Erkältungs-Knigge fürs Büro: So verhältst du dich richtig

Der Winter naht und mit ihm die Grippe- und Erkältungszeit. Wo viele Menschen aufeinander treffen, können Viren und Bakterien natürlich in ganz besonderem Maße wüten. Um im Büro keine Epidemie auszulösen, sollte man daher am besten zu Hause bleiben und sich auskurieren, wenn einen die heimtückischen Bazillen erwischt haben. Nur leider geht das eben nicht immer. Deadlines müssen eingehalten, Arbeiten abgeschlossen oder Kollegen, die bereits krankgeschrieben sind, vertreten werden. Daher schleppen sich viele Mitarbeiter eben auch krank ins Büro. Löblich? Oder eher ein Ärgernis? Nun, das hängt ganz davon ab, wie krank man wirklich ist und welche Maßnahmen man ergreift, um nicht tatsächlich eine Krankheitswelle unter den Kollegen zu verursachen! Wie man sich bei einer Erkältung richtig verhält, das verrät der Erkältungs-Knigge fürs Büro!

Vorwort

Um es direkt vorwegzunehmen: Wer richtig krank ist, gehört ins Bett! Die Gesundheit ist wichtig und sollte keineswegs aufs Spiel gesetzt werden. Daher an dieser Stelle noch einmal explizit der Hinweis: Ganz gleich, wie ungelegen eine Krankheit kommt (und das kommt sie doch eigentlich immer!), die Gesundheit geht vor!

Wenn es jedoch noch halbwegs vertretbar ist trotz Erkältung ins Büro zu gehen, gilt es ein paar Regeln zu beachten, um die Ansteckungsgefahr zu minimieren. Regelmäßiges und gründliches Händewaschen, der rechtzeitige Griff zum Taschentuch, das Gesicht abwenden beim Husten – all das sollte selbstverständlich sein, um der Ausbreitung der Viren und Bakterien keine Chance zu bieten. Es gibt jedoch noch weitere Vorsichts- und Hygienemaßnahmen, die ergriffen werden sollten. Welche das sind, verraten wir euch im Folgenden!

Knigge-Regeln fürs Büro: So verhält man sich richtig, wenn man krank arbeiten geht

Wer krank arbeiten geht, sollte sich an bestimmte Gepflogenheiten halten, um nicht unangenehm aufzufallen. Folgende Dinge gilt es daher zu beachten:

Kein Nasehochziehen

Nun gut, dafür, dass die Nase läuft, kann selbstverständlich niemand etwas. Schnupfen gehört im Winter nun einmal dazu. Da bleibt nahezu niemand verschont. Aber: Permanentes Nasehochziehen ziemt sich nicht. Derartige Körpergeräusche sind gesellschaftlich verpönt. Wenn die Nase läuft, gilt daher: Taschentuch nehmen und Nase putzen! Und zwar möglichst leise und dezent. Wer beim Naseputzen wie ein kleiner Elefant klingt, sollte sich besser in einen Waschraum zurückziehen oder aber sich zumindest von den Kollegen abwenden.

Übrigens: In anderen Ländern ist das Naseputzen am Esstisch ein Affront. Beim Essen mit ausländischen Geschäftspartnern ist daher Vorsicht geboten. Andere Nationen verlassen zum Schnäuzen den Esstisch – und erwarten das auch von ihrem Gegenüber.

Papiertaschentücher verwenden und zügig entsorgen

Für das Putzen der Nase empfehlen Knigge-Profis und Mediziner aus hygienischen Gründen ein Papiertaschentuch. Die benutzten Taschentücher sollten schnellstmöglich, am besten direkt in einem geschlossenen Mülleimer entsorgt werden. Sie gehören keinesfalls auf den Schreibtisch. Und schon gar nicht in die Hosentasche oder den Ärmel. Damit bietet man den Erregern nämlich sogar noch optimale Wachstumsbedingungen. Und das sollte natürlich tunlichst vermieden werden.

Um sich den Schweiß von der Stirn zu wischen, sollte man jedoch lieber auf ein Stofftaschentuch zurückgreifen. Papiertaschentücher könnten Papierkrümelchen auf der Stirn hinterlassen.

Bei Hustenanfällen das Büro verlassen

Wer erkältet ist, muss hin und wieder husten – das ist auch den Kollegen klar. Natürlich muss daher auch nicht bei jedem kurzen Hustenreiz das Büro verlassen werden. Eine Ausnahme bilden hierbei jedoch Hustenanfälle. Bei einem lautstarken Hustenanfall sollte man sich in einen Nebenraum verziehen, z.B. den Waschraum oder die Büroküche. Es ist außerdem ratsam, ein Glas Wasser zu trinken, bevor man in das Büro zurückkehrt. Sollte man tatsächlich einmal nicht die Möglichkeit haben, das Büro zu verlassen, raten Experten dazu, wenigstens in die Ellenbeuge zu husten.

In ein Taschentuch oder alternativ in den oberen Teil des Unterarms oder die Ellenbeuge niesen

Beim Niesen werden Keime mit hoher Geschwindigkeit in die Umgebung katapultiert. Um die Kollegen diesem „Beschuss“ nicht auszusetzen, sollte man sich daher auf jeden Fall von den Kollegen abwenden und in ein Taschentuch oder alternativ in den oberen Teil des Unterarms oder die Ellenbeuge niesen. Diese Empfehlung gilt in unseren Breiten für den linken Arm und die linke Ellenbeuge. Schließlich geben wir uns die rechte Hand zur Begrüßung oder Verabschiedung.

Übrigens: Das Niesen zu unterdrücken, ist keine gute Idee. Wenn der hohe Druck, der beim Niesen entsteht, nicht durch Nase oder Mund entweichen kann, kann das schmerzhafte Verletzungen im Ohr nach sich ziehen.

Hände desinfizieren

Nach einem Niesanfall und natürlich auch nach dem Naseputzen sollten man sich auf gar keinen Fall die Hände an der Hose abwischen! Eigentlich selbstverständlich. Dennoch ist bei vielen nach dem Niesen der Griff an die Hose obligatorisch. Um eine Verbreitung der Erreger zu vermeiden, sollten nach einem Niesanfall und dem Naseputzen IMMER die Hände gewaschen und bestenfalls auch desinfiziert werden. In vielen Büros bieten Arbeitgeber dafür medizinische Desinfektionsmittel an.

Generell gilt (nicht nur nach dem Niesen und dem Naseputzen): Wer krank ist, sollte mehrfach täglich die Hände waschen und auch desinfizieren!

Kein Händeschütteln

Auch wenn man die Hände regelmäßig wäscht und desinfiziert, ist es besser während der Erkältung auf einen Händedruck zu verzichten. Schließlich besteht die Gefahr, dass durch das Händeschütteln Erkältungsviren weitergegeben werden. Wer seinem Gegenüber erklärt, aufgrund der Ansteckungsgefahr lieber auf einen Handschlag verzichten zu wollen, wird sicherlich auf Verständnis stoßen. Mehr noch, der andere wird es einem danken!

Arbeitsplatz reinigen

Nicht nur die Hände, auch den Arbeitsplatz sollte der Erkältete hin und wieder mit einem Desinfektionstuch reinigen. So bleibt der Arbeitsplatz relativ keimfrei.

Kein Klagen

Wer sich trotz Krankheit dafür entscheidet, arbeiten zu gehen, darf sich nicht beklagen. Außerdem sollte der Schreibtisch nicht wie ein Lazarett aussehen. Nasenspray, Taschentücher (schon gar keine benutzten!) oder Hustenbonbons haben auf dem Schreibtisch nichts zu suchen. Schon gar nicht, wenn im Büro ein reger Kundenverkehr herrscht.

Grundsätzlich gilt: Wer zur Arbeit erscheint, muss auch Leistung bringen. Daher sollte man sich besser im dezenten Schweigen üben, als sich lang und breit über die Viren und Bazillen zu beklagen.

Aufgaben nicht auf Kollegen abwälzen

Wie bereits erwähnt: Wer trotz Erkältung ins Büro geht, muss auch Leistung bringen. Wer dazu nicht in der Lage ist, sollte besser nach Hause gehen. Auf keinen Fall sollte man versuchen einen Mitleidsbonus zu erhaschen und unliebsame Aufgaben mit der Begründung nicht fit genug dafür zu sein, offensichtlich auf die Kollegen abzuwälzen. Andernfalls ärgern sich die Kollegen womöglich gleich doppelt. Zum einen, da sie diese unliebsamen Arbeiten übernehmen müssen (wer schlägt einem Kranken schon eine Bitte aus!). Zum anderen, da sie trotz Mehrarbeit auch noch der Virenattacke ausgesetzt sind. Es ist daher keine gute Idee, Aufgaben auf Kollegen abzuwälzen.

Tipps & Tricks: So kommt man trotz Erkältung einigermaßen gut durch den Tag

Sollte es sich tatsächlich einmal gar nicht vermeiden lassen, trotz starker Erkältung arbeiten zu gehen, helfen folgende Tipps und Tricks dabei, den Arbeitstag einigermaßen gut zu überstehen:

Zwiebellook

Wer erkältet ist, leidet oftmals auch unter Temperaturschwankungen. Um auf diese wechselnden Körpertemperaturen zu reagieren, empfiehlt sich der Zwiebellook. Wer mehrere Schichten Kleidung trägt, kann auch auf der Arbeit auf Hitzewallungen oder Schüttelfrost-Attacken reagieren.

Wichtig: Das Outfit muss natürlich dennoch zur Unternehmenskultur passen. Gleichzeitig sollte man sich aber auch wohlfühlen.

Richtig heizen

Gerade bei Schüttelfrost-Attacken neigen viele dazu, die Heizung volle Pulle aufzudrehen. Damit lässt sich dem Schüttelfrost einerseits natürlich tatsächlich begegnen. Aber: Die trockene Heizungsluft verschlimmert eine Erkältung zusätzlich. Trockene Heizungsluft trocknet die Schleimhäute aus, wodurch Viren einfacher hinein gelangen. Wissenschaftler empfehlen im Büro eine Raumtemperatur von etwa 20 Grad Celsius.

Kein Luftbefeuchter

Es ist ein Irrglaube, trockener Heizungsluft mit einem Luftbefeuchter begegnen zu können. Nicht nur, dass nicht abschließend bewiesen ist, dass Luftbefeuchter Erkältungsbeschwerden wirklich verhindern oder lindern. Die meisten dieser Geräte sind auch noch hygienisch problematisch. Steht die warme Flüssigkeit tagelang, bietet das der Vermehrung gefährlicher Wasserkeime beste Bedingungen. Vernebelt das Gerät dann die Flüssigkeit, können die Keime in die Atemwege gelangen. Wer dennoch einen Luftbefeuchter benutzen möchte, sollte diesen unbedingt regelmäßig reinigen – und zwar genau nach Anleitung!

Tipp: Alternativ kann eine kleine Schale mit Wasser auf die Heizung gestellt werden, um die Luft zu befeuchten. Auch diese Schale sollte jedoch natürlich regelmäßig gereinigt und mit neuem Wasser befüllt werden. Noch besser ist jedoch der Gang vor die Tür. Nichts hilft besser als frische Luft!

Richtig lüften

Der Gang nach draußen ist jedoch nicht immer möglich. Daher sollte man gerade in der Erkältungszeit unbedingt richtig lüften und somit für eine ausreichende Sauerstoffzufuhr sorgen. Denn: In geheizten Räumen fühlen sich Bakterien und Viren besonders wohl und vermehren sich rasant. In gut durchlüfteten Räumen hingegen sinkt die Gefahr einer Ansteckung. Dennoch sollte man im Winter natürlich keinesfalls den ganzen Tag über das Fenster offen stehen lassen. Schon gar nicht, wenn man krank ist. Richtig ist vielmehr eine Stoßlüftung. Wer drei- bis viermal täglich für zehn Minuten richtig durchlüftet, sorgt nicht nur für ein freies Näschen, sondern reduziert auch noch die angreifenden Bakterien und Viren enorm.

Tipp: Wer richtig stark erkältet ist und von Schüttelfrost-Attacken heimgesucht wird, sollte dennoch nicht auf das Lüften verzichten! Am besten zieht man sich in diesem Fall für die Zeit der Stoßlüftung in die Büroküche oder einen anderen Gemeinschaftsraum zurück.

Viel trinken!

Wer krank ist, sollte viel trinken! Nicht nur, dass eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr Kopfschmerzen vorbeugt, sie sorgt zudem dafür, dass der Körper gut durchgespült wird. Wer den Arbeitstag trotz Erkältung gut überstehen möchte, sollte daher unbedingt genügend Flüssigkeit zu sich nehmen!

Vollkornprodukte, Obst und Gemüse als Pausensnack

Im Kampf gegen Viren und Bakterien braucht der Körper besonders viele Vitalstoffe. Um gut über den Tag zu kommen, sollte man daher den richtigen Pausensnack wählen. Vollkornprodukte, Obst und Gemüse helfen, das Immunsystem wieder zu stärken.

Tipp: Möglichst bunt sollte die Ernährung im Falle einer Erkältung sein: Orangen und Zitronen, Tomaten, Paprika, Äpfel etc. helfen, der Erkältung die Stirn zu bieten. Einen besonders hohen Vitamin C-Anteil bietet übrigens Sauerkraut. Allerdings sollte der Verzehr von Sauerkraut vielleicht besser auf den Feierabend vertagt werden 😉

Knigge-Regeln für den Krankheitsfall: So verhält man sich richtig, wenn sich der Gang zum Arzt nicht vermeiden lässt

Wer richtig krank ist, gehört ins Bett! Dafür sollte jeder Kollege und jeder Arbeitgeber Verständnis haben. Wer also merkt, dass der Kopf glüht, die Müdigkeit zunimmt, jede Kleinigkeit anstrengt, der sollte definitiv zum Arzt gehen. So hat man im Büro nichts zu suchen.

Um den Kollegen, die einen in Abwesenheit vertreten, die Arbeit zu erleichtern, sollte man sich kurz die Zeit nehmen eine Übergabe-E-Mail zu verfassen, die Informationen zu den ausstehenden Aufgaben enthält, die erledigt werden müssen. Eine solche Übergabe erleichtert den Kollegen die Vertretung. Alternativ kann natürlich auch ein Übergabe-Anruf erfolgen, in dem man dem vertretenden Kollegen telefonisch alle notwendigen Informationen übermittelt.

Ob per E-Mail oder telefonisch, die Zeit für eine ordentliche Übergabe sollte man sich den Knigge-Experten zufolge im Krankheitsfall also auf jeden Fall nehmen. Vorausgesetzt man trägt nicht wirklich sprichwörtlich den Kopf unter dem Arm…

Wichtig: Es sollten natürlich nur die wirklich wichtigen Dinge weitergegeben werden! Aufgaben, die noch warten können, sollte man nach der Krankheitsphase selbst ausführen. Schließlich haben die Kollegen neben dieser vertretungsbedingten Mehrarbeit ja auch ihre eigene Arbeit zu erledigen.

Knigge-Regeln für den Umgang mit kranken Kollegen: Wie man sich einem kranken Kollegen gegenüber verhalten sollte

Im Grunde sollte man sich einem kranken Kollegen gegenüber ganz normal verhalten und darauf vertrauen, dass dieser alt und vernünftig genug ist, einschätzen zu können, ob er tatsächlich fähig ist zu arbeiten. Erscheint ein Kollege trotz Erkältung im Büro, sollte man zunächst also davon ausgehen, dass er auch leistungsfähig ist.

Dennoch geben die Knigge-Experten allen Arbeitgebern und Arbeitnehmern auch hier wieder Verhaltensempfehlungen an die Hand. Die beiden wichtigsten Regeln im Umgang mit einem kranken Kollegen möchten wir an dieser Stelle nicht unerwähnt lassen:

1.) Körpergeräusche ignorieren

Wer erkältet ist, kann es kaum vermeiden gewisse Körpergeräusche von sich zu geben. Lautes Niesen und Husten sind für den Erkälteten auch ohne Mitleidsbekundungen und sonstige Kommentare unangenehm genug. Daher sollte man diese Körpergeräusche auch ignorieren. Eine Ausnahme bildet den Knigge-Experten zufolge ein freundliches „Gesundheit“, wenn man mit dem Kollegen allein ist. Befinden sich mehrere Kollegen im selben Raum, ist von dieser „Gesundheits-Bekundung“ jedoch abzusehen. In diesem Fall sollte man das Niesen besser unkommentiert lassen.

2.) Fürsorgepflicht wahrnehmen

Arbeitgeber haben eine Fürsorgepflicht. Diese sollten sie selbstverständlich auch wahrnehmen. Kommt ein Mitarbeiter daher eindeutig richtig krank ins Büro und riskiert dadurch zum einen seine eigene Gesundheit und setzt zum anderen auch seine Kollegen einer akuten Ansteckungsgefahr aus, muss der Chef daher eingreifen. In diesem Fall ist der Angestellte also nach Hause zu schicken – ob er will oder nicht.

Auch als Kollege sollte man eine gewisse Fürsorgepflicht walten lassen. Hat ein Kollege also sprichwörtlich den Kopf unter dem Arm, sollte man ihm den Arztbesuch nahe legen – Mehrarbeit hin oder her!

Fazit

Es gibt keine eindeutige Grenze, wie viel Grippe oder Erkältung man den Kollegen zumuten darf. Generell lässt sich jedoch sagen, dass ein leichter, trockener Schnupfen natürlich kein Grund ist, dem Büro fernzubleiben. Ein triefender Schnupfen in der Tröpfchen sprühenden Absteckungsphase hingegen schon.

Grundsätzlich sei gesagt: Sich mit einem schweren Infekt und erhöhter Temperatur zur Arbeit zu schleppen, ist keine Heldentat. Wer ernsthaft krank ist, gehört ins Bett – gleichermaßen aus Eigenverantwortung und um niemanden der Ansteckungsgefahr auszusetzen!

Seid ihr schon einmal krank zur Arbeit gegangen? Welche Gründe könnten euch dazu bewegen, es wieder zu tun? Wir freuen uns über eure Kommentare!

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