Studium bei der Bundeswehr: Voraussetzungen, Vor- und Nachteile

Ein Studium bei der Bundeswehr ist sicherlich nichts für jedermann. Die Vorstellung, vor dem Studium eine Grundausbildung zu absolvieren, in erster Linie Soldat zu sein, sich für viele Jahre bei der Bundeswehr zu verpflichten und ggf. auch bei Auslandseinsätzen herangezogen zu werden, schreckt viele ab. Dennoch bietet ein Bundeswehrstudium zahlreiche Vorteile für Studierende, die nicht von der Hand zu weisen sind – und die das Studium an einer Bundeswehr-Universität eben doch überaus attraktiv machen. Welche Vorteile das sind und welche Nachteile diesen Vorteilen gegenüberstehen, das werden wir im Folgenden einmal erörtern.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Bundeswehr verfügt über zwei eigene Hochschulen in Hamburg und München
  • Das Studienangebot bei der Bundeswehr umfasst derzeit mehr als 60 Studiengänge
  • Um bei der Bundeswehr zu studieren, müssen sich Studenten für eine längere Zeit verpflichten (in der Regel 13 Jahre)
  • Vor dem Studium ist eine Grundausbildung zu absolvieren
  • Während der Studienzeit erhalten Bundeswehrstudenten ihr volles Gehalt (dem Dienstgrad entsprechend)
  • Das Bundeswehrstudium ist in Trimester gegliedert, wodurch sich eine kurze Studienzeit ergibt
  • Bachelor- und Masterabschlüsse sind möglich
  • Das Bundeswehrstudium ist ein vollwertiges akademisches Studium, das auch außerhalb der Bundeswehr anerkannt wird

Welche Perspektive bietet ein Studium bei der Bundeswehr?

Grundsätzlich kann im Rahmen eines Bundeswehrstudiums eine militärische und eine zivile Laufbahn eingeschlagen werden. Eine militärische Laufbahn in Form einer Offizierskarriere bildet jedoch die Regel. Ein ziviles Studium hingegen ist an bestimmte Voraussetzungen gebunden.

Offizierslaufbahn

Ein Studium bei der Bundeswehr verfolgt in erster Linie das Ziel, die Studierenden auf eine Führungsrolle in der Truppe vorzubereiten. Als Student hat man bei der Bundeswehr daher zunächst einmal die Chance auf eine erfolgreiche Offizierskarriere.

Gleichzeitig bereitet das Bundeswehrstudium Studierende jedoch auch auf ein ziviles Arbeitsleben nach der Bundeswehrlaufbahn vor. Denn selbstverständlich handelt es sich bei einem Bundeswehrstudium um ein vollwertiges akademisches Studium, das auch außerhalb der Bundeswehr anerkannt wird. Mehr noch: Absolventen der Bundeswehr-Hochschulen haben auf dem zivilen Arbeitsmarkt einen hervorragenden Ruf und dementsprechend glänzende Jobperspektiven. Ein Studium bei der Bundeswehr bietet daher auch außerhalb der Bundeswehr hervorragende Karrierechancen.

Ziviles Studium

Auch ein ziviles Studium ist bei der Bundeswehr möglich. Wer keine Offizierslaufbahn anstrebt, sondern einfach nur gerne die Vorzüge des Bundeswehrstudiums genießen möchte, der hat die Möglichkeit als sogenannter Industriestipendiat sein Studium an einer Bundeswehr-Universität anzutreten. Industriestipendiaten sind Studierende aus bundeswehrnahen Industrie- und Wirtschaftsunternehmen, die von eben diesen Unternehmen an die Universität entsandt werden. Ein Industriestipendium ist also die Voraussetzung, um als Zivilist ein Studium an einer der beiden Bundeswehr-Hochschulen absolvieren zu können. Ob und wie viele Zivilisten als Industriestipendiaten an den Bundeswehr-Hochschulen studieren können, hängt jedoch immer von den verfügbaren Kapazitäten an den Fakultäten ab.

Bei einem zivilen Bundeswehrstudium handelt es sich also um ein duales Studium. Die Industriestipendiaten vertiefen das im Studium theoretisch erlernte Fachwissen daher während der vorlesungsfreien Zeiten bei Projekten und Tätigkeiten im jeweiligen Industrie- und Wirtschaftsunternehmen, das das Studium finanziert.

Welche Bundeswehr-Hochschulen gibt es?

Die Bundeswehr verfügt über zwei eigene Universitäten an den Standorten Hamburg und München. An der Helmut-Schmidt-Universität in Hamburg studieren derzeit rund 2.500 Studenten, die Universität der Bundeswehr München zählt aktuell etwa 3.000 Studierende. Die Universität der Bundeswehr in München ist insgesamt also etwas größer als die Helmut-Schmidt-Universität und verfügt über einen integrierten Fachhochschulbereich.

An den Bundeswehr-Hochschulen kann in der Regel nur in Verbindung mit der Offiziersausbildung studiert werden. Die Ausnahme: Als Industriestipendiaten haben auch Zivilisten die Möglichkeit, sich an einer der beiden Universitäten einzuschreiben und von den besonders guten Bedingungen an den Bundeswehr-Hochschulen zu profitieren.

Darüber hinaus kooperiert die Bundeswehr aber auch mit mehreren staatlichen Hochschulen im Land. Medizinische Studiengänge beispielsweise werden auch im Rahmen eines Bundeswehrstudiums stets an öffentlichen Hochschulen absolviert.

Die Abschlüsse der Universitäten der Bundeswehr in Hamburg und München sind selbstverständlich voll anerkannt und den Abschlüssen an öffentlichen Hochschulen gleichwertig. Schließlich studiert man auch bei der Bundeswehr nach staatlichem Hochschulrecht, wie es der Gesetzgeber für alle Universitäten einheitlich regelt. Studenten benötigen also dieselbe Anzahl an sogenannten Credit Points oder Leistungspunkten wie bei einem Abschluss an anderen Hochschulen.

Auch Promotionen sind an beiden Bundeswehr-Hochschulen möglich. Beide Universitäten verfügen über das Promotions– und Habilitationsrecht.

Welche Studiengänge bieten die Bundeswehr-Hochschulen an?

Es versteht sich von selbst, dass die beiden Bundeswehr-Hochschulen ihr Studienangebot in erster Linie am fachlichen Bedarf der Streitkräfte ausrichten. Schließlich ist das erklärte Ziel eines Bundeswehrstudiums, die Absolventen auch studiennah einzusetzen. Studiengänge werden daher nach dem aktuellen Bedarf an Streitkräften zur Verfügung gestellt. Es kann also sein, dass ein bestimmter Studiengang derzeit nicht angeboten wird, in einem Jahr aber wieder zur Verfügung steht.

Neben diversen Studiengängen aus dem Bereich der Ingenieurswissenschaften (z.B. Maschinenbau oder Elektrotechnik), können Studenten an den Bundeswehr-Universitäten auch wirtschaftsorientierte Studiengänge (z.B. Wirtschaftsingenieurwesen, VWL oder BWL) sowie Sozial- und Geisteswissenschaften (z.B. Psychologie, Geschichte oder Politikwissenschaft) studieren. Ergänzt werden diese zudem durch das Studium der Medizin, der Veterinärmedizin, der Pharmazie und des internationalen Logistikmanagements.

Wer sich für ein Studium bei der Bundeswehr entscheidet, hat also eine große Auswahl an möglichen Studienfächern.

Studienangebot der Bundeswehr-Universität Hamburg:

An der Helmut-Schmidt-Universität können im Bereich Technikwissenschaften folgende Studiengänge belegt werden:

  • Bauingenieurwesen (B.Sc. und M.Sc.)
  • Elektrotechnik und Informationstechnik (B. Sc.)
  • Elektrische Energietechnik (M. Sc.)
  • Erneuerbare Energien und intelligente Netze (M. Sc.)
  • Informatik-Ingenieurwesen (M. Sc.)
  • Informationstechnik (M. Sc.)
  • Engineering Science (B. Sc.)
  • Engineering Science: Defence Systems (M. Sc.)
  • Maschinenbau (B. Sc.)
  • Energie- und Umwelttechnik (M. Sc.)
  • Fahrzeugtechnik (M. Sc.)
  • Mechatronik (M. Sc.)
  • Produktentstehung und Logistik (M. Sc.)
  • Wirtschaftsingenieurwesen (B. Sc./M. Sc.)

Im Bereich Geisteswissenschaften werden folgende Studiengänge angeboten:

  • Geschichtswissenschaft (B. A./M. A.)
  • Psychologie (B. Sc./M. Sc.)

Der Bereich Wirtschaftswissenschaften umfasst folgende Studienfächer:

  • Betriebswirtschaftslehre (B. Sc./M. Sc.)
  • Volkswirtschaftslehre (B. Sc./M. Sc.)

Im sozialwissenschaftlichen Bereich werden folgende Studiengänge angeboten:

  • Bildungs- und Erziehungswissenschaft (B. A./M. A.)
  • Politikwissenschaft (B. A.)
  • Internationale Beziehungen (M. A.)
  • Vergleichende Demokratieforschung (M. A.)

Studienangebot der Bundeswehr-Universität München:

An der Universität der Bundeswehr München können im universitären Bereich folgende Studienfächer studiert werden:

  • Bauingenieurwesen und Umweltwissenschaften (B.Sc. und M.Sc.)
  • Bildungswissenschaft, insbesondere interkulturelle, Medien- und Erwachsenenbildung (B.A. und M.A.)
  • Cyber Sicherheit (M.Sc.)
  • Elektrotechnik und Informationstechnik (B.Sc. und M.Sc.)
  • Informatik (B.Sc. und M.Sc.)
  • Intelligence and Security Studies (M.A. oder M.Sc.) – ab Januar 2019
  • Luft- und Raumfahrttechnik (B.Sc. und M.Sc.)
  • Mathematical Engineering (B.Sc. und M.Sc.)
  • Psychologie (B.Sc. und M.Sc.)
  • Sportwissenschaft (B.Sc. und M.Sc.)
  • Staats- und Sozialwissenschaften (B.A. und M.A.)
  • Wirtschaftsinformatik (B.Sc. und M.Sc.)
  • Wirtschafts- und Organisationswissenschaften (B.Sc. und M.Sc.)

Im Hochschulbereich für angewandte Wissenschaften werden folgende Studiengänge angeboten:

  • Aeronautical Engineering (B.Eng.)
  • Computer Aided Engineering (M.Eng.)
  • Management und Medien (B.A. und M.A.)
  • Maschinenbau (B.Eng.)
  • Technische Informatik und Kommunikationstechnik (B.Eng.)
  • Wehrtechnik (B.Eng.)

Und im Bereich Weiterbildung können folgende Studiengänge belegt werden.

  • International Management (MBA)
  • International Security Studies (M.A.)
  • Personalentwicklung (M.A.)
  • Public Management (MBA)
  • Systems Engineering (M.Sc.)
  • Wirtschaftsingenieurwesen (B.Eng.)

Weitere Studienangebote an Kooperationsuniversitäten:

Medizinische Studiengänge werden nicht an den Bundeswehr-Hochschulen studiert, sondern an staatlichen Kooperationsuniversitäten. Offiziersanwärter, die eine medizinische Karriere anstreben, werden daher zum Studium an einer zivilen Universität in der jeweiligen Approbationsrichtung beurlaubt.

Folgende Studienangebote gibt es:

  • Humanmedizin
  • Zahnmedizin
  • Tiermedizin
  • Pharmazie
  • Lebensmittelchemie

Nach Erhalt der Approbation als Arzt, Zahnarzt bzw. Tierarzt erfolgt die Beförderung zum Stabsarzt bzw. Stabsveterinär. Auch eine Beförderung zum Stabsapotheker ist möglich. Diese setzt neben der Approbation als Apotheker jedoch die Anerkennung als staatlich geprüfter Lebensmittelchemiker voraus.

Darüber hinaus werden für Marineoffiziere an Fachhochschulen in Norddeutschland folgende Studiengänge angeboten:

  • Nautik
  • Seeverkehrs- und Hafenwirtschaft
  • Internationales Transportmanagement

In diesen Bereichen stehen jedoch nur wenige Studienplätze zur Verfügung. Die Anzahl der Studienplätze ist immer auch vom Bedarf der Bundeswehr an derart qualifizierten Soldaten abhängig.

Wie ist das Bundeswehrstudium aufgebaut?

Inhaltlich gleicht das Bundeswehrstudium dem Studium an einer staatlichen Universität. Der größte Unterschied besteht darin, dass ein Bundeswehrstudium nicht in Semester, sondern in sogenannte Trimester gegliedert ist. Innerhalb eines Jahres können daher drei Trimestern à drei Monate absolviert werden. Bei einem Studium an einer Landesuniversität sind demgegenüber lediglich zwei Semester möglich. Die restlichen drei Monate des Jahres sind bei einem Bundeswehrstudium vorlesungsfrei. In dieser Zeit können Bundeswehrstudenten ihren 26-tägigen Urlaub nehmen.

Durch die Einteilung des Bundeswehrstudiums in Trimester verkürzt sich die Regelstudienzeit auf 4 Jahre (sieben Trimester für den Bachelor und weitere fünf Trimester für den Master). Zum Vergleich: Die Regelstudienzeit für ein vergleichbares Studium an einer öffentlichen Universität beträgt 5 Jahre.

Der wesentliche Unterschied zu einem Studium an einer zivilen Universität ist also summa summarum die Organisation im Trimester‐Betrieb einhergehend mit einer gestrafften Studien‐ und Prüfungsordnung.

Welche Voraussetzungen gilt es zu erfüllen?

Grundvoraussetzung für ein Studium bei der Bundeswehr ist eine Verpflichtung als Berufssoldat (ausgenommen sind zivile Laufbahnen). Um für ein Bundeswehrstudium zugelassen zu werden, muss man sich also als Soldat auf Zeit bei der Bundeswehr verpflichten (17 Jahre im Sanitätsdienst oder 13 Jahre im Truppendienst).

Des Weiteren müssen angehende Bewerber das Auswahlverfahren der Bundeswehr für Offiziere überstehen. Und das hat es in sich: Bewerber müssen ein Assessment-Center durchlaufen, das je nach Studiengang aus schriftlichen und praktischen Einstellungstests, einem Fitness- und Computertest, einer ärztlichen Untersuchung sowie aus einem Kurzvortrag oder einem Auswahlgespräch bestehen kann. Die kognitiven Fähigkeiten und das Vermögen der Bewerber, sich mit komplexen Sachverhalten zu arrangieren, werden hierbei gleichermaßen auf die Probe gestellt. Neben der körperlichen Eignung werden im Rahmen dieses Assessment-Centers also auch die psychische und die charakterliche Eignung getestet. Eine stabile Persönlichkeit und ein hohes Maß an Verantwortungsbewusstsein sind unabdingbare Voraussetzungen für den Offiziersberuf.

Die zwei bis drei Tage dauernden Tests finden in der Offizierbewerberprüfzentrale (OPZ) in Köln statt. Einen ersten Eindruck darüber, welche Fragen etc. bei einem Assessment-Center auf die Bewerber warten, bietet der Assessment-Trainer der Bundeswehr.

Abgesehen davon ist – wie bei einem klassischen Studium – natürlich die Allgemeine Hochschulreife erforderlich, um das Studium an einer Bundeswehr-Universität antreten zu können. Für einen Fachhochschulgang hingegen genügt die Fachhochschulreife.

Zudem müssen Bewerber die deutsche Staatsbürgerschaft besitzen und zwischen 17 und 29 Jahre alt sein. Einen klassischen Numerus Clausus gibt es hingegen nicht.

Das Studium beginnt dann – je nachdem ob man sich für das Heer, die Marine oder die  Luftwaffe entschieden hat – nach 15 Monaten, spätestens aber nach 39 Monaten. Die militärische Ausbildung erfolgt also vor dem Studium. Nur wer die militärische Ausbildung erfolgreich beendet, kann das Studium antreten.

Welche Vorteile bietet ein Studium bei der Bundeswehr?

Auch wenn sich ein Bundeswehrstudium stark am Ablauf und der Organisation von anderen Hochschulen orientiert, gibt es doch ein paar Besonderheiten, die das Studium an einer Bundeswehr-Universität besonders attraktiv machen. Welche das sind? Das erfahrt ihr jetzt!

✔ Kleingruppenkonzept

Das Studium an einer Bundeswehr-Universität bietet den großen Vorteil, dass der Lehrstoff hauptsächlich in Seminare mit kleinen Gruppen vermittelt wird, wodurch ein intensives und optimiertes Arbeiten möglich ist. Die meisten Lehrveranstaltungen finden in Gruppen mit nicht mehr als 25 Teilnehmenden statt. Überfüllte Vorlesungen, wie sie bei großen staatlichen Universitäten häufig vorkommen, wird man an Bundeswehr-Universitäten nicht vorfinden. Das Kleingruppenkonzept trägt durch optimale Lehr- und Lernbedingungen dazu bei, dass das Studium in der verkürzten Regelstudienzeit zu schaffen ist.

✔ Hervorragende Studienbedingungen

Generell bieten die beiden Bundeswehr-Universitäten in Hamburg und München hervorragende Studienbedingungen. Neben dem bereits erwähnten Kleingruppenkonzept in den Seminaren können sich Studenten über ausreichend Laborplätze sowie exzellent ausgestattete Bibliotheken und ein modernes Equipment freuen.

✔ Überdurchschnittlich gute Betreuung

Damit das Trimestersystem funktioniert und die knappe Regelstudienzeit eingehalten werden kann, ist eine besonders gute personelle und materielle Ausstattung unabdingbar. Es ist daher immer ein Bestreben der Bundeswehr-Universitäten, einen möglichst kleinen Betreuungsschlüssel von Professoren und Studierenden zu gewährleisten. In Hamburg kommen beispielsweise auf einen Professor nur rund 25 Studenten. In öffentlichen Universitäten hingegen müssen sich die Professoren durchaus um drei- oder viermal so viele Studenten kümmern. Das Betreuungsverhältnis ist an Bundeswehr-Universitäten also überdurchschnittlich gut.

✔ Praxisnähe

Des Weiteren legt die Bundeswehr im Gegensatz zu den meisten großen staatlichen Universitäten einen Schwerpunkt auf die Praxisorientierung des Studiums. Diese Praxisnähe kommt den Absolventen natürlich auch in einer späteren zivilen Karriere zugute.

✔ Verkürzte Regelstudienzeit

Im Unterschied zu staatlichen Hochschulen erreichen Studenten an den Bundeswehr-Universitäten aufgrund des Trimester-Konzepts bereits nach vier Jahren ihren Masterabschluss, während an staatlichen Hochschulen fünf Jahre die Regel sind. Der Lehrstoff wird also komprimierter vermittelt. Durch die verkürzte Regelstudienzeit darf man sich also bereits ein Jahr früher über den Abschluss freuen.

✔ Vergütung

Ein besonders großer Vorteil, den das Bundeswehrstudium bietet, ist die Vergütung. Während des Studiums bekommen Offiziersanwärter nämlich auch weiterhin ihr volles Gehalt von der Bundeswehr (entsprechend des Dienstgrades). Als Bundeswehrstudent ist man also finanziell sehr gut abgesichert und daher in der Lage, sich voll auf das Studium konzentrieren zu können. Als Beispiel: Ein Student, der in den letzten Zügen seines Masterstudiums ist, kann bereits Leutnant sein und somit über ein monatliches Einkommen von ca. 2100 Euro netto verfügen. Nicht schlecht, oder!?

✔ Keine Studiengebühren

Ein weiterer Vorteil eines Bundeswehrstudiums ist, dass keine Studiengebühren anfallen. Das Studium an einer Bundeswehr-Universität ist für die Studierenden kostenlos.

✔ Masterstudienplatz sicher

Wohingegen man sich an staatlichen Universitäten nach dem Bachelorabschluss noch um einen Studienplatz für einen anschließenden Masterstudiengang bewerben muss, ist für Studenten an den beiden Bundeswehr-Hochschulen der Masterstudienplatz gesichert. Schließlich ist der Master dort der Regelabschluss. Wer also an einer der beiden Bundeswehr-Universitäten studiert, kann dort definitiv auch seinen Master machen.

✔ Kostenlose Unterkunft

Wer an einer Bundeswehr-Universität studiert und jünger als 25 Jahre ist, wohnt direkt im Wohnheim auf dem Campus – und zwar kostenfrei.

✔ Freie Heilfürsorge: Kostenlose Krankenversicherung

Aufgrund der „freien Heilfürsorge“ entstehen für Bundeswehrstudenten keine Kosten für die Krankenversicherung.

✔ Kurze Wege

Als Bundeswehrstudent lebt und studiert man innerhalb der Liegenschaft. Schließlich handelt es sich bei der Bundeswehr-Universität um eine Campus-Universität. Ein großer Vorteil dabei sind die äußerst kurzen Wege zum Essen in der Mensa, zu den Sporteinrichtungen und zu den Hörsaalgebäuden.

✔ Gemeinschaftsgefühl und Erfahrungsaustausch

Das Zusammenleben auf dem Campus beschert nicht nur kurze Wege, sondern ermöglicht auch das gemeinsame Lernen und den Erfahrungsaustausch mit anderen Kommilitonen und sorgt für ein gutes Gemeinschaftsgefühl.

✔ Gute Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung auf dem Campus

Auch zur Freizeitgestaltung muss man den Campus nicht unbedingt verlassen. Die Bundeswehr-Universitäten bieten alles, was das Herz begehrt. Von diversen Kampfsportarten über Kraftsport, Schwimmhalle mit Sauna bis hin zum Tanzen ist dort in sportlicher Hinsicht alles möglich. Aber auch in sonstiger Hinsicht besteht auf dem Campus die Möglichkeit die Freizeit individuell zu gestalten. Studenten können sich z.B. der Uniband anschließen oder bei der Campus-Zeitschrift mitwirken.

✔ Gesicherter Arbeitsplatz nach dem Studium

Bundeswehr-Universitäten sind sogenannte Bedarfsuniversitäten, d.h. die Bundeswehr bildet hier die Fach- und Führungskräfte aus, die sie in ihren drei Teilstreitkräften Heer, Luftwaffe, Marine und deren militärischen Organisationsbereichen braucht. Wer sich bei der Bundeswehr verpflichtet, darf sich daher nach dem Studium über einen gesicherten Arbeitsplatz freuen.

✔ Vielfältige Möglichkeiten

Dass man sich zu Beginn der Laufbahn als Offizier für (in der Regel) 13 Jahre verpflichten muss und somit nach dem Studium für die nächsten Berufsjahre auf jeden Fall an die Bundeswehr gebunden ist, betrachten viele zunächst als Nachteil. Aber: Die Bundeswehr bietet ihren Absolventen vielfältige Möglichkeiten für die Karriere nach dem Studium. Absolventen können also nicht nur eine militärische Karriere einschlagen, sondern auch eine Karriere im zivilen Bereich. In beiden Fällen winken Absolventen beste Aussichten und ein sicheres Einkommen.

✔ Hervorragende Karrierechancen auch außerhalb der Bundeswehr

Absolventen der Bundeswehr-Universitäten haben es in der Regel leicht, im zivilen Leben einen Job zu finden. Wer nach (in der Regel) 13 Jahren mit Anfang/Mitte 30 die Truppe verlässt, ist seinen „zivilen“ Altersgenossen zwar nicht unbedingt fachlich, dafür aber in puncto Führungserfahrung oft überlegen. Vor allem in der Wirtschaft sind ehemalige Offiziere mit akademischem Hintergrund daher hoch angesehen. Personaler schätzen an Absolventen der Bundeswehr nicht nur die fachliche Kompetenz, sondern auch ihr Durchhaltevermögen, ihre Disziplin und ihr Durchsetzungsvermögen.

Ein Beleg für die hervorragenden Karrieremöglichkeiten auch außerhalb der Bundeswehr ist die Tatsache, dass etwa 80 Prozent der jungen Offiziere die Bundeswehr nach Ablauf der Pflichtzeit verlassen und andernorts ihr Glück finden.

✔ Hilfe und Weiterbildungsmöglichkeiten für die Jobsuche nach der Bundeswehrlaufbahn

Die Bundeswehr lässt ihre Absolventen auch nach der Dienstzeit nicht alleine. Eine eigene Stellenbörse, Weiterbildungsmaßnahmen, Bewerbungstrainings und Einarbeitungszuschüsse sollen Absolventen den Einstieg in ein ziviles Erwerbsleben erleichtern.

Welche Nachteile bietet ein Studium bei der Bundeswehr?

✖ Hohe Anforderungen durch verkürzte Regelstudienzeit

Das Bundeswehrstudium erfolgt, wie bereits erwähnt, nicht in Semestern, sondern in Trimestern. Das bedeutet, an einer Bundeswehr-Universität bekommen Studenten in einem Jahr ein Drittel mehr an Lehrstoff vermittelt als an einer staatlichen Universität. Dadurch verkürzt sich natürlich auch die Studienzeit. Wer an einer öffentlichen Universität studiert, hat rund ein Jahr mehr Zeit das Studium durchzuziehen. Das Pensum an einer Bundeswehr-Universität ist durch die straffe Organisation also deutlich höher und verlangt einen großen Arbeitsaufwand. Konstantes und konzentriertes Arbeiten über die gesamte Studiendauer ist die Voraussetzung für einen erfolgreichen Abschluss. Und solch ein straffes Programm ist sicher nichts für jedermann.

✖ Kein wirkliches Studentenleben

Die Aufteilung des Studiums in Trimester bringt einen engen Zeitplan mit sich, der im Grunde kein wirkliches Studentenleben ermöglicht. Schließlich lassen die Trimester wenig Raum für Freizeit und erfordern viel Selbstdisziplin von den Offiziersanwärtern. Zum Vergleich: Die zwölf Wochen eines Trimesters entsprechen dem Umfang eines vollen Semesters an einer zivilen deutschen Universität.

✖ Studium kann erst nach der Offiziersausbildung begonnen werden

Zwar bringt die Einteilung in Trimester einen schnelleren Abschluss mit sich, dennoch sind Bundeswehrstudenten alles in allem nicht früher auf dem Arbeitsmarkt vertreten. Denn: Das Studium kann erst nach der Offiziersausbildung begonnen werden. Und rechnet man die Dauer der Offiziersausbildung dazu, also mindestens 15 Monate, hat man den Abschluss letztlich doch nicht früher in der Tasche. Der vermeintliche „Zeitgewinn“ ist also bei genauerer Betrachtung gar nicht gegeben.

✖ Keine wirklichen Semesterferien

In den drei Monaten vorlesungsfreier Zeit müssen Praktika, Projektarbeiten und schriftliche Arbeiten absolviert werden. Außerdem müssen Studenten ihren 26-tätigen Urlaub in dieser Zeit nehmen. Klassische Semesterferien haben Bundeswehrstudenten daher nicht.

✖ Militärische Verpflichtungen

An einer Bundeswehr-Universität ist und bleibt man Soldat – auch während des Studiums. Der Nachteil dabei ist, dass man auch als Student jährlichen militärischen Verpflichtungen nachkommen muss, wie z.B. Schießübungen, Märschen, ABC- und Sanitätsausbildungen etc. Des Weiteren sind auch das Ablegen des Deutschen Sportabzeichens und des Basis-Fitness-Tests obligatorisch. Diesen militärischen Verpflichtungen müssen Bundeswehr-Studenten selbstorganisiert über das ganze Jahr nachkommen.

✖ Einsatz in Krisengebieten möglich

Bei allen Vorzügen, die das Studium bei der Bundeswehr zweifelsohne mit sich bringt, birgt es jedoch auch eine große Gefahr. Als Offizier muss man womöglich auch in Kriegsgebiete reisen.

✖ Exmatrikulation entbindet nicht von der Verpflichtung

Schwierig wird es, wenn man bemerkt, dass das Studium womöglich doch nicht das Richtige für einen ist. Wohingegen man sich an normalen Universitäten leicht exmatrikulieren kann, ist eine solche Exmatrikulation bei der Bundeswehr zwar möglich (z.B. wenn schwerwiegende private Gründe vorliegen oder die Leistungen nicht ausreichen), die Bundeswehrlaufbahn ist in diesem Fall jedoch nicht beendet. Soll heißen: Man kann zwar das Studium ohne Abschluss vorzeitig beenden, nicht aber die Verpflichtung von 13 Jahren umgehen.

✖ Nach dem Studium weiterhin an Bundeswehr gebunden

Nach dem Studium ist man als Bundeswehrabsolvent weiterhin an die Bundeswehr gebunden. Die nähere berufliche Laufbahn wird sich also definitiv innerhalb der Bundeswehr fortsetzen. Absolventen können sich daher nicht wie andere Studenten einfach in einem Unternehmen ihrer Wahl bewerben, sondern durchlaufen im Anschluss an das Studium in der Regel zunächst eine ca. einjährige militärfachliche Ausbildung, um im Anschluss daran entsprechend ihres Studienabschlusses eingesetzt zu werden. Und nicht immer entspricht der Einsatzbereich auch den Vorlieben der Absolventen.

✖ Abstriche im Privatleben erforderlich

Und last but not least kann als einer der größten Nachteile wohl angeführt werden, dass man als Bundeswehrstudent Abstriche im Privatleben in Kauf nehmen muss. Wer sich bei der Bundeswehr verpflichtet, hat keine freie Wohnortwahl. Wird man nach dem Studium sprichwörtlich ins hinterletzte Kaff versetzt, lässt sich daran kaum rütteln. Rücksicht auf Familie wird bei der Bundeswehr kaum genommen.

Fazit

Ein Studium bei der Bundeswehr bietet viele Vorteile. Dennoch sollte man sich im Klaren darüber sein, dass man bei der Bundeswehr in erster Linie Soldat ist – auch als Student. Die Bereitschaft für Auslandseinsätze gehört also definitiv dazu, wenn man sich für ein Studium bei der Bundeswehr entscheidet. Wer sich als Berufssoldat verpflichtet, dem bietet die Bundeswehr jedoch eine sehr gute akademische Ausbildung, die auch in einem späteren zivilen Leben gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt eröffnet. Nichtsdestotrotz ist ein Studium bei der Bundeswehr sicherlich nicht jedermanns Sache. Daher sollte das Bundeswehr-Studium auch wohlüberlegt sein!

Wer sich für ein Studium bei der Bundeswehr interessiert, findet alle notwendigen Informationen, Termine und Bewerbungsfristen auf der offiziellen Webseite der Bundeswehr.

Nun interessiert uns natürlich, ob ihr euch ein Studium bei der Bundeswehr vorstellen könntet? Wir freuen uns über eure Kommentare!

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