Gesundheitsschutz und Arbeitssicherheit: Die 13 besten Tipps fürs Büro

Fehlzeiten von Mitarbeitern verursachen hohe Kosten für Unternehmen. Und nicht nur das: vor allem in kleinen und mittleren Betrieben kann der Ausfall eines Mitarbeiters den Betriebsablauf erheblich durcheinanderbringen. Besonders Fehlzeiten, die eigentlich vermeidbar gewesen wären, sind somit aus Sicht eines Arbeitgebers gleich in mehrfacher Hinsicht ärgerlich – ja mitunter sogar existenzbedrohend. Die Rede ist von Arbeitsunfällen oder gesundheitlichen Problemen, die auf eine unzureichende Arbeitssicherheit oder einen mangelhaften Gesundheitsschutz zurückzuführen sind.

Mit welchen Tipps sich Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz verbessern lassen, verraten wir euch jetzt!

Das Wichtigste in Kürze

  • Das wichtigste Grundlagengesetz für den betrieblichen Arbeitsschutz ist das Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG)
  • Die Regelungen zur Arbeitssicherheit sollen dazu beitragen, Arbeitsunfälle zu vermeiden
  • Zur Arbeitssicherheit gehört auch der Gesundheitsschutz
  • Durch gezielte Präventionsmaßnahmen könnten längere Fehlzeiten von Arbeitnehmern vermieden werden (z.B. betriebliche Sportangebote gegen Rückenschmerzen, ergonomische Arbeitsplätze gegen Muskel-Skelett-Erkrankungen, spezielle Sehhilfen für die Bildschirmarbeit etc.)

Arbeitssicherheit: Was man darunter versteht

Regelungen zur Arbeitssicherheit sollen dazu beitragen, Arbeitsunfälle und Gesundheitsgefahren zu vermeiden. Von klar formulierten Leitlinien in puncto Arbeitssicherheit profitieren somit Arbeitgeber und Arbeitnehmer gleichermaßen. Denn: Unfallprävention und die Vermeidung von Gesundheitsgefahren liegen selbstverständlich nicht nur im persönlichen Interesse eines Arbeitnehmers, dem die eigene Gesundheit lieb ist, sondern auch im unternehmerischen Interesse. Fällt ein Mitarbeiter aufgrund eines Unfalls langfristig aus, kann das nämlich nicht nur den Betriebsablauf empfindlich stören, sondern zudem auch noch rechtliche Konsequenzen haben. Denn: Unternehmen sind verpflichtet, Unfallverhütungsvorschriften zu beachten und bestimmte organisatorische Maßnahmen zu treffen, um die Sicherheit und den Gesundheitsschutz der Beschäftigten bei der Ar­beit zu gewährleisten und zu verbessern. Sie müssen also präventiv tätig sein. Ist ein Unfall auf Fahrlässigkeit bzw. eine unzulängliche Unfallprävention zurückzuführen, droht einem Unternehmen Ungemach.

Das wichtigste Grundlagengesetz für den betrieblichen Arbeitsschutz ist das Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG). Es verpflichtet Arbeitgeber, Gesundheitsgefährdungen am Arbeitsplatz zu beurteilen und über notwendige Schutzmaßnahmen zu entscheiden.

Diese Maßnahmen gehören zur Arbeitssicherheit:

Ein Unternehmen muss also bestimmte Maßnahmen ergreifen, um die Sicherheit seiner Mitarbeiter zu gewährleisten. Hierzu zählen z.B. die Bereitstellung einer persönlichen Schutzausrüstung (falls erforderlich), die Durchführung von Unterweisungen und ein sorgfältiger Maschinenschutz. Des Weiteren ist ein Arbeitgeber auch dafür verantwortlich, seine Mitarbeiter im sicheren Umgang mit Gefahrstoffen zu schulen, sofern diese im Rahmen ihrer Tätigkeit mit solchen Gefahrstoffen in Berührung kommen könnten. Zu den Präventionsmaßnahmen gehören außerdem arbeitsmedizinische Vorsorgeangebote sowie die Organisation der Ersten Hilfe und des Brandschutzes.

Das staatliche Arbeitsschutzrecht sieht zudem weitere Vorsichtsmaßnahmen vor, wie z.B. den Jugendarbeitsschutz, den Mutterschutz etc. Auch diese Vorschriften gilt es umzusetzen.

Konkret umfasst das Arbeitsschutzgesetz also z.B. folgende Arbeitsschutzverordnungen:

Es müssen Maßnahmen ergriffen werden…

  • für eine sichere Arbeitsstätten- und Arbeitsplatzgestaltung
  • für einen sicheren Arbeitsmitteleinsatz
  • zur arbeitsmedizinischen Vorsorge
  • zur Lastenhandhabung
  • für den Umgang mit Gefahr- oder Biostoffen

Ergänzt wird das Arbeitsschutzgesetz zudem durch das Produktsicherheitsgesetz, das die technische Sicherheit von Geräten, Produkten und Anlagen, die auf dem Markt bereitgestellt werden, regelt.

Die Einhaltung dieser Arbeitsschutzmaßnahmen etc. sollte in einem Unternehmen selbstverständlich sein. Schließlich profitieren beide Seiten davon: Arbeitgeber und Arbeitnehmer.

Gesundheitsschutz: Vermeidbare Erkrankungen

Zur Arbeitssicherheit gehört auch der Gesundheitsschutz. Wie wichtig es ist, Präventionsmaßnahmen zu ergreifen, um längere Fehlzeiten zu vermeiden, zeigt u.a. eine groß angelegte Studie der DAK, in der die häufigsten Krankheiten von Arbeitnehmern ermittelt wurden. Drei Krankheiten machen diesem DAK-Gesundheitsreport zufolge aktuell die Hälfte aller Fehltage von Arbeitnehmern aus: Auf Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems, psychische Erkrankungen sowie Erkrankungen des Atmungssystems entfielen im vergangenen Jahr 53,9 Prozent aller Krankheitstage. Vor allem Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems ließe sich durch einen ausreichenden Gesundheitsschutz vorbeugen. Ergonomisch gut gestaltete Arbeitsstühle und höhenvariable, bewegungsfördernde Arbeitsplätze beispielsweise könnten dazu beitragen, Fehlzeiten im Zusammenhang mit Muskel-Skelett-Erkrankungen zu reduzieren.

Als weiteres Beispiel wären an dieser Stelle Verletzungen und Vergiftungen zu nennen. Diese machten laut DAK-Gesundheitsreport 2018 einen Anteil von 11,9 Prozent an den AU-Tagen aus. Auch diese Fehlzeiten wären durch verbesserte Maßnahmen für einen sicheren Arbeitsmitteleinsatz (zumindest teilweise) vermeidbar.

Welche weiteren Krankheitsarten ebenfalls einen hohen Anteil an den AU-Tagen hatten, möchten wir euch natürlich nicht vorenthalten. Hier eine Übersicht:

KrankheitsartAnteil an den AU-Tagen
Muskel-Skelett-Erkrankungen21,8 %
Psychische Erkrankungen16,7 %
Akute Atemwegserkrankungen15,4 %
Verletzungen und Vergiftungen11,9 %
Erkrankungen des Verdauungssystem5,0 %
Infektionen4,7 %
Nervensystem, Augen, Ohren4,5 %
Neubildungen4,4 %
Kreislaufsystem4,1 %
Unspezifische Systeme4,1 %
Sonstige7,5 %

Zwischenfazit:

Zu den häufigsten Erkrankungsarten zählen also Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems. Als Volkskrankheit Nummer 1 gelten somit Rückenschmerzen. Durch eine gezielte Prävention ließe sich hier Abhilfe schaffen – u.a. durch Maßnahmen zur Arbeitssicherheit respektive einen ausreichenden Gesundheitsschutz im Büro.

Welche Maßnahmen besonders effektiv sind und welche Maßnahmen ihr ganz einfach selbst ergreifen könnt, verraten wir euch jetzt!

Die 13 besten Tipps zur Arbeitssicherheit (respektive zum Gesundheitsschutz) im Büro

1.) Auf sachgemäße und sichere Benutzung von Arbeitsmitteln achten 

Zuallererst ist es natürlich essentiell, dass alle benötigten Arbeitsmittel sachgemäß und sicher verwendet werden. Arbeitgeber und Arbeitnehmer sollten daher die Risiken und die ggf. erforderlichen Schutzmaßnahmen kennen, die an einem Arbeitsplatz vorherrschen. Hierzu zählt z.B. die Handhabung bestimmter Maschinen oder auch die Notwendigkeit des Tragens einer Schutzausrüstung. Des Weiteren sollten elektrische Betriebsmittel regelmäßig durch entsprechende Fachkräfte überprüft werden.

Kabel für elektronische Geräte sollten zudem niemals quer über den Boden oder Gänge verlegt werden, sondern stolpersicher (zur Not unter Kabelbrücken). Generell gilt es alle Verkehrs- und Fluchtwege freizuhalten.

Auch an vermeintliche Kleinigkeiten sollte man zur Gefahrenvermeidung denken und z.B. scharfkantige oder spitze Gegenstände nicht einfach im Papierkorb entsorgen.

Im Zuge einer Gefährdungsbeurteilung lassen sich sowohl die Risiken als auch die erforderlichen Schutzmaßnahmen ermitteln. Wird eine solche Gefährdungsbeurteilung regelmäßig durchgeführt, lässt sich die Arbeitssicherheit optimieren. Als Beispiel: Wird im Rahmen einer Gefährdungsbeurteilung festgestellt, dass keine Leitern oder Tritthilfen zum Erreichen hoher Aktenschränke zur Verfügung stehen, sollten diese angeschafft werden, um zu vermeiden, dass beispielsweise Bürostühle oder Schreibtische als Leiterersatz genutzt werden.

Als Arbeitnehmer hat man zudem selbst dafür Sorge zu tragen, erforderliche Schutzmaßnahmen einzuhalten. Und das sollte man auch. Es geht schließlich um die eigene Gesundheit!

2.) Persönliche Schutzausrüstung anwenden 

Zugegeben, es kann mühsam sein sich jedes Mal eine Schutzausrüstung anzulegen, wenn man nur ganz kurz eine Maschine etc. betätigen möchte. Dennoch sollte man diese Zeit unbedingt aufbringen. Vorsicht ist bekanntlich besser als Nachsicht. Davon abgesehen: Werden solche Sicherheitsaßnahmen nicht eingehalten und es passiert tatsächlich etwas, hat das erhebliche Konsequenzen – für das Unternehmen und für einen persönlich. Daher sollte man immer, wirklich immer die persönliche Schutzausrüstung anwenden – selbst wenn das Anlegen der Ausrüstung beinah länger dauert als das Ausführen der eigentlich beabsichtigten Tätigkeit.

Die persönliche Schutzausrüstung (PSA) sollte übrigens an allen Arbeitsplätzen zum Einsatz kommen, an denen die Arbeitnehmer vor mechanischen, thermischen oder auch chemischen Gefahren geschützt werden müssen.

3.) Trittsichere und rutschfeste Schuhe tragen

Nicht in jedem Unternehmen sind die Fußböden optimal. Daher sollte man als Arbeitnehmer auch selbst dafür Sorge tragen, nicht auszurutschen. Zur Prävention von Unfällen empfiehlt es sich daher, immer trittsichere und rutschfeste Schuhe zu tragen. Natürlich sollten die Schuhe immer auch zu den jeweiligen Gepflogenheiten der Branche passen. Wer bei einer Bank oder in einer Kanzlei arbeitet, wird also keine rutschfesten Turnschuhe etc. tragen können. Auch Pumps sind jedoch mit rutschfester Sohle zu haben. Beim Kauf neuer Schuhe fürs Büro solltet ihr euer Augenmerk also nicht nur auf die Optik, sondern besonders auf die Sohle richten.

4.) Angebote des betrieblichen Gesundheitschutzes wahrnehmen 

Unter dem Begriff des betrieblichen Gesundheitsschutzes werden alle Maßnahmen zusammengefasst, die in einem Unternehmen ergriffen werden, um die Gesundheit der Mitarbeiter zu schützen. Der betriebliche Gesundheitsschutz umfasst daher in vielen Unternehmen auch präventive Aktionen, wie etwa betriebliche Sportangebote (z.B. Yoga, Wirbelsäulengymnastik etc.). Diese Angebote sollte man durchaus wahrnehmen. Schließlich trägt Sport allgemein zur Gesundheit bei. Vor allem bei Bürojobs, die überwiegend im Sitzen (also am Schreibtisch) ausgeübt werden, sollten Arbeitnehmer betriebliche Sportangebote wie etwa Wirbelsäulengymnastik aktiv nutzen. Durch solche präventiven Maßnahmen, die auf die jeweiligen Bedürfnisse der Mitarbeiter abgestimmt sind, lässt sich die Gesundheit nämlich nachhaltig stärken.

5.) Arbeitsmedizinische Vorsorge wahrnehmen 

Bleiben wir beim Thema Gesundheit. Neben der Wahrnehmung betrieblicher Angebote zum Gesundheitsschutz sollten Arbeitnehmer unbedingt auch die arbeitsmedizinische Vorsorge in Anspruch nehmen, die normalerweise (und bestenfalls regelmäßig) vom zuständigen Betriebsarzt durchgeführt wird. Durch die Teilnahme an diesen arbeitsmedizinischen Vorsorgeuntersuchungen können arbeitsbedingte Schädigungen frühzeitig festgestellt und entsprechend behandelt werden. Solche arbeitsmedizinischen Vorsorgeuntersuchungen sind also keinesfalls Schikane, sondern durchaus sinnvoll. Daher sollte man sie auch nicht einfach nur über sich ergehen lassen, sondern wirklich ernsthaft mitwirken und dem Betriebsarzt potenzielle Beschwerden schildern.

6.) Arbeitsplatz ergonomisch gestalten

Apropos gesundheitliche Beschwerden. Um etwa Rückenproblemen entgegenzuwirken oder gar vorzubeugen, sollte der Arbeitsplatz ergonomisch gestaltet sein. Vor allem bei Tätigkeiten, die überwiegend im Sitzen ausgeübt werden, belastet die statische Körperhaltung Muskulatur und Wirbelsäule nämlich enorm. Kein Wunder also, dass laut DAK-Gesundheitsreport Rückenbeschwerden die Volkskrankheit Nummer 1 bilden.

Dabei ist hier ganz leicht Abhilfe zu schaffen. Ergonomisch gut gestaltete Arbeitsstühle und höhenvariable Arbeitsplätze bescheren jedem Arbeitnehmer eine optimale Sitzhaltung. Es empfiehlt sich also, die Anschaffung solcher Arbeitsplätze beim Arbeitgeber anzuregen. Schließlich liegt die Gesundheit der Mitarbeiter auch in seinem Interesse. Denn: leistungsstarke Büro-Einrichtungen gewährleisten den vorbeugenden Gesundheitsschutz und reduzieren somit Krankheits- und Krankheitsfolgekosten. Eine Liste mit hilfreichen Tipps findest du hier.

7.) Für Tageslicht am Arbeitsplatz sorgen

Auch die Lichtverhältnisse am Arbeitsplatz sollten stimmen. Denn: Die Lichtzufuhr beeinflusst nicht nur unser Wohlbefinden, die Farbtemperatur beeinträchtigt auch unsere Leistungskurve maßgeblich. Es empfiehlt sich daher im Büro auf Lichtfarben zu setzen, die dem Tageslicht entsprechen. Vollspektrumlampen, die das Tageslicht simulieren, sind hierbei besonders zu empfehlen. Verschiedene Studien belegen, dass das Licht der Vollspektrumlampen zum einen die Konzentrationsfähigkeit steigert und zum anderen sogar den Krankenstand verringern kann.

Tipp: Am besten funktioniert eine solche „Lichtdusche“ natürlich im Freien. Wann immer es geht, sollte man daher das Büro verlassen und kurz nach draußen gehen. Nicht nur, dass Tageslicht dem Körper das Signal für Aktivität gibt, es hebt zugleich die Stimmung!

8.) Richtig lüften

Der Gang nach draußen ist natürlich nicht immer möglich. Daher sollte man unbedingt richtig lüften und somit auch im Büro für eine ausreichende Sauerstoffzufuhr sorgen. Experten empfehlen Stoßlüftungen. Wer drei- bis viermal täglich für zehn Minuten richtig durchlüftet, sorgt nicht nur für bessere Stimmung und ein freies Näschen, sondern reduziert auch noch potenziell angreifende Bakterien und Viren enorm. Richtiges Lüften trägt also ebenfalls einen Teil zur Prävention und Gesundheitsförderung bei.

9.) Auf Bewegung achten

Bewegung ist wichtig. Gerade bei Bürojobs ist es jedoch oftmals nicht möglich, zwischendurch nach draußen zu gehen und sich ein wenig die Füße zu vertreten. Experten empfehlen daher, zumindest drinnen für ausreichend Bewegung zu sorgen. Wer z.B. immer die Treppe statt den Fahrstuhl nimmt, bringt den Kreislauf in Schwung. Wichtig: trittsichere und rutschfeste Schuhe tragen (nur noch mal zur Erinnerung 😉 ).

Bewegung ist auch deshalb wichtig, da die Konzentrationsfähigkeit bereits nach mehreren Stunden Sitzen enorm leidet. Außerdem beeinträchtigt Bewegungsarmut die körperliche und geistige Dynamik, reduziert die Muskelaktivität und die Blutzirkulation. Daher sollte man sich im Büro am besten grundsätzlich angewöhnen, jede Gelegenheit zum Aufstehen zu nutzen. Zu Mitarbeitern ins Büro zu gehen, anstatt anzurufen oder den Drucker extra weit entfernt aufzustellen, sind z.B. kleine Tricks die zum Aufstehen und Bewegen animieren.

10.) Bildschirmarbeitsplätze optimal gestalten

Bei Bildschirmarbeitsplätzen sollten ebenfalls besondere Vorsichtsmaßnahmen ergriffen werden. Denn: Direkt- und Reflexblendungen bei der Bildschirmarbeit gefährden unter Umständen die Sehkraft des Menschen. Daher ist eine blendfreie Aufstellung der Bildschirme unbedingt erforderlich. Zur Vermeidung psychischer Belastungen ist zudem eine ergonomische Gestaltung der Software (Benutzerfreundlichkeit, Fehlerrobustheit etc.) wichtig.

Die Anforderungen an einen Bildschirmarbeitsplatz und dessen Gestaltung sind insgesamt äußerst komplex und betreffen neben Bildschirm, Tastatur und Maus auch andere Arbeitsgeräte sowie Tisch und Stuhl. Wie genau Bildschirmarbeitsplätze aussehen müssen, bestimmen hierbei die Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV) und andere relevante Regelwerke, die sich auf arbeitswissenschaftliche und bürofachliche Erkenntnisse stützen.

Auch Pausenregelungen trifft die ArbStättV. Die tägliche Arbeit an Bildschirmgeräten sollte demnach in regelmäßigen Abständen entweder durch Pausen oder durch andere Tätigkeiten unterbrochen werden, um so die Belastung der Bildschirmarbeit zu verringern. Diese Pausen sollte man der Gesundheit zuliebe auch tatsächlich einhalten.

Zur arbeitsmedizinischen Vorsorge haben Arbeitnehmer übrigens ein Recht auf eine Sehhilfe für die Bildschirmarbeit, sofern bei einer arbeitsvorsorglichen Untersuchung Sehbeschwerden festgestellt wurden und gewöhnliche (schon vorhandene) Sehhilfen dafür nicht ausreichen. In diesem Fall muss der Arbeitgeber für die entsprechende Sehhilfe aufkommen. Und den Nutzen einer speziellen Sehhilfe für die Bildschirmarbeit sollte man nicht unterschätzen. Experten raten in der Tat dazu, bei Sehbeschwerden keine gewöhnliche Sehhilfe zu verwenden.

Welche Brille für die Bildschirmarbeit zu eurer Persönlichkeit passt, könnt ihr hier nachlesen. 

11.) Pausen einhalten

Generell sind Pausen und die Art der Pausengestaltung wichtig für die Gesundheit. Auskunft darüber, welche Pausen Arbeitnehmern zustehen, gibt das sogenannte Arbeitszeitgesetz (ArbZG). In diesem Arbeitszeitgesetz werden die Arbeitszeiten und somit auch die Arbeitspausen klar geregelt.

Grundsätzlich sind die gesetzlichen Regelungen zu den Pausenzeiten neben den rechtlich geregelten Höchstarbeitszeiten ein (in der Regel) wirkungsvolles Instrument, um Mitarbeiter vor Überanstrengungen und unbezahlter Mehrarbeit zu schützen. Vorausgesetzt man hält sich auch an die Regelungen des Arbeitszeitgesetzes. Und das sollte man! Denn kein Mensch kann acht Stunden am Stück ohne Pause durcharbeiten. Zumindest nicht ohne deutliche Leistungseinbußen. Und abgesehen davon gefährdet man durch pausenloses Arbeiten auf Dauer die Gesundheit.

Hält sich ein Unternehmen nicht an die vorgeschriebenen Pausenregelungen, ist das ein Verstoß gegen das Arbeitszeitgesetz. Arbeitnehmer sollten sich in diesem Fall unbedingt an den Betriebsrat wenden oder – falls dies ebenso erfolglos bleibt wie eine Beschwerde beim Arbeitgeber – gegebenenfalls die Aufsichtsbehörde einschalten. Andernfalls geht das pausenlose Arbeiten irgendwann tatsächlich auf Kosten der Gesundheit.

12.) Persönlichen Biorhythmus finden

Um gesundheitliche Beschwerden zu vermeiden, sollten nicht nur die Pausenregelungen eingehalten werden. Es empfiehlt sich, den persönlichen Biorhythmus zu finden. Wer seinen persönlichen Biorhythmus kennt, kann schließlich den Arbeitstag ideal gestalten und erleichtert sich die tägliche Arbeit enorm.

Da kein Mensch diesbezüglich exakt wie der andere tickt, lassen sich keine generellen Aussagen über den Biorhythmus treffen. Wissenschaftliche Studien weisen jedoch gewisse Tendenzen auf. So liegen bei den meisten Menschen die Leistungshoch-Phasen am Vormittag und am späten Nachmittag. Diese Zeiten eignen sich demzufolge bei vielen am besten, um schwierige Aufgaben zu bewältigen. Größere, zeitintensivere Arbeiten sollte man daher gezielt auf diese Leistungshoch-Phasen legen.

Wer seinen persönlichen Biorhythmus und die Leistungshoch-Phasen kennt und die Arbeit dementsprechend einteilt, ist in der Lage seine Leistung, Kreativität und Produktivität deutlich zu verbessern und somit eine größere Zufriedenheit und mehr Wohlbefinden zu verspüren. Stress kommt hierbei bestenfalls gar nicht erst auf – und das wirkt sich natürlich positiv auf die Gesundheit aus. Der individuelle Arbeitsplan sollte sich daher bestenfalls in erster Linie am persönlichen Biorhythmus orientieren.

Um den persönlichen Biorhythmus zu ermitteln, sollte man die eigene natürliche Leistungskurve genau beobachten. Es gilt regelmäßig zu notieren, wann man gähnen muss, Hunger verspürt oder Unruhe. Nach einigen Tagen der Beobachtung lassen sich bestimmte Parallelen feststellen. Denn solche durch Gähnen, Hunger oder Unruhe erkennbaren Tiefphasen stellen sich in der Regel immer zur gleichen Uhrzeit ein. Wer gleichzeitig mehrere Tage notiert, wann er gute Arbeitsphasen und gute Gedanken hatte, erkennt auch hier gewisse Regelmäßigkeiten und kann die persönlichen Leistungshoch-Phasen ermitteln. Wer für jeden Tag zur jeweiligen Uhrzeit die gefühlte Leistungsfähigkeit in eine Tabelle einträgt, findet schnell heraus, wann er am produktivsten ist – und wann nicht.

Den persönlichen Biorhythmus zu ermitteln, steigert nicht nur die Produktivität auf der Arbeit, sondern trägt auch zu einem besseren Wohlbefinden respektive zur Gesundheit bei.

13.) Auf Handhygiene achten 

Und last but not least möchten wir euch noch die wohl einfachste Maßnahme zum Arbeitsschutz nennen: Handhygiene! Eigentlich selbstverständlich, allerdings leider dennoch für einige Mitarbeiter keine Selbstverständlichkeit. Um sich also vor einer Ansteckung mit übertragbaren Krankheiten zu schützen, sollte man stets Wert auf eine ausreichende Handhygiene und richtiges Händewaschen legen.

In vielen Büros stellen Arbeitgeber medizinische Desinfektionsmittel zur Verfügung – sowohl für die Hände als auch zur Reinigung des eigenen Arbeitsplatzes. Sollte dies beim eigenen Arbeitgeber nicht gegeben sein, ist es durchaus legitim die Anschaffung solcher Desinfektionsmittel anzuregen. Vor allem die Erkältungszeit bietet hierfür ideale Gelegenheit, schließlich wiegen die Argumente für die Anschaffung von Desinfektionsmitteln in diesem Zeitraum besonders schwer 😉

Fazit

Arbeitgeber und Arbeitnehmer tragen gleichermaßen Verantwortung für die Arbeitssicherheit und den Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz. Auch als Arbeitnehmer kann man einige vorbeugende, sicherheitstechnische Maßnahmen treffen und Prävention in Sachen Gesundheit betreiben.

Wer Bedenken bezüglich der Arbeitssicherheit eines Betriebes hat, sollte diese unbedingt äußern. Das gilt auch, falls bereits erste gesundheitliche Beschwerden auftreten, die z.B. im Zusammenhang mit einem unzulänglich eingerichteten Arbeitsplatz etc. stehen könnten. Im gemeinsamen Dialog lassen sich schließlich die besten Lösungen und Präventionsmaßnahmen finden. Wird man beispielsweise permanent von Rückenschmerzen geplagt, kann womöglich ein neuer Stuhl Abhilfe schaffen etc.

Grundsätzlich gibt es für alles eine Lösung. Daher sprecht die Dinge an, die euch stören: Es geht um eure Sicherheit und eure Gesundheit!


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