wir euch in diesem Artikel!

Das Wichtigste in Kürze

  • Behörden, Polizei und Verbraucherschutz warnen vor einer neuen Betrugsmasche.
  • Die Jahreszahl 2020 sollte auf wichtigen Dokumenten immer ausgeschrieben werden.
  • Betrüger könnten sonst beispielsweise Verträge, Schecks und Urkunden manipulieren – zum Nachteil des Unterzeichners.
  • Gerade bei wichtigen Dokumenten sollte auf die vollständige Schreibweise der Jahreszahl geachtet werden.

Jahreszahl 2020 ermöglicht neue Betrugsmasche

Das Jahr 2020 läutet das neue Jahrzehnt ein – und wartet gleichzeitig mit einer unschönen Nachricht auf. Denn: Das Jahr 2020 eröffnet Betrügern ganz neue Möglichkeiten. Mithilfe einer perfiden Masche ist es ihnen möglich, ahnungslose Verbraucher abzuzocken.

Behörden, Polizei und Verbraucherschützer machen daher gleichermaßen auf die neue Betrugsmasche aufmerksam und warnen davor, die Jahreszahl 2020 auf wichtigen Dokumenten nicht auszuschreiben. Denn mithilfe eines einfachen Datumstricks könnte es Betrügern andernfalls gelingen, Dokumente zu fälschen.

Die Schreibweise „20“ statt „2020“ öffnet Betrügern somit bereitwillig die Türen.

Doch was steckt hinter diesem Datumstrick?

Nun, das Jahr 2020 ist in vielerlei Hinsicht besonders. Nicht nur, weil es sich um ein Schaltjahr handelt und ein neues Jahrzehnt einläutet. Das Jahr 2020 nimmt auch deshalb eine Sonderstellung ein, da die Anwendung der verkürzten Schreibweise in diesem Jahr als heikel gilt. Denn: Wer die Jahreszahl abkürzt, ermöglicht Verbrechern eine besonders fiese Art der Urkundenfälschung. Durch das Hinzufügen von zwei weiteren Zahlen können nämlich Verträge ganz einfach vordatiert oder in die Vergangenheit verschoben und Fristen sowohl verlängert als auch verkürzt werden.

Als Beispiel:

Korrekte Schreibweise: 24.02.2020

Verkürzte Schreibweise: 24.02.20

Nach dem Hinzufügen von zwei weiteren Zahlen: 24.02.2019

Nach dem Hinzufügen von zwei weiteren Zahlen: 24.02.2021

Aus der abgekürzten 20 wird somit durch das Hinzufügen von zwei weiteren Zahlen sehr schnell ein 2021, 2019 – oder eben jede x-beliebige Jahreszahl ab 2000.

Mögliche Folgen:

Schreiben Betrüger eine kleinere Zahl als die 20 dahinter, werden Fristen verkürzt bzw. sind damit bereits abgelaufen. Fügen Betrüger hinter der ersten 20 hingegen eine höhere Zahl als 20 ein, werden Fristen ganz einfach verlängert.

Wer also beispielsweise eine Ratenzahlung ab 01.03.20 vereinbart hat, läuft Gefahr, dass sich die Ratenzahlung z.B. durch das Hinzufügen einer 19 im manipulierten Vertrag um weitere zwölf Monate verlängert. Denn steht im Vertrag der 01.03.2019, ist man verpflichtet zwölf Monatsraten mehr zu bezahlen.

Vorsicht ist auch bei einem Mietvertrag geboten. Vereinbart man im Mietvertrag z.B. als Einzugsdatum den 01.08.20, könnten unseriöse Vermieter das Datum ganz einfach in die Zukunft setzen, indem sie den 01.08.2021 daraus machen. Im schlimmsten Fall müsste man dann den Umzug nach hinten verlegen.

Diese beiden Beispiele stehen sinnbildlich für zahlreiche weitere Betrugsszenarien, die sich durch den Datumstrick ergeben könnten. So könnte die Abkürzung z.B. auch die Fälschung von Quittungen, Gutscheinen, Schecks und Urkunden ermöglichen.

Vor allem bei elektronischen Dokumenten sollte man daher Vorsicht walten lassen und das Datum stets ausschreiben. Denn bei elektronischen Dokumenten ist es noch einfacher als bei handschriftlichen Dokumenten, Zahlen nachträglich hinzuzufügen.

Übrigens:

Die Besonderheit mit der abgekürzten Jahreszahl tritt in diesem Jahr erstmals seit 1919 auf. Es ist somit kein Wunder, dass das „Problem“ mit der verkürzten Schreibweise nicht in den Köpfen der Verbraucher verankert ist.

Auch in den nächsten Jahren Vorsicht geboten

Auch in den nächsten Jahren raten Verbraucherschützer zur Vorsicht. Denn auch dann könnte die Abkürzung der Jahreszahl 2020 noch zu Problemen führen.

Als Beispiel:

Ein Scheck, der auf den 01.03.20 datiert ist, könnte durch geschickte Manipulation z.B. plötzlich das Datum 01.03.2021 aufweisen. Ein Betrüger könnte auf diese Weise sogar gleich zweimal kassieren.

Auch bei Testamenten könnten Kriminelle den Datumstrick anwenden. Da das zeitlich spätere Testament stets das frühere Schriftstück aufhebt, könnten Erbbetrüger ein Testament, das die verkürzte Jahreszahl aufweist, durch das Hinzufügen zweier Zahlen zeitlich nach hinten datieren – und dadurch das neuste Testament aufheben, bei dem sie womöglich nicht mehr als Erbe gelistet wären. Aus der abgekürzten 20 könnte somit sehr schnell jede x-beliebige Jahreszahl ab 2000 werden – bis hin zur Jahreszahl 2029.

Damit solche Szenarien gar nicht erst eintreten können, gilt es genau darauf zu achten, das Jahr 2020 in wichtigen Dokumenten keinesfalls abzukürzen! Andernfalls könnten noch in den nächsten Jahren unschöne Konsequenzen drohen.

Bislang keine Auffälligkeiten

Als kleine Entwarnung bliebe noch zu erwähnen, dass den deutschen Behörden bislang noch keine derartigen Betrugsfälle bekannt sind. Aber: Das Jahr ist noch jung und die Behörden stufen eine solche Betrugsmasche durchaus als ein realistisches Risiko ein. Daher sollte die Warnung auch ohne das Vorliegen eines konkreten Betrugsfalls ernst genommen werden.

Fazit

Vorsicht ist bekanntlich besser als Nachsicht. Wer die Jahreszahl 2020 auf wichtigen Dokumenten stets ausschreibt, kann sich vor der neuen Betrugsmasche schützen. Vor allem wenn man es mit unbekannten Vertragspartnern zu tun hat gilt daher: bei Vertragsunterschriften immer auf die vollständige Schreibweise achten!

Darüber hinaus können Verbraucher solche nachträglichen Manipulationen verhindern, indem sie bei allen wichtigen Dokumenten stets auf einen Durchschlag bestehen und diesen an einem sicheren Ort verwahren.

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