{"id":3572,"date":"2020-09-22T12:50:56","date_gmt":"2020-09-22T10:50:56","guid":{"rendered":"https:\/\/www.mein-wahres-ich.de\/magazin\/?p=3572"},"modified":"2021-08-10T13:31:24","modified_gmt":"2021-08-10T11:31:24","slug":"mobbing-am-arbeitsplatz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.mein-wahres-ich.de\/magazin\/mobbing-am-arbeitsplatz\/","title":{"rendered":"10 Tipps gegen Mobbing am Arbeitsplatz"},"content":{"rendered":"<p>[vc_row][vc_column][vc_column_text]<\/p>\n<p class=\"bs-intro\">Mobbing am Arbeitsplatz ist Studien zufolge ein weitverbreitetes Problem \u2013 mit oftmals weitreichenden Folgen f\u00fcr die Betroffenen. Denn Mobbing wirkt sich nicht &#8222;nur&#8220; auf das Berufsleben, sondern auch auf das Privatleben aus. Schlimmstenfalls leidet sogar die Gesundheit unter den Folgen von Mobbing. Welche M\u00f6glichkeiten Arbeitnehmer haben, sich gegen Mobbing zur Wehr zu setzen, das verraten wir euch in diesem Artikel.<\/p>\n<p>[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column][vc_column_text]<div id=\"toc_container\" class=\"no_bullets\"><p class=\"toc_title\">Inhaltsverzeichnis<\/p><ul class=\"toc_list\"><li><a href=\"#Mobbing_Definition_Fakten_Folgen\">Mobbing: Definition, Fakten, Folgen<\/a><\/li><li><a href=\"#Mobbing_aktuell\">Mobbing aktuell<\/a><\/li><li><a href=\"#10_Tipps_gegen_Mobbing_am_Arbeitsplatz\">10 Tipps gegen Mobbing am Arbeitsplatz<\/a><\/li><li><a href=\"#Fazit\">Fazit<\/a><\/li><\/ul><\/div>\n[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column][vc_column_text]<\/p>\n<h2><span id=\"Mobbing_Definition_Fakten_Folgen\">Mobbing: Definition, Fakten, Folgen<\/span><\/h2>\n<h3>Definition<\/h3>\n<p>Eine allgemeing\u00fcltige Definition des Begriffs &#8222;Mobbing&#8220; existiert in Deutschland nicht. Orientierung bietet jedoch folgende Definition von Martin Wolmerath, auf die sich u.a. das Landesarbeitsgericht Schleswig-Holstein im Jahr 2002 bei einem Urteil in einem Mobbing-Prozess berief:<\/p>\n<p><em>&#8222;Der Begriff Mobbing beschreibt eine konfliktbelastete Kommunikation am Arbeitsplatz unter Kollegen oder zwischen Vorgesetzten und Untergebenen, bei der die angegriffene Person unterlegen ist und von einer oder einigen Personen systematisch, oft und w\u00e4hrend einer l\u00e4ngeren Zeit mit dem Ziel und\/oder dem Effekt des Aussto\u00dfens aus dem Arbeitsverh\u00e4ltnis direkt oder indirekt angegriffen wird und dies als Diskriminierung empfindet.&#8220; <\/em>(<a href=\"https:\/\/www.sit.de\/lagsh\/ehome.nsf\/C51B15FDBD05CC5CC1256FB0003C426B\/$file\/U_3Sa1-02_19-03-2002.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Az.: 3 Sa 1\/02<\/a>)<\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus gibt auch eine Definition aus dem sogenannten &#8222;Mobbing-Report&#8220;, einer Repr\u00e4sentativstudie f\u00fcr die Bundesrepublik Deutschland, Auskunft dar\u00fcber, was Mobbing bedeutet. Mobbing wird dort wie folgt definiert:<\/p>\n<p><em>&#8222;Unter Mobbing ist zu verstehen, dass jemand am Arbeitsplatz h\u00e4ufig \u00fcber einen l\u00e4ngeren Zeitraum schikaniert, drangsaliert oder benachteiligt und ausgegrenzt wird&#8220;.<\/em><\/p>\n<p>Die Definitionsversuche zum Begriff &#8222;Mobbing&#8220; \u00e4hneln sich also, eine einzige, allgemeing\u00fcltige und anerkannte Definition existiert jedoch nicht. Wo Mobbing anf\u00e4ngt, ist somit nicht eindeutig gekl\u00e4rt.<\/p>\n<h3>Fakten<\/h3>\n<p>Der <a href=\"https:\/\/www.baua.de\/DE\/Angebote\/Publikationen\/Schriftenreihe\/Forschungsberichte\/2002\/Fb951.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">&#8222;Mobbing-Report&#8220;<\/a> aus dem Jahr 2002 gilt als erste repr\u00e4\u00adsen\u00adta\u00adtive Studie \u00fcber die Situa\u00adtion in Deutsch\u00adland. Sie ergab, dass 2,7 Prozent der erwerbst\u00e4tigen Bev\u00f6lkerung (also rund 1 Million Menschen) zum Zeitpunkt der Erhebung (2002) gemobbt wurden. Auch heute wird diese Studie noch h\u00e4ufig als Refe\u00adrenz herangezogen. Wenngleich inzwischen neuere Studien existieren, die aufzeigen, dass Mobbing am Arbeitsplatz heutzutage ein weitaus gr\u00f6\u00dferes Problem darstellt.<\/p>\n<p>Die Studie <a href=\"https:\/\/www.baua.de\/DE\/Angebote\/Publikationen\/Berichte\/F2250-2.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">&#8222;Arbeit und mentale Gesundheit&#8220;<\/a> der Bundesanstalt f\u00fcr Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) aus den Jahren 2011\/2012 kam beispielsweise zu dem Ergebnis, dass rund 7 Prozent der sozialversicherungspflichtig Besch\u00e4ftigten von Mobbing durch Kollegen oder Vorgesetzte betroffen sind. Bei damals etwa 34 Millionen sozialversicherungspflichtig Besch\u00e4ftigten war im Jahr 2011 demnach bereits von etwa 2,38 Millionen Mobbing-Opfern in Deutschland auszugehen.<\/p>\n<p>Laut einer <a href=\"https:\/\/blog.viking.de\/studie-mobbing-am-arbeitsplatz\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Studie des B\u00fcroausstatters Viking und des Meinungsforschungsinstituts OnePoll<\/a> aus dem Jahr 2019 hat sich die Mobbing-Problematik seither noch einmal deutlich verst\u00e4rkt. Der Studie zufolge existiert Mobbing heutzutage in allen Branchen, Altersstufen und Positionen. Etwa 60 Prozent der rund 1.000 im Rahmen der Studie befragten Arbeitnehmer in Deutschland gaben an, bereits selbst Mobbing am Arbeitsplatz erlebt zu haben \u2013 davon etwa 24 Prozent (also fast jeder vierte Arbeitnehmer) als Opfer und etwa 37 Prozent als Zeugen.<\/p>\n<h3>Folgen<\/h3>\n<p>Mobbing \u2013 ob durch Kollegen oder Vorgesetzte \u2013 macht den Betroffenen sowohl psychisch als auch physisch schwer zu schaffen. Nach <a href=\"https:\/\/www.boeckler.de\/pdf\/mbf_as_mobbi_2007.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Informationen der Hans-B\u00f6ckler-Stiftung<\/a>, einem gemeinn\u00fctzigen Forschungswerk des Deutschen Gewerkschaftsbunds, k\u00f6nnen schon nach wenigen Tagen erste Beschwerden auftreten \u2013 sowohl seelischer als auch k\u00f6rperlicher Art.<\/p>\n<h4>Psychische Folgen<\/h4>\n<p>Mobbing kann sich also bereits nach wenigen Tagen auf das Mobbing-Opfer auswirken \u2013 vor allem psychisch. Denn ist der Arbeitstag vorbei, hat man zwar das direkte Mobbing erst einmal \u00fcberstanden (bis zum n\u00e4chsten Arbeitstag), der Kopf h\u00f6rt jedoch noch lange nicht auf zu arbeiten. Die Probleme, denen man auf der Arbeit ausgesetzt ist, nimmt man schlie\u00dflich gedanklich mit nach Hause. Mobbing endet somit nicht nach Feierabend, sondern die Geschehnisse besch\u00e4ftigen Mobbing-Opfer auch am Ende des Tages und vor allem nachts. Dann n\u00e4mlich kreisen die Gedanken auch weiterhin (oder sogar verst\u00e4rkt) um die Mobbinggeschehnisse. Und genau dieses Gedankenkarussel zerm\u00fcrbt und macht auf Dauer krank, denn Mobbing-Opfer schalten nie ab. Dieser psychische Dauerstress bringt letztlich fr\u00fcher oder sp\u00e4ter auch physische Folgen mit sich.<\/p>\n<h4>Physische Folgen<\/h4>\n<p>Mobbing kann sich also auch k\u00f6rperlich massiv bemerkbar machen. L\u00e4sst einen bereits der Gedanke an den morgigen Arbeitstag abends nicht einschlafen, bereitet einem die Arbeit auch in der Freizeit Bauchschmerzen, wirkt sich das Mobbing bereits massiv auf das Privatleben und auf die Gesundheit aus. Zu den h\u00e4ufigsten Symptomen, die Mobbing ausl\u00f6sen kann, geh\u00f6ren z.B. folgende:<\/p>\n<ul>\n<li>Schlaflosigkeit<\/li>\n<li>Appetitlosigkeit<\/li>\n<li>Konzentrationsschwierigkeiten<\/li>\n<li>Ersch\u00f6pfung<\/li>\n<li>Angstzust\u00e4nde\/Depressionen<\/li>\n<li>Burn-out<\/li>\n<li>posttraumatisches Stresssyndrom.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Informationen der Hans-B\u00f6ckler-Stiftung zufolge treten h\u00e4ufig zun\u00e4chst Magen- und Darmprobleme, Schlaf- und Konzentrationsst\u00f6rungen, Kopfschmerzen, depressive Verstimmungen und Angstst\u00f6rungen auf. Wird ein Arbeitnehmer \u00fcber einen l\u00e4ngeren Zeitraum gemobbt, k\u00f6nnen sich sogar chronische Krankheiten im Bereich des Herz- und Kreislaufsystems, des Magen- und Darmtrakts sowie Atemwegserkrankungen und Hauterkrankungen einstellen.<\/p>\n<p>Die Betroffenen tragen somit fast immer erhebliche seelische und k\u00f6rperliche Beschwerden davon. Und letztlich steigt durch Mobbing auch die Selbstmordgef\u00e4hrdung.<\/p>\n<h3>Folgen f\u00fcr die Arbeitgeber<\/h3>\n<p>Auch Arbeitgeber bekommen die Folgen von Mobbing zu sp\u00fcren. Denn etwa jeder dritte von Mobbing Betroffene erkrankt l\u00e4ngerfristig. Und fallen Mitarbeiter aufgrund physischer oder psychischer Beschwerden langfristig aus, kann dies das Unternehmen finanziell erheblich belasten. Einer <a href=\"https:\/\/www.buendnis-gegen-cybermobbing.de\/fileadmin\/pdf\/studien\/mobbingstudie_erwachsene_2018.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Mobbingstudie des B\u00fcndnisses f\u00fcr Cybermobbing<\/a> zufolge steigen die Kosten f\u00fcr Unternehmen durch Lohnfortzahlungen im Krankheitsfall auf fast 5 Mrd. Euro in Deutschland. Und Opfer von Mobbing und Cybermobbing weisen j\u00e4hrlich etwa 50 Prozent mehr Krankheitstage auf als nicht betroffene Besch\u00e4ftigte.<\/p>\n<p>Hinzu kommt, dass Mobbing generell negative Folgen f\u00fcr das Betriebsklima hat, wodurch die Motivation aller Mitarbeiter gef\u00e4hrdet werden kann. Dies wiederum wirkt sich auf ihre Produktivit\u00e4t aus. Angaben der Hans-B\u00f6ckler-Stiftung zufolge gehen einem Unternehmen dadurch rund 15.000 bis 50.000 Euro pro Jahr und gemobbter Person verloren.<\/p>\n<p>Abgesehen davon: Hat sich erst einmal herumgesprochen, dass Mobbing in bestimmten Betrieben und Verwaltungen an der Tagesordnung ist, leidet auch das Image des Unternehmens bzw. der Beh\u00f6rde erheblich. Schlie\u00dflich deutet Mobbing auf ein schlechtes Betriebsklima und weitere Missst\u00e4nde hin, die in einem Unternehmen herrschen. Denn vor allem folgende Merkmale beg\u00fcnstigen dem <a href=\"https:\/\/www.lia.nrw.de\/service\/pressearchiv\/2019\/190916-volle-kanne-figgen-mobbing\/index.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Landesinstitut f\u00fcr Arbeitsgestaltung NRW<\/a> zufolge Mobbing am Arbeitsplatz:<\/p>\n<ul>\n<li>wenig transparente Abl\u00e4ufe<\/li>\n<li>stark hierarchische Organisationsstrukturen<\/li>\n<li>M\u00e4ngel bei der internen Kommunikation<\/li>\n<li>Defizite im F\u00fchrungsverhalten<\/li>\n<li>unzureichende Abgrenzung des Aufgabenbereichs<\/li>\n<li>Schw\u00e4chen in der Personalpolitik<\/li>\n<li>fehlende Streitkultur<\/li>\n<li>gro\u00dfer Konkurrenz- und Leistungsdruck.<\/li>\n<\/ul>\n<p>All diese Dinge werden somit mit einem Unternehmen, in dem Mobbing auftritt, assoziiert \u2013 keine gute Werbung also f\u00fcr das Unternehmen. Arbeitgeber sollten daher ebenfalls in besonderem Ma\u00dfe daran interessiert sein, Mobbing zu erkennen und zu bek\u00e4mpfen.[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column][vc_column_text]<\/p>\n<h2><span id=\"Mobbing_aktuell\">Mobbing aktuell<\/span><\/h2>\n<p>Aktuell ist das Thema &#8222;Mobbing&#8220; auch im Bundestag wieder in aller Munde. Denn: Gr\u00fcne und Linke m\u00f6chten ein Gesetz gegen Mobbing auf den Weg bringen. Sie fordern u.a. weniger Beweislast f\u00fcr die Opfer und h\u00f6here Geldentsch\u00e4digungen und mehr Verantwortung f\u00fcr die Arbeitgeber.<\/p>\n<p>Erste Expertenanh\u00f6rungen fanden im Bundestag bereits\u00a0statt.<\/p>\n<p>Im Vorfeld hatten die Fraktion B\u00fcndnis 90\/Die Gr\u00fcnen und die Linksfraktion eine konkrete <a href=\"http:\/\/dip21.bundestag.de\/dip21\/btd\/19\/061\/1906128.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Anfrage an die Bundesregierung<\/a> gestellt und einen Gesetzentwurf zum Schutz vor Mobbing gefordert, der Mobbing als eigenen Rechtsbegriff defi\u00adniert und analog zum <a href=\"https:\/\/www.antidiskriminierungsstelle.de\/SharedDocs\/Downloads\/DE\/publikationen\/AGG\/agg_gleichbehandlungsgesetz.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG)<\/a> Betroffe\u00adnen einen Rechts\u00adan\u00adspruch auf Schadensersatz und Schmerzensgeld bietet. Dar\u00fcber hinaus kritisierte die Linksfraktion, dass bislang kein j\u00e4hrlicher Mobbing-Report existiere.<\/p>\n<p>Als Reaktion auf die Anfrage der Fraktionen gab die Bundesregierung eine Studie in Auftrag, die sich dem Thema Mobbing widmete. Die Erhebung der Bundesregierung ergab, dass Mobbing am Arbeitsplatz in Deutschland aktuell mehr als 2 Millionen Besch\u00e4ftigte betrifft.[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column][vc_column_text]<\/p>\n<h2><span id=\"10_Tipps_gegen_Mobbing_am_Arbeitsplatz\">10 Tipps gegen Mobbing am Arbeitsplatz<\/span><\/h2>\n<p>Aktuell sind also laut Studie mehr als 2 Millionen Besch\u00e4ftigte von Mobbing betroffen \u2013 mindestens. Denn zus\u00e4tzlich ist von einer hohen Dunkelziffer auszugehen.<\/p>\n<p>Aber wie kann man sich gegen Mobbing zur Wehr setzen? Welche M\u00f6glichkeiten gibt es? Wir haben im folgenden 10 Tipps gegen Mobbing f\u00fcr euch zusammengestellt.<\/p>\n<h3>1.) Vor Augen f\u00fchren, dass man nicht allein ist \u2013 und auch nicht selbst schuld<\/h3>\n<p>Mehr als 2 Millionen Besch\u00e4ftigte leiden unter Mobbing. Betroffene sind also nicht allein. Zugegeben, ein schwacher (und sicherlich auch trauriger) Trost, aber eben einer, der aufzeigt, dass Mobbing jeden treffen kann \u2013 und niemand selbst schuld ist! Das sollte man sich unbedingt vor Augen f\u00fchren. Denn oftmals suchen Mobbing-Opfer die Schuld tats\u00e4chlich bei sich. Um sich gegen Mobbing zur Wehr zu setzen, muss man sich jedoch bewusst machen, dass man sich nichts vorzuwerfen hat und nicht selbstverschuldet in solch eine Situation geraten ist. Erst dann findet man die St\u00e4rke, den Mobbern die Stirn zu bieten.<\/p>\n<h3>2.) Den Anf\u00e4ngen wehren<\/h3>\n<p>Wer glaubt es sei eine gute Taktik, erste Anspielungen, die auf Mobbing hindeuten, zu \u00fcberh\u00f6ren, Anfeindungen zu \u00fcbersehen oder sich den Situationen einfach zu entziehen, irrt leider. Experten raten vielmehr dazu, sich nicht wegzuducken, sondern bereits beim ersten Funken einzuschreiten und den Mobber unter vier Augen zur Rede zu stellen. Wer derart offensiv gegen erste Anzeichen von Mobbing vorgeht zeigt, dass er kein leichtes Opfer ist und sich zu wehren wei\u00df.<\/p>\n<p>Hierbei ist es jedoch wichtig, sachlich zu bleiben. Es gilt den Angreifer in seine Schranken zu weisen, aber gleichzeitig Vers\u00f6hnlichkeit zu demonstrieren. Wer sich feindlich zeigt und den offenen Schlagabtausch sucht, stachelt den Mobber nur zu weiteren feindlichen Handlungen an.<\/p>\n<h3>3.) Fr\u00fchzeitig Hilfe suchen<\/h3>\n<p>Generell gilt: Mobbing ist kein Kavaliersdelikt und nichts, womit man allein fertig werden muss. Zeigt der erste Auss\u00f6hnungsversuch mit dem Mobber keine Wirkung oder hat man letztlich doch nicht den Mut, das Vier-Augen-Gespr\u00e4ch mit dem Mobber zu suchen, sollte man daher anderweitig Hilfe einholen \u2013 und zwar fr\u00fchzeitig.<\/p>\n<p>Viele Unternehmen verf\u00fcgen \u00fcber schriftlich kodifizierte Leitlinien zum Umgang mit Konflikten und entsprechende Betriebsvereinbarungen, die im Falle von Mobbing greifen. Manche Unternehmen haben sogar institutionelle Strukturen etabliert, wie z.B. eine Anlaufstelle mit geschulten Mitarbeitern f\u00fcr Mobbingvorf\u00e4lle. Und auch der Personal- oder der Betriebsrat dienen als Anlaufstelle, um sich \u00fcber die M\u00f6glichkeiten aufkl\u00e4ren zu lassen, die man im Falle von Mobbing hat.<\/p>\n<p>Auch wenn ein Unternehmen nicht \u00fcber entsprechende Betriebsvereinbarungen zum Umgang mit Konflikten und zur Pr\u00e4vention von Mobbing verf\u00fcgt, sollten sich Mobbing-Opfer so fr\u00fch wie m\u00f6glich Hilfe suchen \u2013 idealerweise beim Vorgesetzen in einem Vier-Augen-Gespr\u00e4ch (sofern er nicht der Mobber ist). Als weitere Ansprechpartner k\u00f6nnen auch hier der Betriebsrat oder der Personalrat kontaktiert werden. Hauptsache, man holt sich aktiv R\u00fcckendeckung, spricht \u00fcber die Vorf\u00e4lle und macht das Mobbing dadurch publik. Manchmal reicht bereits das schon, um den Mobber zu isolieren.<\/p>\n<p>Eines sollte man sich hierbei immer vor Augen f\u00fchren: Es ist absolut in Ordnung, Hilfe zu suchen. Und es ist ganz sicher kein Zeichen von Schw\u00e4che. Im Gegenteil. Sich zur Wehr zu setzen, erfordert Mut und St\u00e4rke.<\/p>\n<h3>4.) Mobbing-Tagebuch f\u00fchren<\/h3>\n<p>Experten raten dazu, im Fall von Mobbing ein sogenanntes Mobbing-Tagebuch zu f\u00fchren und alle Vorkommnisse zu dokumentieren. Sollte es nicht m\u00f6glich sein, die Mobbing-Problematik innerbetrieblich zu l\u00f6sen, kann das Tagebuch als Beweis herangezogen und ggf. einem eingeschalteten Mediator vorgelegt werden.<\/p>\n<p>Das Mobbing-Tagebuch verschafft vor allem Klarheit dar\u00fcber:<\/p>\n<ul>\n<li>wer der (Haupt-)Mobber ist<\/li>\n<li>wer am Mobbing beteiligt ist<\/li>\n<li>wer passiv zuschaut<\/li>\n<li>wie gemobbt wird<\/li>\n<li>wann gemobbt wird<\/li>\n<li>wie sich das Mobbing auf Gesundheit und Arbeit auswirkt.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Das Mobbing-Tagebuch hilft also dabei, sich Klarheit zu verschaffen, eine Strategie gegen das Mobbing zu entwickeln und die Mobbing-Vorf\u00e4lle zu belegen.<\/p>\n<p>Abgesehen davon gewinnt man dadurch, dass man s\u00e4mtliche Vorf\u00e4lle schriftlich fixiert, aktiv wird und das Mobbing nicht mehr einfach hinnimmt, eine erste innere St\u00e4rke zur\u00fcck.<\/p>\n<h3>5.) Hilfe von au\u00dfen holen<\/h3>\n<p>Sollten Betroffene am Arbeitsplatz kein Geh\u00f6r finden und nicht weiter wissen, raten Experten dringend dazu, professionelle Hilfe von au\u00dfen einzuholen. Denn: Die psychische Belastung ist bei Mobbing oft enorm ausgepr\u00e4gt \u2013 und damit sollte niemand allein fertig werden m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Es gibt verschiedene Stellen, die im Falle von Mobbing weiterhelfen, beispielsweise der deutschlandweit agierende <a href=\"https:\/\/www.vpsm.de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Verein gegen psychosozialen Stress und Mobbing<\/a>, der unter 0611 9 57 03 81 erreichbar ist. Frauen, die gemobbt werden, k\u00f6nnen sich zudem beim <a href=\"https:\/\/www.hilfetelefon.de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Hilfetelefon &#8222;Gewalt gegen Frauen&#8220;<\/a> unter 08000 116 016 Hilfe holen.<\/p>\n<h3>6.) Freizeit nutzen, um Kraft zu sch\u00f6pfen<\/h3>\n<p>Auch wenn es schwerf\u00e4llt, gedanklich abzuschalten, sollte man unbedingt versuchen die Freizeit zu nutzen, um Kraft zu sch\u00f6pfen. Wer sich nach Feierabend zur\u00fcckzieht und sozial isoliert, verst\u00e4rkt die Folgen des Mobbings zus\u00e4tzlich. Denn wer allein ist, hat auch mehr Zeit zum Gr\u00fcbeln. Das Gedankenkarussell wird sich somit auch in der Freizeit einzig um die Geschehnisse auf der Arbeit drehen.<\/p>\n<p>Experten raten daher dazu, in der Freizeit aktiv den Kontakt zu anderen zu suchen und Zeit mit der Familie und Freunden zu verbringen. Zum einen, um sich wieder akzeptiert und gut aufgenommen zu f\u00fchlen und um Best\u00e4tigung zu erfahren. Zum anderen, um sich diesem vertrauten Personenkreis anzuvertrauen, sich Rat einzuholen und R\u00fcckhalt zu erfahren. Zu wissen, dass man die Situation nicht allein bew\u00e4ltigen muss, spendet wom\u00f6glich die n\u00f6tige Kraft, um aktiv etwas gegen das Mobbing zu unternehmen.<\/p>\n<h3>7.) Sich selbst st\u00e4rken<\/h3>\n<p>Generell ist es gut, sich eine individuelle Strategie zur Stressbew\u00e4ltigung anzueignen. Denn wie bereits erw\u00e4hnt, ist es gerade f\u00fcr Mobbing-Opfer wichtig, gedanklich abzuschalten und neue Kraft zu sch\u00f6pfen. Meditation, Sport, Entspannungs\u00fcbungen oder ein Hobby, das es den Mobbing-Opfern erm\u00f6glicht ihr Selbstwertgef\u00fchl zu st\u00e4rken, k\u00f6nnen im Kampf gegen Mobbing extrem hilfreich sein. Vor allem Sport hilft, Stress abzubauen und das eigene k\u00f6rperliche und seelische Gleichgewicht zu verteidigen.<\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus raten Experten Mobbing-Opfern dazu, Selbstbehauptung zu trainieren und beispielsweise Rhetorikkurse oder Seminare \u00fcber K\u00f6rpersprache zu besuchen. Auf diese Weise k\u00f6nnen die Selbstsicherheit und das Selbstbewusstsein gest\u00e4rkt werden.<\/p>\n<h3>8.) Handlungsf\u00e4higkeit bewahren<\/h3>\n<p>Mobbing ist besonders schwer zu ertragen, wenn die Betroffenen das Gef\u00fchl haben, einer Situation ausgeliefert zu sein. Daher sollten Mobbing-Opfer stets im Blick behalten, dass es auch andere Arbeitgeber gibt und sich Alternativen schaffen. Zum Beispiel, indem sie sich intern oder extern neu bewerben oder beispielsweise auch Pl\u00e4ne f\u00fcr eine Selbst\u00e4ndigkeit entwickeln. Es gilt also, die eigene Handlungsf\u00e4higkeit zu bewahren und sich vor Augen zu f\u00fchren, dass es immer einen Ausweg gibt!<\/p>\n<h3>9.) Rechtliche Schritte einleiten<\/h3>\n<p>Selbstverst\u00e4ndlich k\u00f6nnen bei massivem Mobbing auch rechtliche Schritte in Erw\u00e4gung gezogen werden. Anzeigen wegen Beleidigung, Verleumdung, \u00fcbler Nachrede oder N\u00f6tigung sind durchaus m\u00f6gliche Mittel, dem Mobber entgegenzutreten. Auch eine Anzeige wegen K\u00f6rperverletzung ist denkbar, sofern ein \u00e4rztliches Attest best\u00e4tigt, dass sich das Mobbing auf die Gesundheit des Betroffenen auswirkt. Gerichte k\u00f6nnen dann ein Schmerzensgeld, Schadensersatz oder sogar eine Freiheitsstrafe verh\u00e4ngen.<\/p>\n<p>So lange die Beweislast jedoch bei den Mobbing-Opfern liegt, laufen solche Anzeigen h\u00e4ufig ins Leere. Auch deshalb fordern die Linksfraktion und die Fraktion B\u00fcndnis 90\/Die Gr\u00fcnen Mobbing als eigenen Rechtsbegriff zu defi\u00adnieren und Betroffene zu st\u00e4rken.<\/p>\n<h3>10.) Jobwechsel als Ausweg<\/h3>\n<p>Wem endg\u00fcltig die Kraft fehlt, gegen das Mobbing vorzugehen, dem bleibt als Ausweg immer noch ein Jobwechsel. Und das hat nichts mit aufgeben oder versagen zu tun. Denn auch wenn der Mobber damit sein Ziel erreicht hat, ist es keine Schande die Rei\u00dfleine zu ziehen. Es geht um die eigene Gesundheit und die eigene Lebensqualit\u00e4t. Man muss nicht jeden Kampf bis zum Ende austragen. Wie sagte bereits Hermann Hesse: &#8222;Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne&#8220;. Den ungeliebten Job, der einen krank macht, hinter sich zu lassen und etwas Neues zu beginnen, kann ein wahrer Befreiungsschlag sein![\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column][vc_column_text]<\/p>\n<h2><span id=\"Fazit\">Fazit<\/span><\/h2>\n<p>Mobbing ist in den letzten Jahren immer mehr in den Fokus von Arbeitgebern und Arbeitnehmern ger\u00fcckt. Dennoch ist Mobbing nach wie vor ein weitverbreitetes Problem.<\/p>\n<p>Betroffenen sei gesagt: Wartet nicht darauf, dass sich die Situation von allein aufl\u00f6st. Werdet aktiv, sucht euch Hilfe und bahnt euch einen Weg raus aus der Mobbing-Opferrolle! Unterst\u00fctzung bieten beispielsweise Betriebs- und Personalr\u00e4te, Gewerkschaften, Frauenvertretungen und Anw\u00e4lte. Niemand muss (und sollte) allein mit Mobbing fertig werden![\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column][vc_column_text]<em>Habt ihr bereits Erfahrungen mit Mobbing gemacht \u2013 als Zeuge oder wom\u00f6glich Opfer? Wir freuen uns, wenn ihr eure Erfahrungen mit uns teilt!<\/em>[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row]<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p> &#8230; <\/p>\n<p class=\"read-more-container\"><a title=\"10 Tipps gegen Mobbing am Arbeitsplatz\" class=\"read-more button\" href=\"https:\/\/www.mein-wahres-ich.de\/magazin\/mobbing-am-arbeitsplatz\/#more-3572\" aria-label=\"Mehr zu 10 Tipps gegen Mobbing am Arbeitsplatz\">Weiterlesen &#8230;<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":3582,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[61,55],"tags":[],"wp-worthy-pixel":{"ignored":false,"public":"8fa346954f064502badc21c29a0cca5b","server":"","url":"https:\/\/vg02.met.vgwort.de\/na\/8fa346954f064502badc21c29a0cca5b"},"wp-worthy-type":"normal","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.mein-wahres-ich.de\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3572"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.mein-wahres-ich.de\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.mein-wahres-ich.de\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mein-wahres-ich.de\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mein-wahres-ich.de\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3572"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.mein-wahres-ich.de\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3572\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mein-wahres-ich.de\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/media\/3582"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.mein-wahres-ich.de\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3572"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mein-wahres-ich.de\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3572"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mein-wahres-ich.de\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3572"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}