{"id":3060,"date":"2019-06-07T10:01:44","date_gmt":"2019-06-07T08:01:44","guid":{"rendered":"https:\/\/www.mein-wahres-ich.de\/magazin\/?p=3060"},"modified":"2020-06-22T10:02:12","modified_gmt":"2020-06-22T08:02:12","slug":"krankmeldung-per-whatsapp","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.mein-wahres-ich.de\/magazin\/krankmeldung-per-whatsapp\/","title":{"rendered":"Neu: Krankmeldung per WhatsApp &#8211; Das solltet ihr \u00fcber die Online-Krankschreibung wissen"},"content":{"rendered":"<p>[vc_row][vc_column][vc_column_text]<\/p>\n<p class=\"bs-intro\">Online-Krankschreibung statt Arztbesuch? Krankmeldung per WhatsApp? Was vor kurzem noch undenkbar war, ist seit Ende 2018 Realit\u00e4t! Aber ist das Ganze wirklich legal und offiziell anerkannt? Und wie funktioniert die Krankschreibung per WhatsApp \u00fcberhaupt? Wir haben den neuen Service f\u00fcr Patienten einmal genauer unter die Lupe genommen!<\/p>\n<p>[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column][vc_column_text]<div id=\"toc_container\" class=\"no_bullets\"><p class=\"toc_title\">Inhaltsverzeichnis<\/p><ul class=\"toc_list\"><li><a href=\"#Das_Wichtigste_in_Kuerze\">Das Wichtigste in K\u00fcrze<\/a><\/li><li><a href=\"#AUScheinde_Wer_steckt_dahinter\">AU.Schein.de: Wer steckt dahinter?<\/a><\/li><li><a href=\"#Wie_funktioniert_die_Online-Krankschreibung\">Wie funktioniert die Online-Krankschreibung?<\/a><\/li><li><a href=\"#Welche_Kosten_fallen_an\">Welche Kosten fallen an?<\/a><\/li><li><a href=\"#Ist_die_Krankschreibung_per_WhatsApp_wirklich_legal\">Ist die Krankschreibung per WhatsApp wirklich legal?<\/a><\/li><li><a href=\"#Muessen_Arbeitgeber_eine_solche_AU_akzeptieren\">M\u00fcssen Arbeitgeber eine solche AU akzeptieren?<\/a><\/li><li><a href=\"#Wie_ist_der_Datenschutz_geregelt\">Wie ist der Datenschutz geregelt?<\/a><\/li><li><a href=\"#Kritikpunkte_Vor-_und_Nachteile\">Kritikpunkte, Vor- und Nachteile<\/a><\/li><li><a href=\"#Fazit\">Fazit<\/a><\/li><\/ul><\/div>\n[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row color=&#8220;&#8220; message_box_style=&#8220;3d&#8220; style=&#8220;square&#8220; message_box_color=&#8220;info&#8220; icon_type=&#8220;fontawesome&#8220; icon_fontawesome=&#8220;fa fa-thumbs-o-up&#8220; icon_monosocial=&#8220;vc-mono vc-mono-fivehundredpx&#8220; icon_openiconic=&#8220;&#8220; icon_typicons=&#8220;&#8220; icon_entypo=&#8220;&#8220; icon_linecons=&#8220;&#8220; icon_pixelicons=&#8220;&#8220;][vc_column][vc_message message_box_style=&#8220;3d&#8220; style=&#8220;square&#8220; icon_fontawesome=&#8220;fa fa-thumbs-o-up&#8220;]<\/p>\n<h2><span id=\"Das_Wichtigste_in_Kuerze\">Das Wichtigste in K\u00fcrze<\/span><\/h2>\n<ul>\n<li>Online-Krankschreibungen sind \u00fcber die Website AU.Schein.de m\u00f6glich<\/li>\n<li>Die Diagnose erfolgt \u00fcber ein Online-Formular und wird durch einen kooperierenden Arzt best\u00e4tigt<\/li>\n<li>Patienten erhalten ihre Krankmeldung per WhatsApp digital als Foto und zus\u00e4tzlich per Post<\/li>\n<li>Der Online-Patienten-Service kann nur f\u00fcr Erk\u00e4ltungskrankheiten und maximal zwei Mal j\u00e4hrlich in Anspruch genommen werden<\/li>\n<li>Ein WhatsApp-AU-Schein gilt f\u00fcr maximal drei Tage; r\u00fcckwirkende Krankschreibungen oder Folgebescheinigungen sind nicht m\u00f6glich<\/li>\n<li>Die Online-Krankmeldung kostet 9 Euro<\/li>\n<\/ul>\n<p>[\/vc_message][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column][vc_column_text]<\/p>\n<h2><span id=\"AUScheinde_Wer_steckt_dahinter\">AU.Schein.de: Wer steckt dahinter?<\/span><\/h2>\n<p>\u00dcber die Website <a href=\"https:\/\/www.au-schein.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">AU.Schein.de<\/a> sind seit Dezember 2018 Krankschreibungen per WhatsApp m\u00f6glich. Hinter AU.Schein.de verbirgt sich ein Startup aus Hamburg, das sich die Lockerung des Fernbehandlungsverbots zunutze machte und die Online-Krankschreibung ins Leben rief.<\/p>\n<p>Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Hamburger Startups ist Dr. jur. Can Ansay, seines Zeichens Rechtsanwalt.<\/p>\n<p>\u00dcbrigens: Ganz neu ist die Idee nicht. In anderen L\u00e4ndern (z.B. England) gibt es die M\u00f6glichkeit der Ferndiagnose schon l\u00e4nger.[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column][vc_column_text]<\/p>\n<h2><span id=\"Wie_funktioniert_die_Online-Krankschreibung\">Wie funktioniert die Online-Krankschreibung?<\/span><\/h2>\n<p>Vorweg sei gesagt, dass die Online-Krankschreibung bislang nur f\u00fcr Erk\u00e4ltungen genutzt werden kann, da diese &#8222;<em>ungef\u00e4hrlich, gut erforscht und besonders gut per Anamnese zu diagnostizieren sind&#8220;<\/em>, wie es auf der Website des Startups hei\u00dft. Des Weiteren ist die Nutzung des Dienstes auf zwei Mal pro Jahr beschr\u00e4nkt, um einen m\u00f6glichen Missbrauch der Krankschreibung per WhatsApp einzud\u00e4mmen. Und: Der WhatsApp-AU-Schein soll nur f\u00fcr maximal drei Tage gelten. R\u00fcckwirkende Krankschreibungen oder Folgebescheinigungen sind ausgeschlossen.<\/p>\n<p>So weit, so gut. Aber wie funktioniert das Ganze denn nun?<\/p>\n<p>Wer sich den Gang zum Arzt bei einer Erk\u00e4ltung ersparen m\u00f6chte, kann sich \u00fcber die Website AU.Schein.de online krankschreiben lassen, indem er ein paar Fragen zu seinen Symptomen und etwaigen Risiken beantwortet. Das Ganze funktioniert folgenderma\u00dfen:<\/p>\n<ol>\n<li>Erk\u00e4ltungssymptome anklicken<\/li>\n<li>Risikofaktoren ausschlie\u00dfen (z.B. Schwangerschaft, chronische Erkrankungen etc.)<\/li>\n<li>Daten wie E-Mail-Adresse, Adresse und Handynummer angeben<\/li>\n<li>Zahlart ausw\u00e4hlen<\/li>\n<\/ol>\n<p>Schon hat man per WhatsApp Kontakt zu einem Tele-Arzt. Die \u00dcbertragung der pers\u00f6nlichen Daten und des Fotos der Versichertenkarte erfolgt nun komplett \u00fcber den Ende-zu-Ende-verschl\u00fcsselten Messenger-Dienst WhatsApp.<\/p>\n<p>Best\u00e4tigt der Tele-Arzt die Erk\u00e4ltung, erh\u00e4lt der Patient die AU innerhalb weniger Stunden oder bis zum n\u00e4chsten Arbeitstag digital als Foto sowie zus\u00e4tzlich per Post zugeschickt.[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column][vc_column_text]<\/p>\n<h2><span id=\"Welche_Kosten_fallen_an\">Welche Kosten fallen an?<\/span><\/h2>\n<p>Wohingegen man beim Besuch eines Arztes die Krankschreibung umsonst erh\u00e4lt, ist der Online-AU-Schein kostenpflichtig. Der Grund: \u00c4rzte k\u00f6nnen den Service nicht gegen\u00fcber gesetzlichen Krankenkassen abrechnen.<\/p>\n<p>Die Online-Krankmeldung schl\u00e4gt somit mit einer Geb\u00fchr von 9 Euro zu Buche. Diese Geb\u00fchr kann per PayPal, mit Kreditkarte oder per \u00dcberweisung beglichen werden.[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column][vc_column_text]<\/p>\n<h2><span id=\"Ist_die_Krankschreibung_per_WhatsApp_wirklich_legal\">Ist die Krankschreibung per WhatsApp wirklich legal?<\/span><\/h2>\n<p>Viele Arbeitnehmer sind unsicher, ob es sich bei der Krankschreibung per WhatsApp wirklich um eine legale und anerkannte Art der Krankschreibung handelt.<\/p>\n<p>Bis Mitte 2018 galt in der Tat die Regelung, dass \u00c4rzte eine Diagnose nicht ausschlie\u00dflich \u00fcber Print- oder Kommunikationsmedien stellen durften, sondern zuvor immer ein Erstkontakt mit dem Patienten vonn\u00f6ten war. Lediglich die Nachbehandlung konnte laut <a href=\"http:\/\/www.bundesaerztekammer.de\/fileadmin\/user_upload\/downloads\/MBO_08_20112.pdf\">\u00a7 7 Abs. 4 der Musterberufsordnung der \u00c4rzte (MBO-\u00c4)<\/a> online erfolgen.<\/p>\n<p>Eine Lockerung des Fernbehandlungsverbots in der MBO-\u00c4 machte den Service des Hamburger Startups \u00fcberhaupt erst m\u00f6glich. Seit Mitte 2018 steht in <a href=\"http:\/\/www.bundesaerztekammer.de\/fileadmin\/user_upload\/downloads\/pdf-Ordner\/MBO\/MBO-AE.pdf\">\u00a7 7 Abs. 4 der MBO-\u00c4<\/a> nun, dass \u00c4rzte <em>&#8222;im Einzelfall&#8220;<\/em> auch bei ihnen noch unbekannten Patienten eine ausschlie\u00dfliche Beratung oder Behandlung \u00fcber Kommunikationsmedien vornehmen d\u00fcrfen, sofern dies &#8222;<em>\u00e4rztlich vertretbar ist und die erforderliche \u00e4rztliche Sorgfalt&#8220;<\/em> gewahrt ist und der Patient zuvor \u00fcber die <em>&#8222;Besonderheiten der ausschlie\u00dflichen Beratung und Behandlung \u00fcber Kommunikationsmedien aufgekl\u00e4rt wird&#8220;<\/em>.<\/p>\n<p>Diese Musterregelung ist inzwischen in Landes-Berufsrecht \u00fcbersetzt. Schleswig-Holstein weitete die Regelung sogar noch einmal aus und strich die Beschr\u00e4nkung auf den Einzelfall aus der Ordnung. Und genau das machte sich das Hamburger Startup zunutze. Da die Online-\u00c4rztin des Startups ihren Sitz in Schleswig-Holstein hat, kann die Online-Krankschreibung nicht nur f\u00fcr den Einzelfall, sondern f\u00fcr die Masse angeboten werden.<\/p>\n<p>Das Startup selbst gibt auf seiner Website zu Protokoll, das Angebot sei &#8222;<em>von Rechtsanw\u00e4lten best\u00e4tigt&#8220; <\/em>(zur Erinnerung: der Startup-Gr\u00fcnder, Can Ansay, ist selbst Rechtsanwalt) und bezieht sich auf die bereits erw\u00e4hnte \u00c4nderung zur Telemedizin.<\/p>\n<p>Dennoch ist Vorsicht geboten. Die Skepsis vieler Arbeitnehmer ist berechtigt. Denn inwiefern die Lockerung des Berufsrechts tats\u00e4chlich auch die Krankschreibung per Ferndiagnose \u00fcber ein Formular, also nicht nur ohne vorherigen pers\u00f6nlichen Kontakt, sondern auch ohne etwa ein Videotelefonat erlaubt, ist derzeit unklar. Gegner der Online-Krankschreibung monieren, dass ein Unterschied bestehe zwischen einer Fernbehandlung und der Fernausstellung eines Dokuments. Die <a href=\"http:\/\/www.e-recht24.de\/news\/telekommunikation\/11207-telemedizin-streit-um-krankschreibung-per-whatsapp.html\">\u00c4rztekammer Schleswig Holstein<\/a> pr\u00fcft daher aktuell das Gesch\u00e4ftsmodell des Startups rechtlich und bezeichnete es bereits im Vorfeld als &#8222;<em>fragw\u00fcrdig&#8220;<\/em>.[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column][vc_column_text]<\/p>\n<h2><span id=\"Muessen_Arbeitgeber_eine_solche_AU_akzeptieren\">M\u00fcssen Arbeitgeber eine solche AU akzeptieren?<\/span><\/h2>\n<p>Rechtlich ist derzeit also unklar, ob das Gesch\u00e4ftsmodell des Startups zul\u00e4ssig ist. Nichtsdestotrotz k\u00f6nnen Patienten den Service weiterhin nutzen. Denn grunds\u00e4tzlich besitzt die AU per WhatsApp durchaus bundesweite G\u00fcltigkeit. Dennoch wird sich so mancher Chef wom\u00f6glich an dieser Art der Krankschreibung st\u00f6ren und misstrauisch werden. Und weigert sich ein Arbeitgeber tats\u00e4chlich die Krankschreibung zu akzeptieren, m\u00fcsste die rechtliche Lage letztlich eben doch vor einem Arbeitsgericht gekl\u00e4rt werden.<\/p>\n<p>Hierbei k\u00f6nnte der Arbeitgeber anf\u00fchren, dass er &#8222;<em>ernsthafte und begr\u00fcndete Zweifel&#8220; <\/em>an der attestierten Arbeitsunf\u00e4higkeit hat und dadurch den Beweiswert der \u00e4rztlichen Bescheinigung ersch\u00fcttern (<a href=\"http:\/\/www.haufe.de\/recht\/arbeits-sozialrecht\/problem-zweifel-an-der-arbeitsunfaehigkeit-eines-arbeitnehmers_218_78066.html\">BAG, Urteil v. 19.2.1997, 5 AZR 83\/96<\/a>). Schlie\u00dflich hat ein Arzt die Arbeitsunf\u00e4higkeitsbescheinigung ausgestellt, ohne den Patienten vorher zu untersuchen. Hier wiederum k\u00f6nnte man auch <a href=\"http:\/\/www.g-ba.de\/downloads\/62-492-1300\/AU-RL_2016-10-20_iK-2016-12-24.pdf\">\u00a7 4 Abs. 1 der Arbeitsunf\u00e4higkeits-Richtlinie<\/a> heranziehen, der besagt, dass die Feststellung von Arbeitsunf\u00e4higkeit nur auf Grund \u00e4rztlicher Untersuchungen erfolgen darf.<\/p>\n<p>Sobald es also zu einer arbeitsrechtlichen Streitigkeit kommt, muss ein Gericht entscheiden, ob m\u00f6glicherweise allein die fehlende direkte Untersuchung ausreicht, um den Beweiswert einer AU zu ersch\u00fcttern. Es bestehen also in der Tat rechtliche Unsicherheiten f\u00fcr den Beweiswert einer durch AU-Schein.de ausgef\u00fcllten AU. Daher k\u00f6nnten Arbeitgeber eine solche AU ggf. eben auch anzweifeln.<\/p>\n<p>Darauf weist \u00fcbrigens auch das Startup selbst auf seiner Website hin. Dort hei\u00dft es, Arbeitgeber und Krankenkasse k\u00f6nnten misstrauisch werden und &#8222;<em>abwegige Rechtsansichten&#8220;<\/em> vertreten. Unternehmensgr\u00fcnder Can Ansay zufolge seien seit dem Start des Dienstes im Dezember 2018 jedoch rund 1.000 Bestellungen eingegangen und etwa 950 Krankschreibungen ausgestellt worden \u2013 Probleme mit der Anerkennung der Krankschreibung h\u00e4tte keiner dieser Patienten bekommen (zumindest h\u00e4tten sich bisher weder Patienten noch Arbeitgeber mit entsprechenden Problemen bei der Hotline gemeldet).[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column][vc_column_text]<\/p>\n<h2><span id=\"Wie_ist_der_Datenschutz_geregelt\">Wie ist der Datenschutz geregelt?<\/span><\/h2>\n<p>In der Diskussion um AU-Schein.de wird vielfach kritisiert, dass WhatsApp bisher die einzige M\u00f6glichkeit ist, eine Krankschreibung zu erhalten. Zwar ist die Kommunikation dort Ende-zu-Ende-verschl\u00fcsselt und verst\u00f6\u00dft somit Angaben des Startup-Gr\u00fcnders zufolge nicht gegen die datenschutzrechtlichen Bestimmungen. Allein die Tatsache, dass in Meta-Daten die Kommunikation mit einem krankschreibenden Arzt protokolliert ist, st\u00f6\u00dft datenschutzbewussten Kritikern und sicherlich auch Patienten jedoch durchaus auf. Denn auch, wenn WhatsApp datenschutzkonform und Ende-zu-Ende verschl\u00fcsselt ist und die Daten somit nicht eingesehen werden k\u00f6nnen, laufen die Daten aber nun einmal \u00fcber deren Server in den USA. Hier muss also im Grunde jeder f\u00fcr sich selbst entscheiden, ob er solch sensible, personenbezogene Daten, Kontakte und Meta-Daten mit dem Facebook-Konzern &#8222;teilen&#8220; m\u00f6chte.[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column][vc_column_text]<\/p>\n<h2><span id=\"Kritikpunkte_Vor-_und_Nachteile\">Kritikpunkte, Vor- und Nachteile<\/span><\/h2>\n<p>Einer der wohl gr\u00f6\u00dften Kritikpunkte ist, dass Arbeitnehmer den Service zum &#8222;Blaumachen&#8220; ausnutzen k\u00f6nnten. Allerdings ist die Nutzung des Services, um einem solchen Missbrauch vorzubeugen, auf zwei Mal pro Kalenderjahr limitiert. Bef\u00fcrworter des Online-AU-Scheins entgegnen der Kritik zudem, dass Krankschreibungen bei Erk\u00e4ltungskrankheiten in der Praxis oftmals ohnehin reine Formsache sind. Also weshalb sollte eine solche Krankschreibung nicht online erfolgen d\u00fcrfen. Zumal die Symptome einer Erk\u00e4ltungskrankheit f\u00fcr jeden ganz einfach selbst zu diagnostizieren sind. Und: Da einer <a href=\"https:\/\/www.welt.de\/print\/wams\/politik\/article137463049\/Mediziner-verzweifeln-am-Krankschreiben.html\">Studie der Uni Magdeburg<\/a> zufolge Krankschreibungen bei trivialen Erkrankungen einen Gro\u00dfteil der Arztbesuche verursachen, lie\u00dfen sich das Gesundheitssystem und Arztpraxen durch die Nutzung des Online-Services sinnvoll entlasten, so die Argumentation der Bef\u00fcrworter des Startup-Angebots.<\/p>\n<p>Einen weiteren Kritikpunkt f\u00fchren die \u00c4rztekammern in Hamburg und Schleswig-Holstein an. Diese raten aufgrund der rechtlich ungekl\u00e4rten Grundlage des Online-AU-Scheins von der Nutzung des Angebots ab. Das Startup weist auf seiner Website jedoch immer wieder darauf hin, dass die AU per WhatsApp bundesweite G\u00fcltigkeit besitzt und bislang keine F\u00e4lle bekannt sind, in denen Arbeitgeber und \/ oder Krankenkassen die AU angezweifelt h\u00e4tten.<\/p>\n<p>Auch aus datenschutzrechtlichen Gr\u00fcnden wird der Online-AU-Schein kritisiert. Dass der Service nur \u00fcber WhatsApp genutzt werden kann, st\u00f6\u00dft zudem vielen bitter auf. Eigenen Angaben des Startups zufolge arbeite man jedoch derzeit an einer eigenen App und \u00fcberlege zudem auch andere Messenger zu bedienen. Allerdings wolle man erst kl\u00e4ren, bei welchen Messengern sich der Entwicklungsaufwand lohne.<\/p>\n<h3>Das Unternehmen selbst wiegt die Vor- und Nachteile des Services \u00fcbrigens folgenderma\u00dfen ab:<\/h3>\n<p><strong>Vorteile:<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Man vergeudet keine wertvolle Genesungs-Zeit f\u00fcr einen Arztbesuch<\/li>\n<li>Man steckt niemanden im Wartezimmer an<\/li>\n<li>Die Anfrage an einen Arzt kann rund um die Uhr erfolgen und wird zeitnah beantwortet<\/li>\n<li>Patienten erhalten vorformulierte Therapieempfehlungen in gleichbleibend hoher Qualit\u00e4t, die vorher mit \u00e4rztlicher Hilfe besonders sorgf\u00e4ltig erstellt wurden<\/li>\n<li>Die Behandlung ist auf dem Handy des Patienten dokumentiert<\/li>\n<li>Die Fehldiagnoserate ist gering, da durch den Fragenkatalog des Unternehmens Risikopatienten und solche Patienten aussortiert werden, die Symptome aufweisen, die bei Erk\u00e4ltungen statistisch nie vorkommen<\/li>\n<li>Die mit dem Startup kooperierenden \u00c4rzte sind durch ihre T\u00e4tigkeit f\u00fcr das Unternehmen auf Erk\u00e4ltungen spezialisiert<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Nachteile:<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Anders als beim Praxis-Arzt f\u00e4llt f\u00fcr die Online-AU eine Servicegeb\u00fchr an<\/li>\n<li>Es ist kein direktes Gespr\u00e4ch mit dem Arzt m\u00f6glich; weitere aufw\u00e4ndige Fragen k\u00f6nnen daher nicht gestellt werden<\/li>\n<li>Um den Service nutzen zu k\u00f6nnen, braucht man ein Smartphone oder Tablet-PC, die App WhatsApp sowie eine Internetverbindung<\/li>\n<li>Man muss mindestens einen Tag l\u00e4nger auf den AU-Schein im Original per Post warten<\/li>\n<li>Arbeitgeber k\u00f6nnen den Service recherchieren und wissen dann, dass man sehr wahrscheinlich eine Erk\u00e4ltung hat<\/li>\n<li>Der Arbeitgeber und Krankenkassen k\u00f6nnten misstrauisch werden, weil der Arzt an einem anderen Ort sitzt und die Wahrscheinlichkeit von Blaumachen bei Telemedizin h\u00f6her eingesch\u00e4tzt wird<\/li>\n<li>Zwar ist WhatsApp datenschutzkonform, Ende-zu-Ende verschl\u00fcsselt und kann die Daten selbst nie einsehen &#8211; dennoch laufen die Daten \u00fcber deren Server in den USA<\/li>\n<\/ul>\n<p>[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column][vc_column_text]<\/p>\n<h2><span id=\"Fazit\">Fazit<\/span><\/h2>\n<p>Der Service, sich per WhatsApp krankschreiben zu lassen, sorgt aktuell f\u00fcr kontroverse Diskussionen. In der Tat birgt der Dienst einige T\u00fccken. Nichtsdestotrotz wird er inzwischen rege genutzt. Ob die Vor- oder die Nachteile bei der Nutzung dieses Services schwerer wiegen, muss letztlich jeder Patient f\u00fcr sich selbst entscheiden.[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column][vc_tta_accordion active_section=&#8220;&#8220;][vc_tta_section title=&#8220;Quellen&#8220; tab_id=&#8220;1592812425891-f3fd7012-7594&#8243;][vc_column_text]<\/p>\n<ul>\n<li>WirtschaftsWoche: Erk\u00e4ltet? AU-Schein jetzt per WhatsApp dank Telemedizin <a href=\"https:\/\/www.wiwo.de\/lifestyle\/werner-knallhart-erkaeltet-au-schein-jetzt-per-whatsapp-dank-telemedizin\/23842848.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">https:\/\/www.wiwo.de\/lifestyle\/werner-knallhart-erkaeltet-au-schein-jetzt-per-whatsapp-dank-telemedizin\/23842848.html<\/a> (abgerufen am 22. Juni 2020)<\/li>\n<li>Pro7 GALILEO: Krankschreibung per WhatsApp? So funktioniert der Service <a href=\"https:\/\/www.prosieben.de\/tv\/galileo\/videos\/201941-krankschreibung-per-whatsapp-so-funktioniert-der-service-clip\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">https:\/\/www.prosieben.de\/tv\/galileo\/videos\/201941-krankschreibung-per-whatsapp-so-funktioniert-der-service-clip<\/a> (abgerufen am 22. Juni 2020)<\/li>\n<li>Merkur.de: Krankschreibung per WhatsApp: Muss sie vom Chef akzeptiert werden? <a href=\"https:\/\/www.merkur.de\/leben\/karriere\/krankschreibung-whatsapp-zr-12178276.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">https:\/\/www.merkur.de\/leben\/karriere\/krankschreibung-whatsapp-zr-12178276.html<\/a> (abgerufen am 22. Juni 2020)<\/li>\n<li>Welt.de: Dieses Start-up verschickt Krankschreibungen per WhatsApp <a href=\"https:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/gruenderszene\/article188967195\/Krankschreibungen-per-WhatsApp-Das-sagt-der-AU-Schein-Chef-Ansay.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">https:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/gruenderszene\/article188967195\/Krankschreibungen-per-WhatsApp-Das-sagt-der-AU-Schein-Chef-Ansay.html<\/a> (abgerufen am 22. Juni 2020)<\/li>\n<li>\u00c4rzteZeitung: Fernbehandlungsverbot gekippt <a href=\"https:\/\/www.aerztezeitung.de\/Kongresse\/Fernbehandlungsverbot-gekippt-228062.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">https:\/\/www.aerztezeitung.de\/Kongresse\/Fernbehandlungsverbot-gekippt-228062.html<\/a> (abgerufen am 22. Juni 2020)<\/li>\n<\/ul>\n<p>[\/vc_column_text][\/vc_tta_section][\/vc_tta_accordion][\/vc_column][\/vc_row]<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p> &#8230; <\/p>\n<p class=\"read-more-container\"><a title=\"Neu: Krankmeldung per WhatsApp &#8211; Das solltet ihr \u00fcber die Online-Krankschreibung wissen\" class=\"read-more button\" href=\"https:\/\/www.mein-wahres-ich.de\/magazin\/krankmeldung-per-whatsapp\/#more-3060\" aria-label=\"Mehr zu Neu: Krankmeldung per WhatsApp &#8211; Das solltet ihr \u00fcber die Online-Krankschreibung wissen\">Weiterlesen &#8230;<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":3063,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[61],"tags":[],"wp-worthy-pixel":{"ignored":false,"public":"2523a37abe974a808e2798d9b8ba71e6","server":"","url":"https:\/\/vg01.met.vgwort.de\/na\/2523a37abe974a808e2798d9b8ba71e6"},"wp-worthy-type":"normal","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.mein-wahres-ich.de\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3060"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.mein-wahres-ich.de\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.mein-wahres-ich.de\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mein-wahres-ich.de\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mein-wahres-ich.de\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3060"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.mein-wahres-ich.de\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3060\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mein-wahres-ich.de\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/media\/3063"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.mein-wahres-ich.de\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3060"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mein-wahres-ich.de\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3060"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mein-wahres-ich.de\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3060"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}