10 Tipps gegen Mobbing am Arbeitsplatz

Mobbing am Arbeitsplatz ist Studien zufolge ein weitverbreitetes Problem – mit oftmals weitreichenden Folgen für die Betroffenen. Denn Mobbing wirkt sich nicht „nur“ auf das Berufsleben, sondern auch auf das Privatleben aus. Schlimmstenfalls leidet sogar die Gesundheit unter den Folgen von Mobbing. Welche Möglichkeiten Arbeitnehmer haben, sich gegen Mobbing zur Wehr zu setzen, das verraten wir euch in diesem Artikel.

Mobbing: Definition, Fakten, Folgen

Definition

Eine allgemeingültige Definition des Begriffs „Mobbing“ existiert in Deutschland nicht. Orientierung bietet jedoch folgende Definition von Martin Wolmerath, auf die sich u.a. das Landesarbeitsgericht Schleswig-Holstein im Jahr 2002 bei einem Urteil in einem Mobbing-Prozess berief:

„Der Begriff Mobbing beschreibt eine konfliktbelastete Kommunikation am Arbeitsplatz unter Kollegen oder zwischen Vorgesetzten und Untergebenen, bei der die angegriffene Person unterlegen ist und von einer oder einigen Personen systematisch, oft und während einer längeren Zeit mit dem Ziel und/oder dem Effekt des Ausstoßens aus dem Arbeitsverhältnis direkt oder indirekt angegriffen wird und dies als Diskriminierung empfindet.“ (Az.: 3 Sa 1/02)

Darüber hinaus gibt auch eine Definition aus dem sogenannten „Mobbing-Report“, einer Repräsentativstudie für die Bundesrepublik Deutschland, Auskunft darüber, was Mobbing bedeutet. Mobbing wird dort wie folgt definiert:

„Unter Mobbing ist zu verstehen, dass jemand am Arbeitsplatz häufig über einen längeren Zeitraum schikaniert, drangsaliert oder benachteiligt und ausgegrenzt wird“.

Die Definitionsversuche zum Begriff „Mobbing“ ähneln sich also, eine einzige, allgemeingültige und anerkannte Definition existiert jedoch nicht. Wo Mobbing anfängt, ist somit nicht eindeutig geklärt.

Fakten

Der „Mobbing-Report“ aus dem Jahr 2002 gilt als erste reprä­sen­ta­tive Studie über die Situa­tion in Deutsch­land. Sie ergab, dass 2,7 Prozent der erwerbstätigen Bevölkerung (also rund 1 Million Menschen) zum Zeitpunkt der Erhebung (2002) gemobbt wurden. Auch heute wird diese Studie noch häufig als Refe­renz herangezogen. Wenngleich inzwischen neuere Studien existieren, die aufzeigen, dass Mobbing am Arbeitsplatz heutzutage ein weitaus größeres Problem darstellt.

Die Studie „Arbeit und mentale Gesundheit“ der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) aus den Jahren 2011/2012 kam beispielsweise zu dem Ergebnis, dass rund 7 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten von Mobbing durch Kollegen oder Vorgesetzte betroffen sind. Bei damals etwa 34 Millionen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten war im Jahr 2011 demnach bereits von etwa 2,38 Millionen Mobbing-Opfern in Deutschland auszugehen.

Laut einer Studie des Büroausstatters Viking und des Meinungsforschungsinstituts OnePoll aus dem Jahr 2019 hat sich die Mobbing-Problematik seither noch einmal deutlich verstärkt. Der Studie zufolge existiert Mobbing heutzutage in allen Branchen, Altersstufen und Positionen. Etwa 60 Prozent der rund 1.000 im Rahmen der Studie befragten Arbeitnehmer in Deutschland gaben an, bereits selbst Mobbing am Arbeitsplatz erlebt zu haben – davon etwa 24 Prozent (also fast jeder vierte Arbeitnehmer) als Opfer und etwa 37 Prozent als Zeugen.

Folgen

Mobbing – ob durch Kollegen oder Vorgesetzte – macht den Betroffenen sowohl psychisch als auch physisch schwer zu schaffen. Nach Informationen der Hans-Böckler-Stiftung, einem gemeinnützigen Forschungswerk des Deutschen Gewerkschaftsbunds, können schon nach wenigen Tagen erste Beschwerden auftreten – sowohl seelischer als auch körperlicher Art.

Psychische Folgen

Mobbing kann sich also bereits nach wenigen Tagen auf das Mobbing-Opfer auswirken – vor allem psychisch. Denn ist der Arbeitstag vorbei, hat man zwar das direkte Mobbing erst einmal überstanden (bis zum nächsten Arbeitstag), der Kopf hört jedoch noch lange nicht auf zu arbeiten. Die Probleme, denen man auf der Arbeit ausgesetzt ist, nimmt man schließlich gedanklich mit nach Hause. Mobbing endet somit nicht nach Feierabend, sondern die Geschehnisse beschäftigen Mobbing-Opfer auch am Ende des Tages und vor allem nachts. Dann nämlich kreisen die Gedanken auch weiterhin (oder sogar verstärkt) um die Mobbinggeschehnisse. Und genau dieses Gedankenkarussel zermürbt und macht auf Dauer krank, denn Mobbing-Opfer schalten nie ab. Dieser psychische Dauerstress bringt letztlich früher oder später auch physische Folgen mit sich.

Physische Folgen

Mobbing kann sich also auch körperlich massiv bemerkbar machen. Lässt einen bereits der Gedanke an den morgigen Arbeitstag abends nicht einschlafen, bereitet einem die Arbeit auch in der Freizeit Bauchschmerzen, wirkt sich das Mobbing bereits massiv auf das Privatleben und auf die Gesundheit aus. Zu den häufigsten Symptomen, die Mobbing auslösen kann, gehören z.B. folgende:

  • Schlaflosigkeit
  • Appetitlosigkeit
  • Konzentrationsschwierigkeiten
  • Erschöpfung
  • Angstzustände/Depressionen
  • Burn-out
  • posttraumatisches Stresssyndrom.

Informationen der Hans-Böckler-Stiftung zufolge treten häufig zunächst Magen- und Darmprobleme, Schlaf- und Konzentrationsstörungen, Kopfschmerzen, depressive Verstimmungen und Angststörungen auf. Wird ein Arbeitnehmer über einen längeren Zeitraum gemobbt, können sich sogar chronische Krankheiten im Bereich des Herz- und Kreislaufsystems, des Magen- und Darmtrakts sowie Atemwegserkrankungen und Hauterkrankungen einstellen.

Die Betroffenen tragen somit fast immer erhebliche seelische und körperliche Beschwerden davon. Und letztlich steigt durch Mobbing auch die Selbstmordgefährdung.

Folgen für die Arbeitgeber

Auch Arbeitgeber bekommen die Folgen von Mobbing zu spüren. Denn etwa jeder dritte von Mobbing Betroffene erkrankt längerfristig. Und fallen Mitarbeiter aufgrund physischer oder psychischer Beschwerden langfristig aus, kann dies das Unternehmen finanziell erheblich belasten. Einer Mobbingstudie des Bündnisses für Cybermobbing zufolge steigen die Kosten für Unternehmen durch Lohnfortzahlungen im Krankheitsfall auf fast 5 Mrd. Euro in Deutschland. Und Opfer von Mobbing und Cybermobbing weisen jährlich etwa 50 Prozent mehr Krankheitstage auf als nicht betroffene Beschäftigte.

Hinzu kommt, dass Mobbing generell negative Folgen für das Betriebsklima hat, wodurch die Motivation aller Mitarbeiter gefährdet werden kann. Dies wiederum wirkt sich auf ihre Produktivität aus. Angaben der Hans-Böckler-Stiftung zufolge gehen einem Unternehmen dadurch rund 15.000 bis 50.000 Euro pro Jahr und gemobbter Person verloren.

Abgesehen davon: Hat sich erst einmal herumgesprochen, dass Mobbing in bestimmten Betrieben und Verwaltungen an der Tagesordnung ist, leidet auch das Image des Unternehmens bzw. der Behörde erheblich. Schließlich deutet Mobbing auf ein schlechtes Betriebsklima und weitere Missstände hin, die in einem Unternehmen herrschen. Denn vor allem folgende Merkmale begünstigen dem Landesinstitut für Arbeitsgestaltung NRW zufolge Mobbing am Arbeitsplatz:

  • wenig transparente Abläufe
  • stark hierarchische Organisationsstrukturen
  • Mängel bei der internen Kommunikation
  • Defizite im Führungsverhalten
  • unzureichende Abgrenzung des Aufgabenbereichs
  • Schwächen in der Personalpolitik
  • fehlende Streitkultur
  • großer Konkurrenz- und Leistungsdruck.

All diese Dinge werden somit mit einem Unternehmen, in dem Mobbing auftritt, assoziiert – keine gute Werbung also für das Unternehmen. Arbeitgeber sollten daher ebenfalls in besonderem Maße daran interessiert sein, Mobbing zu erkennen und zu bekämpfen.

Mobbing aktuell

Aktuell ist das Thema „Mobbing“ auch im Bundestag wieder in aller Munde. Denn: Grüne und Linke möchten ein Gesetz gegen Mobbing auf den Weg bringen. Sie fordern u.a. weniger Beweislast für die Opfer und höhere Geldentschädigungen und mehr Verantwortung für die Arbeitgeber.

Erste Expertenanhörungen fanden im Bundestag bereits statt.

Im Vorfeld hatten die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen und die Linksfraktion eine konkrete Anfrage an die Bundesregierung gestellt und einen Gesetzentwurf zum Schutz vor Mobbing gefordert, der Mobbing als eigenen Rechtsbegriff defi­niert und analog zum Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG) Betroffe­nen einen Rechts­an­spruch auf Schadensersatz und Schmerzensgeld bietet. Darüber hinaus kritisierte die Linksfraktion, dass bislang kein jährlicher Mobbing-Report existiere.

Als Reaktion auf die Anfrage der Fraktionen gab die Bundesregierung eine Studie in Auftrag, die sich dem Thema Mobbing widmete. Die Erhebung der Bundesregierung ergab, dass Mobbing am Arbeitsplatz in Deutschland aktuell mehr als 2 Millionen Beschäftigte betrifft.

10 Tipps gegen Mobbing am Arbeitsplatz

Aktuell sind also laut Studie mehr als 2 Millionen Beschäftigte von Mobbing betroffen – mindestens. Denn zusätzlich ist von einer hohen Dunkelziffer auszugehen.

Aber wie kann man sich gegen Mobbing zur Wehr setzen? Welche Möglichkeiten gibt es? Wir haben im folgenden 10 Tipps gegen Mobbing für euch zusammengestellt.

1.) Vor Augen führen, dass man nicht allein ist – und auch nicht selbst schuld

Mehr als 2 Millionen Beschäftigte leiden unter Mobbing. Betroffene sind also nicht allein. Zugegeben, ein schwacher (und sicherlich auch trauriger) Trost, aber eben einer, der aufzeigt, dass Mobbing jeden treffen kann – und niemand selbst schuld ist! Das sollte man sich unbedingt vor Augen führen. Denn oftmals suchen Mobbing-Opfer die Schuld tatsächlich bei sich. Um sich gegen Mobbing zur Wehr zu setzen, muss man sich jedoch bewusst machen, dass man sich nichts vorzuwerfen hat und nicht selbstverschuldet in solch eine Situation geraten ist. Erst dann findet man die Stärke, den Mobbern die Stirn zu bieten.

2.) Den Anfängen wehren

Wer glaubt es sei eine gute Taktik, erste Anspielungen, die auf Mobbing hindeuten, zu überhören, Anfeindungen zu übersehen oder sich den Situationen einfach zu entziehen, irrt leider. Experten raten vielmehr dazu, sich nicht wegzuducken, sondern bereits beim ersten Funken einzuschreiten und den Mobber unter vier Augen zur Rede zu stellen. Wer derart offensiv gegen erste Anzeichen von Mobbing vorgeht zeigt, dass er kein leichtes Opfer ist und sich zu wehren weiß.

Hierbei ist es jedoch wichtig, sachlich zu bleiben. Es gilt den Angreifer in seine Schranken zu weisen, aber gleichzeitig Versöhnlichkeit zu demonstrieren. Wer sich feindlich zeigt und den offenen Schlagabtausch sucht, stachelt den Mobber nur zu weiteren feindlichen Handlungen an.

3.) Frühzeitig Hilfe suchen

Generell gilt: Mobbing ist kein Kavaliersdelikt und nichts, womit man allein fertig werden muss. Zeigt der erste Aussöhnungsversuch mit dem Mobber keine Wirkung oder hat man letztlich doch nicht den Mut, das Vier-Augen-Gespräch mit dem Mobber zu suchen, sollte man daher anderweitig Hilfe einholen – und zwar frühzeitig.

Viele Unternehmen verfügen über schriftlich kodifizierte Leitlinien zum Umgang mit Konflikten und entsprechende Betriebsvereinbarungen, die im Falle von Mobbing greifen. Manche Unternehmen haben sogar institutionelle Strukturen etabliert, wie z.B. eine Anlaufstelle mit geschulten Mitarbeitern für Mobbingvorfälle. Und auch der Personal- oder der Betriebsrat dienen als Anlaufstelle, um sich über die Möglichkeiten aufklären zu lassen, die man im Falle von Mobbing hat.

Auch wenn ein Unternehmen nicht über entsprechende Betriebsvereinbarungen zum Umgang mit Konflikten und zur Prävention von Mobbing verfügt, sollten sich Mobbing-Opfer so früh wie möglich Hilfe suchen – idealerweise beim Vorgesetzen in einem Vier-Augen-Gespräch (sofern er nicht der Mobber ist). Als weitere Ansprechpartner können auch hier der Betriebsrat oder der Personalrat kontaktiert werden. Hauptsache, man holt sich aktiv Rückendeckung, spricht über die Vorfälle und macht das Mobbing dadurch publik. Manchmal reicht bereits das schon, um den Mobber zu isolieren.

Eines sollte man sich hierbei immer vor Augen führen: Es ist absolut in Ordnung, Hilfe zu suchen. Und es ist ganz sicher kein Zeichen von Schwäche. Im Gegenteil. Sich zur Wehr zu setzen, erfordert Mut und Stärke.

4.) Mobbing-Tagebuch führen

Experten raten dazu, im Fall von Mobbing ein sogenanntes Mobbing-Tagebuch zu führen und alle Vorkommnisse zu dokumentieren. Sollte es nicht möglich sein, die Mobbing-Problematik innerbetrieblich zu lösen, kann das Tagebuch als Beweis herangezogen und ggf. einem eingeschalteten Mediator vorgelegt werden.

Das Mobbing-Tagebuch verschafft vor allem Klarheit darüber:

  • wer der (Haupt-)Mobber ist
  • wer am Mobbing beteiligt ist
  • wer passiv zuschaut
  • wie gemobbt wird
  • wann gemobbt wird
  • wie sich das Mobbing auf Gesundheit und Arbeit auswirkt.

Das Mobbing-Tagebuch hilft also dabei, sich Klarheit zu verschaffen, eine Strategie gegen das Mobbing zu entwickeln und die Mobbing-Vorfälle zu belegen.

Abgesehen davon gewinnt man dadurch, dass man sämtliche Vorfälle schriftlich fixiert, aktiv wird und das Mobbing nicht mehr einfach hinnimmt, eine erste innere Stärke zurück.

5.) Hilfe von außen holen

Sollten Betroffene am Arbeitsplatz kein Gehör finden und nicht weiter wissen, raten Experten dringend dazu, professionelle Hilfe von außen einzuholen. Denn: Die psychische Belastung ist bei Mobbing oft enorm ausgeprägt – und damit sollte niemand allein fertig werden müssen.

Es gibt verschiedene Stellen, die im Falle von Mobbing weiterhelfen, beispielsweise der deutschlandweit agierende Verein gegen psychosozialen Stress und Mobbing, der unter 0611 9 57 03 81 erreichbar ist. Frauen, die gemobbt werden, können sich zudem beim Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ unter 08000 116 016 Hilfe holen.

6.) Freizeit nutzen, um Kraft zu schöpfen

Auch wenn es schwerfällt, gedanklich abzuschalten, sollte man unbedingt versuchen die Freizeit zu nutzen, um Kraft zu schöpfen. Wer sich nach Feierabend zurückzieht und sozial isoliert, verstärkt die Folgen des Mobbings zusätzlich. Denn wer allein ist, hat auch mehr Zeit zum Grübeln. Das Gedankenkarussell wird sich somit auch in der Freizeit einzig um die Geschehnisse auf der Arbeit drehen.

Experten raten daher dazu, in der Freizeit aktiv den Kontakt zu anderen zu suchen und Zeit mit der Familie und Freunden zu verbringen. Zum einen, um sich wieder akzeptiert und gut aufgenommen zu fühlen und um Bestätigung zu erfahren. Zum anderen, um sich diesem vertrauten Personenkreis anzuvertrauen, sich Rat einzuholen und Rückhalt zu erfahren. Zu wissen, dass man die Situation nicht allein bewältigen muss, spendet womöglich die nötige Kraft, um aktiv etwas gegen das Mobbing zu unternehmen.

7.) Sich selbst stärken

Generell ist es gut, sich eine individuelle Strategie zur Stressbewältigung anzueignen. Denn wie bereits erwähnt, ist es gerade für Mobbing-Opfer wichtig, gedanklich abzuschalten und neue Kraft zu schöpfen. Meditation, Sport, Entspannungsübungen oder ein Hobby, das es den Mobbing-Opfern ermöglicht ihr Selbstwertgefühl zu stärken, können im Kampf gegen Mobbing extrem hilfreich sein. Vor allem Sport hilft, Stress abzubauen und das eigene körperliche und seelische Gleichgewicht zu verteidigen.

Darüber hinaus raten Experten Mobbing-Opfern dazu, Selbstbehauptung zu trainieren und beispielsweise Rhetorikkurse oder Seminare über Körpersprache zu besuchen. Auf diese Weise können die Selbstsicherheit und das Selbstbewusstsein gestärkt werden.

8.) Handlungsfähigkeit bewahren

Mobbing ist besonders schwer zu ertragen, wenn die Betroffenen das Gefühl haben, einer Situation ausgeliefert zu sein. Daher sollten Mobbing-Opfer stets im Blick behalten, dass es auch andere Arbeitgeber gibt und sich Alternativen schaffen. Zum Beispiel, indem sie sich intern oder extern neu bewerben oder beispielsweise auch Pläne für eine Selbständigkeit entwickeln. Es gilt also, die eigene Handlungsfähigkeit zu bewahren und sich vor Augen zu führen, dass es immer einen Ausweg gibt!

9.) Rechtliche Schritte einleiten

Selbstverständlich können bei massivem Mobbing auch rechtliche Schritte in Erwägung gezogen werden. Anzeigen wegen Beleidigung, Verleumdung, übler Nachrede oder Nötigung sind durchaus mögliche Mittel, dem Mobber entgegenzutreten. Auch eine Anzeige wegen Körperverletzung ist denkbar, sofern ein ärztliches Attest bestätigt, dass sich das Mobbing auf die Gesundheit des Betroffenen auswirkt. Gerichte können dann ein Schmerzensgeld, Schadensersatz oder sogar eine Freiheitsstrafe verhängen.

So lange die Beweislast jedoch bei den Mobbing-Opfern liegt, laufen solche Anzeigen häufig ins Leere. Auch deshalb fordern die Linksfraktion und die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen Mobbing als eigenen Rechtsbegriff zu defi­nieren und Betroffene zu stärken.

10.) Jobwechsel als Ausweg

Wem endgültig die Kraft fehlt, gegen das Mobbing vorzugehen, dem bleibt als Ausweg immer noch ein Jobwechsel. Und das hat nichts mit aufgeben oder versagen zu tun. Denn auch wenn der Mobber damit sein Ziel erreicht hat, ist es keine Schande die Reißleine zu ziehen. Es geht um die eigene Gesundheit und die eigene Lebensqualität. Man muss nicht jeden Kampf bis zum Ende austragen. Wie sagte bereits Hermann Hesse: „Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne“. Den ungeliebten Job, der einen krank macht, hinter sich zu lassen und etwas Neues zu beginnen, kann ein wahrer Befreiungsschlag sein!

Fazit

Mobbing ist in den letzten Jahren immer mehr in den Fokus von Arbeitgebern und Arbeitnehmern gerückt. Dennoch ist Mobbing nach wie vor ein weitverbreitetes Problem.

Betroffenen sei gesagt: Wartet nicht darauf, dass sich die Situation von allein auflöst. Werdet aktiv, sucht euch Hilfe und bahnt euch einen Weg raus aus der Mobbing-Opferrolle! Unterstützung bieten beispielsweise Betriebs- und Personalräte, Gewerkschaften, Frauenvertretungen und Anwälte. Niemand muss (und sollte) allein mit Mobbing fertig werden!

Habt ihr bereits Erfahrungen mit Mobbing gemacht – als Zeuge oder womöglich Opfer? Wir freuen uns, wenn ihr eure Erfahrungen mit uns teilt!

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