Elevator Pitch: Wie du in wenigen Minuten jemanden von dir und deinen Ideen überzeugen kannst

Es fällt dir schwer, dir bei deinen Kollegen Gehör zu verschaffen? Dabei hast du eigentlich hervorragende Ideen? Auch bei Vorstellungsgesprächen oder Terminen mit potenziellen Geschäftspartnern will es dir einfach nicht so recht gelingen, dich gut zu verkaufen? Nun, dann solltest du unbedingt weiterlesen. Wir verraten dir, wie du mit Hilfe der Elevator-Pitch-Methode in wenigen Minuten jemanden von dir und deinen Ideen überzeugen kannst!

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Elevator Pitch ist eine Art Kurzpräsentation
  • Ihren Namen verdankt diese Form der Präsentation der Tatsache, dass sie in ihrer Dauer nur circa so lange benötigt, wie eine Aufzugfahrt
  • Bei einem Elevator Pitch gilt es also, andere in wenigen Minuten von einem selbst, einer Idee, einem Produkt etc. zu überzeugen
  • Einsatzgebiete der Elevator-Pitch-Methode sind z.B. Karriere- und Jobmessen, Kongresse, Vorstellungsgespräche und Netzwerktreffen
  • Für den Aufbau eines Elevator Pitch eignet sich die klassische AIDA-Formel

Vorwort

Wohl jeder kennt einen dieser begnadeten Menschen, denen es scheinbar mühelos gelingt, andere um den Finger zu wickeln. Ein paar Minuten genügen diesen Menschen, um andere vollends für sich einzunehmen und von Ideen, Projekten etc. zu begeistern. Leider ist jedoch nicht jeder von Natur aus mit einer solchen Strahl- und Überzeugungskraft gesegnet. Im Gegenteil. Daher sind es bei Meetings, Brainstormingsitzungen, Teamarbeiten etc. eben auch stets dieselben Mitarbeiter, die den Ton an- und die Marschrichtung vorgeben. Während einige wenige die Sitzungen dominieren, bleiben die Ideen anderer ungehört.

Deine Ideen auch? Nun, das kann auf Dauer ziemlich deprimierend sein. Daher solltest du daran etwas ändern! Die gute Nachricht lautet nämlich: eine gute Selbstpräsentation und Überzeugungskraft lassen sich erlernen. Wer die Kunst des Elevator Pitch beherrscht, hat andere so gut wie in der Tasche.

Der Elevator Pitch: Definition, Einsatzgebiete, Anleitung

Wer sich und seine Ideen nicht richtig präsentiert, verliert bereits nach wenigen Minuten die Aufmerksamkeit der Zuhörer. Was im Privatleben bereits ärgerlich genug ist, kann einem beruflich schon mal alles verbauen. Denn während man z.B. nach einem fehlgeschlagenen Flirtversuch oder einem gescheiterten Smalltalk einfach unauffällig das Weite suchen kann, ist das im Job nicht möglich. Vielmehr bekommt man berufliche Fehltritte immer wieder vor Augen geführt, wenn die Kollegen um einen herum befördert werden, man selbst jedoch scheinbar auf der Stelle tritt. Besonders deprimierend ist dieses auf der Stelle treten, wenn man eigentlich das Zeug dazu hätte, die Karriereleiter zu erklimmen, es einem an hervorragenden Ideen nicht mangelt. Die beste Idee nutzt jedoch nichts, wenn sie immer und immer wieder ungehört bleibt.

Wer nicht über eine gute Selbstpräsentation und genügend Überzeugungskraft verfügt, kann sich dem Chef im Vorfeld geplanter Beförderungen nun einmal nicht ins Gedächtnis rufen. Und so kommt es vor, dass der eigentlich weniger qualifizierte Kollege die Beförderung erhält, da er die Kunst der Selbstpräsentation beherrscht – man selbst aber eben nicht.

Um ein solches Szenario zu vermeiden, sollte man natürlich an der eigenen Präsentation arbeiten. Und dabei hilft der Elevator Pitch.

Definition:

Der Elevator Pitch (auf Deutsch „Aufzugspräsentation“) ist eine Art Kurzvorstellung. Wie der Name bereits vermuten lässt, dauert diese Form der Präsentation nur circa so lange wie eine Aufzugfahrt. Es gilt also, andere in wenigen Minuten von einem selbst, einer Idee etc. zu überzeugen.

Ursprünglich stammt die Methode des Elevator Pitch von amerikanischen Vertrieblern, die sich vornahmen, Kunden während der Dauer einer Aufzugfahrt von ihren Qualitäten und Ideen zu überzeugen. Da Aufzugfahrten selten länger als 60 Sekunden bis maximal zwei Minuten dauerten, mussten alle relevanten Informationen in dieses Zeitfenster passen. Ziel des Elevator Pitch war es also, durch eine Art Kurzvorstellung Begeisterung für eine Idee, ein Projekt etc. zu wecken.

Heutzutage werden solche Kurzpräsentationen natürlich eher selten im Aufzug vorgetragen. Dennoch nutzt man die Methode des Elevator Pitch immer noch rege, um Gesprächspartner, Kollegen, den Vorgesetzten oder potenzielle neue Arbeitgeber von der eigenen Person oder Idee zu überzeugen.

Einsatzgebiete:

Grundsätzlich kann der Elevator Pitch überall zum Einsatz kommen, wo man auf Menschen trifft, die einen beruflich voranbringen könnten, man jedoch nur wenige Minuten Gelegenheit hat, diese Personen von den eigenen Fähigkeiten, Ideen, Projekten etc. zu überzeugen. Einsatzgebiete für den Elevator Pitch sind also z.B.:

  • Karriere- und Jobmessen
  • Kongresse
  • Geschäftstelefonate
  • Kundenakquise
  • Vorstellungsgespräche
  • Netzwerktreffen

Natürlich haben Jobsuchende, Verkäufer, Geschäftsgründer etc. verschiedene Ziele, die grundlegenden Elemente für einen effektiven Elevator Pitch sind sich jedoch bei allen Einsatzgebieten erstaunlich ähnlich. Wie ein Elevator Pitch im Idealfall aufgebaut sein sollte, möchten wir euch im Folgenden einmal konkret erläutern.

Anleitung:

Für den Aufbau des Elevator Pitch eignet sich die klassische AIDA-Formel:

  1. Attention (Aufmerksamkeit erzeugen und Angebot nennen): Was bietet man Neues?
  2. Interest (Interesse wecken): Was unterscheidet einen von anderen?
  3. Desire (Verlangen auslösen und Nutzen darlegen): Wie profitiert der Adressat davon?
  4. Action (Handlung provozieren, Appell aussprechen): Wieso sollte man jetzt zugreifen und das Angebot annehmen?

Bestenfalls ergänzt man diese klassische AIDA-Formel noch durch den Punkt Motivation. Es sollte also deutlich werden, weswegen man gerade dem Gesprächspartner dieses Angebot macht.

Aber wie schafft man es, all diese Informationen in wenigen Minuten unterzubringen? Die Antwort lautet: Eine gute Vorbereitung ist das A und O eines Elevator Pitch.

So bereitet man sich ideal in 10 Schritten auf einen Elevator Pitch vor:

Schritt 1: Einstieg überlegen

Der erste Satz muss Neugier und Interesse wecken. Andernfalls verliert man die Aufmerksamkeit des Gegenübers, noch bevor man sie überhaupt richtig innehatte. Als Einstieg empfehlen sich daher eine Frage (denn darauf muss der andere reagieren), eine These oder ein interessanter Fakt.

Wichtig: Immer Blickkontakt halten! So strahlt man Selbstbewusstsein aus.

Schritt 2: Inhalte priorisieren

Die Kunst des Elevator Pitch besteht darin, nicht zu weit auszuholen, sondern direkt auf den Punkt zu kommen. Schließlich hat man nur wenige Minuten Zeit. Man sollte also ein bis zwei Sätze vorbereiten (und bestenfalls immer parat haben), die den eigenen Werdegang oder die Idee zusammenfassen.

Schritt 3: Besonderheit herausstellen

Um wirklich das Interesse des anderen zu wecken, gilt es beim Elevator Pitch in nur wenigen Stichpunkten darzulegen, was einen von der Masse abhebt.

Schritt 4: Auf Gegenüber eingehen

Die höchste Kunst des Elevator Pitch ist es, direkt auf den Zuhörer einzugehen. Es gilt also genau die Themen anzusprechen, die für den Zuhörer Relevanz haben.

Schritt 5: Verständlich ausdrücken

Auch wenn die Zeit drängt, sollte man sich verständlich ausdrücken und nicht mit Fachjargon um sich werfen oder den Zuhörer mit Fakten überrollen.

Tipp: Es empfiehlt sich, vorher den Großmuttertest anzuwenden, also sich selbst zu fragen, ob die eigene Großmutter verstehen würde, wovon man spricht.

Schritt 6: Begeisterung zeigen

Begeisterung ist ansteckend. Daher sollte man die eigene Begeisterung für ein Projekt, eine Idee, den potenziellen neuen Arbeitgeber auch glaubwürdig rüberbringen. Es gilt also zu zeigen, dass man für das, was man tut, brennt.

Schritt 7: Authentisch sein

Eine Grundregel beim Elevator Pitch lautet: authentisch sein. Der Vortrag sollte niemals gekünstelt wirken, sonst springt der sprichwörtliche Funke sicher nicht über. Es gilt also, sich nicht zu verstellen und den Vortrag der eigenen Persönlichkeit anzupassen. Wer z.B. humorvoll ist, sollte ruhig auch beim Elevator Pitch auf Humor setzen, wer eher ein sachlicher Mensch ist, sollte den Vortrag hingegen auch sachlich halten.

Schritt 8: Nicht monologisieren

Ein Elevator Pitch sollte kein Monolog sein. Vielmehr sollte man dem Gegenüber stets die Möglichkeit bieten, sich einzuklinken.

Schritt 9: Mit einem Call to Action enden

Einen Elevator Pitch sollte man idealerweise mit einer Aufforderung abschließen und den Zuhörer dazu animieren, sich der Idee, dem Projekt etc. anzuschließen und mitzumachen.

Schritt 10: In Kontakt bleiben

Am Ende des kurzen Gesprächs sollte man dem Gegenüber eine Visitenkarte überreichen, um in Kontakt zu bleiben.

Tipp: Wer den Elevator Pitch nutzt, um sich und die eigenen Fähigkeiten auf einer Jobmesse zu präsentieren, sollte den potenziellen neuen Arbeitgebern anstelle einer Visitenkarte einen Bewerbungsflyer aushändigen. So bleibt man garantiert in Erinnerung.

Die häufigsten Fehler bei einem Elevator Pitch

  • Es findet keine Vorbereitung statt, man versucht die eigene Person, Idee etc. aus dem Stegreif zu präsentieren
  • Man packt zu viele Informationen in den Elevator Pitch, wodurch die Aufmerksamkeit für das Wesentliche verloren geht
  • Es wird zu viel und zu ausführlich erzählt und nicht strukturiert und fokussiert genug
  • Man improvisiert zu stark, wenn der Gesprächspartner anders reagiert als erhofft, verliert dadurch den roten Faden und gerät ins Stottern

Hilfreiche Tipps

Bei einem Elevator Pitch gilt es also, klare und verständliche Aussagen zu treffen. Da es jedoch nicht leicht ist, den eigenen Werdegang, die eigenen Ideen etc. in wenigen Sätzen wiederzugeben, haben wir im Folgenden noch ein paar hilfreiche Tipps für euch:

  • Nutzt für euren Elevator Pitch kurze Sätze
  • Verwendet einsilbige Wörter und aktive Verben
  • Vermeidet den Konjunktiv, denn der wirkt wenig überzeugend
  • Nutzt Emotionen
  • Verwendet bildhafte Sprache, denn so erzeugt ihr ein gutes Gefühle bei eurem Gegenüber
  • Seid auch mit eurer Stimme und Körpersprache überzeugend

Fazit

Wie heißt es so schön: Für den ersten Eindruck gibt es keine zweite Chance. Das gilt besonders für einen Elevator Pitch. Daher sollte ein guter und gelungener Elevator Pitch auch nicht wie auswendig gelernt klingen, sondern in sich variabel sein und Spielraum zum „Freestylen“ lassen. Je nach Anlass und je nach Gegenüber sollte sich der Elevator Pitch auch spontan anpassen lassen.

Wer die hohe Kunst versteht, sich in wenigen Sätzen vorzustellen, die eigenen Kompetenzen anzupreisen und rüberzubringen, was man selbst für sein Gegenüber leisten kann, braucht sich um die Karriere keine Sorgen zu machen.


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