Optimal vorbereitet beim Vorstellungsgespräch: Die häufigsten Fragen und die besten Antworten

Vorstellungsgespräch Fragen

Du hast eine Einladung zum Vorstellungsgespräch erhalten? Herzlichen Glückwunsch! Das bedeutet, deine schriftlichen Unterlagen haben überzeugt. Bei dem nun folgenden persönlichen Gespräch geht es darum, sich kennenzulernen und herauszufinden, ob Bewerber und Betrieb zusammenpassen. Du wirst nicht der einzige Kandidat sein. Wer letztendlich den begehrten Job bekommt, entscheiden drei Faktoren: deine Kompetenz, Leistungsmotivation und Persönlichkeit. Hier erfährst du, wie du im Vorstellungsgespräch überzeugst.

Tipp: Bei der Kleidung liegt man mit einem typischen Business-Outfit meistens richtig. Ein insgesamt gepflegtes Erscheinungsbild ist wichtig. Dazu gehören eine ansprechende Frisur, frischer Atem und ein angenehmer Körperduft.

Die fünf Phasen des Vorstellungsgesprächs

Die richtige Vorbereitung ist entscheidend. Wenn du einschätzen kannst, was dich ungefähr erwartet, fühlst du dich ruhiger. Ein Vorstellungsgespräch durchläuft normalerweise fünf Phasen mit typischen Fragen. Insgesamt solltest du rund 45 Minuten einplanen.

  1. Begrüßung und Smalltalk (5 Minuten)
  2. Kennenlernen des Bewerbers (15 Minuten)
  3. Vorstellung des Unternehmens (10 Minuten)
  4. Rückfragen (10 Minuten)
  5. Verabschiedung (5 Minuten)

Tipp: Sei pünktlich! Es hinterlässt einen schlechten Eindruck, abgehetzt in letzter Minute zu erscheinen. Eine kurze Wartezeit kannst du zum Small Talk mit der Empfangsdame nutzen. Geeignete Themen sind die Umgebung des Unternehmens, Ereignisse in der Stadt und das Wetter.

Phase 1: Klassische Einstiegsfragen beim Vorstellungsgespräch: „Haben Sie gut hergefunden?“

Üblicherweise reicht dir der Personaler zur Begrüßung die Hand und stellt die anderen Anwesenden vor. Der erste Eindruck zählt: Versuch, sympathisch zu wirken. Blicke deinem Gegenüber in die Augen und versuche, mit einem Lächeln und einem festen Händedruck Offenheit und Selbstbewusstsein auszudrücken. Einstiegsfragen sollen das Gespräch zum Laufen bringen. Durch einen kurzen Small Talk will der Personaler einerseits das Eis brechen. Andererseits geht es darum, herauszufinden, ob du ein netter, umgänglicher Mensch bist. Schließlich solltest du nicht nur fachlich geeignet sein, sondern ins Team passen.

5 typische Anfangsfragen:

  • Haben Sie uns gut gefunden?
  • Sind sie das erste Mal in Hamburg?
  • Oh, Sie kommen ja aus Erfurt! Woher denn genau?
  • Heute ist es unglaublich voll in der Stadt. Haben Sie denn einen guten Parkplatz gefunden?
  • Ist das Wetter in Ihrer Heimatstadt heute auch so herrlich?

Diese Fragen sind inhaltlich von jedem Bewerber leicht zu meistern. Sinnvoll ist, die Antwort kurz und positiv zu halten. Vielleicht kannst du ein Lob für die anschauliche Wegbeschreibung anbringen oder dich mit einer Gegenfrage erkundigen, woher dein Gegenüber Erfurt kennt. Hier steht dein Kommunikationstalent auf dem Prüfstand. Im Kontakt mit Kunden, Team-Mitgliedern und Chefetage ist es wichtig, eine angenehme Gesprächsatmosphäre erzeugen zu können.

Personalchef: Wolfgang H. Alwin (Lycon MAL):
„Ich frage zu Anfang meistens, ob der Bewerber uns gut gefunden hat. Als Antwort will ich keine langen Erklärungen zu Stau auf der Autobahn, nicht funktionierenden Navigationssystemen oder der Hektik, um pünktlich zu kommen, hören. Wenn der Bewerber so kleine Probleme schon überdramatisiert, wie soll er dann mit echten Schwierigkeiten im Betrieb umgehen?“

Übergang vom anfänglichen Small Talk zum eigentlichen Gespräch

Nach kurzem Small Talk geht das Gespräch zu den Hauptaspekten über. Der Personalverantwortliche will letztendlich zwei Dinge über dich herausfinden: Warum du dich bei seiner Firma bewirbst und welchen Wert du für das Unternehmen bedeutest. Im Fokus stehen deine Qualifikation, deine Motivation und deine Persönlichkeit. Darauf zielen letztendlich all seine Fragen ab.

„Wodurch haben Sie sich auf unser Gespräch heute vorbereitet?“

Mit dieser gern gewählten Übergangsfrage bringt der Personalchef in Erfahrung, ob man eher gewissenhaft ist oder locker an schwierige Gespräche herangeht. Die Art der Vorbereitung sagt einiges über deine Persönlichkeit aus. Die meisten Bewerber machen sich Gedanken über Outfit und Anfahrtsweg, studieren die Website des Unternehmens und beschäftigen sich mit ihrem Wunscharbeitgeber. Je weniger Energie jemand in Vorbereitung und Recherche steckt, desto weniger begeistert ist er von dem Unternehmen selbst. Hier solltest du darauf achten zu vermitteln, dass dir die Stelle sehr wichtig ist, sodass du dich intensiv mit der Vorbereitung beschäftigt hast. Niemand ist begeistert, Bewerber zu interviewen, die sich nur aus Not oder Verlegenheit bewerben und eigentlich keinerlei Wissen über den Betrieb mitbringen.

Tipp: Studiere vor dem Vorstellungsgespräch die Website des Unternehmens. Mach dir Notizen zu Firmengeschichte, Unternehmensphilosophie, dem Dienstleistungsangebot oder dem Produktspektrum.

Phase 2: Kennenlernen des Bewerbers

Um einschätzen zu können, ob du für die freie Stelle geeignet bist, werden nacheinander deine Qualifikation – sowohl fachlich als auch persönlich –, deine Motivation und deine Persönlichkeit unter die Lupe genommen. Die hier herausgegriffenen Fragen werden dir in dieser oder leicht abgewandelter Form auf jeden Fall begegnen. Deine Antworten solltest du allerdings nicht wie auswendig gelernt herunterrattern, sondern ruhig und überlegt präsentieren. Das gelingt nur, wenn du dir über deine Fähigkeiten, Stärken, Schwächen und Ziele tatsächlich bewusst bist.

Wichtig ist, dass der zwischenmenschliche Kontakt zwischen dir und dem Gesprächsleiter stimmt. Lächele, such Blickkontakt, zeig dich von deiner sympathischen, offenen Seite und lass dich nicht aus der Ruhe bringen.

Tipp: Wirst du von mehreren Personen befragt, solltest du sie nacheinander anschauen, lächeln und dann den Blick zum Fragesteller zurücklenken. Wichtig ist, alle Anwesenden non-verbal mit einzubeziehen.

Fokus Qualifikation – Fragen zur Fachkenntnis im Vorstellungsgespräch

„Erzählen Sie mir etwas über sich!“
Diese Aufforderung soll den Bewerber zum Reden bringen. Selbstverständlich kennt der Personaler deine Unterlagen. Dadurch kannst du bei deiner Antwort die Schwerpunkte selbst setzen. Betone die Highlights deiner bisherigen Laufbahn. Deine Auswahl verrät einiges über Fähigkeit, Informationen sinnvoll zu strukturieren. Gelingt es dir, die wesentlichen Stationen deiner Karriere prägnant auf den Punkt zu bringen? Beweist du einen Blick für das Wesentliche?

Tipp: Notiere dir die wichtigsten Eckdaten aus deinem Lebenslauf. Fang mit dem aktuellsten Punkt an. Konzentriere dich auf Fakten, die für den Arbeitgeber von Bedeutung sind.

5 typische Fragen zu deiner fachlichen Eignung:

  • Warum sind Sie für uns der geeignete Bewerber?
  • Welche Kenntnisse bringen Sie für die ausgeschriebene Stelle mit?
  • Mit welchen Programmen sind Sie vertraut? In welchen Bereichen waren Sie bisher tätig?
  • Welche für die Stelle relevanten Kenntnisse und Fähigkeiten haben Sie während Ihres Studiums, Ihrer Praktika und nebenberuflichen Tätigkeiten bereits erworben?
  • Wie bilden Sie sich fachlich weiter?

Personalchef Wolfgang Hans Alwin (Lycon MAL):
„Ich würde niemanden einstellen, der sich nur aus Not bei uns bewirbt, weil er nichts anderes gefunden hat. Ein Bewerber muss echtes Interesse vermitteln. Das finde ich wichtiger als eventuell vorhandene Fachkenntnisse, denn jemand, der einen Job wirklich will und seine Arbeit ein Stück weit als Leidenschaft betrachtet, ist sowieso bereit, sich diese anzueignen.“

Fokus soziale Kompetenzen – Fragen zur persönlichen Qualifikation im Vorstellungsgespräch

„Was sind Ihre Stärken, was sind Ihre Schwächen?“

Gib konkrete Beispiele, wenn du deine Stärken beschreibst. Vielleicht bist du besonders flexibel, was du in deinem bisherigen Job in unterschiedlichen Projekten unter Beweis gestellt hast? Oder dich zeichnen hohe Stressresistenz und Organisationstalent aus, denn du hast trotz familiärer Belastung durch Kindererziehung oder die Pflege von Angehörigen Karriere gemacht. Möglicherweise zeigst du deine Teamfähigkeit seit Jahren als ehrenamtlicher Mitarbeiter eines Kultur- oder Sportvereins.

Schwächen zu formulieren, ist schwieriger. Schließlich will man sich nicht die Chancen auf den Arbeitsplatz verderben. Wer im Vorstellungsgespräch auf diese Frage mit „Ich bin zu perfektionistisch!“ antwortet, erntet vermutlich nur ein müdes Lächeln. Früher kam man mit vermeintlichen Schwächen durch. Inzwischen ist hier Ehrlichkeit erwünscht. Gute Antworten verbinden die Schwäche mit einer Lösungsmöglichkeit. Niemand ist fehlerlos. Jeder Mensch hat Schwächen und besitzt Entwicklungspotential. Die Kunst ist zu zeigen, dass man seine persönlichen Problemzonen kennt und bereit ist, an diesen zu arbeiten. Versuch, ehrlich zu sein und authentisch zu bleiben.

Vielleicht fällt es dir schwer, vor einer größeren Gruppe zu sprechen? Du weißt, wie nervös dich der Gedanke macht. Darum belegst du im nächsten Semester einen Rhetorikkurs an der Volkshochschule. Oder du hast noch keine Erfahrungen im Umgang mit einem bestimmten Programm gesammelt. Auch hier hilft eine Weiterqualifikation. Eventuell hast du das Studienfach mehrmals gewechselt und dann zugunsten einer Ausbildung abgebrochen. Eine mögliche Erklärung: Das erste Studium entsprach nicht deinen Vorstellungen, das zweite war zwar fachlich perfekt, aber zu theoretisch ausgerichtet. Erst die Ausbildung hat dir die Möglichkeit gegeben, dich in Theorie und Praxis gleichermaßen zu beweisen.

Personalchef Wolfgang Hans Alwin (Lycon MAL):
„Zickzack-Lebensläufe sind kein Ausschlusskriterium. Oft sind gerade das talentierte Allrounder, die gelernt haben, dass es nicht nur einen möglichen Weg gibt, um ans Ziel zu kommen. Lösungsorientiert zu arbeiten, bedeutet ein Stück weit, kreativ und unkonventionell zu denken.“

5 typische Fragen zu deiner persönlichen Qualifikation:

  • Wie organisieren Sie Ihre Arbeit?
  • Welche persönlichen Eigenschaften sind Ihrer Auffassung nach für diese Stelle wichtig?
  • Wie würde Ihr bester Freund Ihre Stärken und Schwächen beschreiben?
  • Was betrachten Sie als größten Fehler bisher? Was haben Sie daraus gelernt?
  • Was war bisher ihr größter beruflicher Erfolg?

Fokus Motivation – Fragen zu Beweggründen im Vorstellungsgespräch

„Sie bewerben sich aus ungekündigter Stellung. Warum wollen Sie Ihren Arbeitsplatz wechseln?“

Ganz schlecht ist es, auf diese Frage mit Tiraden über den bisherigen Arbeitgeber zu reagieren oder Schwierigkeiten am Arbeitsplatz ins Feld zu führen. Besser ist es, den Wechsel als Karrieresprung zu beschreiben und zu berichten, was man sich von der Tätigkeit im neuen Unternehmen erhofft. Vielleicht ist die ausgeschriebene Stelle mit anspruchsvolleren Aufgaben, höherer Verantwortung oder Auslandseinsätzen verbunden? In die Zukunft schauen, ist der Schlüssel. Nicht vergessen: Der Personaler denkt vor allem daran, was du dem Unternehmen bringen könntest.

5 typische Fragen zu deiner Motivation:

  • Warum bewerben Sie sich gerade für diese Stelle?
  • Aus welchem Grund haben Sie sich für unser Unternehmen entschieden?
  • Welche Ziele verfolgen Sie mit diesem Job?
  • Welchen Bezug haben Sie zu unserer Branche?
  • Was hat Ihnen in Ihrem alten Job nicht gefallen?

Tipp: Achte auf deine Körpersprache. Vermeide unruhig wirkende Berührungen von Nase, Kinn und Haaren. Setz dich möglichst aufrecht hin und lehne dich leicht und interessiert nach vorn. Ein guter Trick ist, die Körpersprache des Fragestellers behutsam und unauffällig zu spiegeln. Das erzeugt Sympathie.

Fokus Persönlichkeit – Fragen zu Vorstellungen und Werten im Vorstellungsgespräch

„Wo sehen Sie sich in drei Jahren / fünf Jahren / 10 Jahren?“

Hier darfst du ruhig von einer steilen Karriere träumen. Deine Antwort sollte Aufstiegswillen vermitteln. Wer sich in drei Jahren noch auf demselben Posten sieht, für den er sich gerade bewirbt, besitzt keinen Ehrgeiz. Deine Reaktion verrät darüber hinaus, ob du dich mit Weiterbildungsmöglichkeiten in deinem Fachgebiet auskennst und dich mit der Struktur der Firma befasst hast. Private Ziele zu nennen, bedeutet, dass der Job für dich keine Priorität hat. Damit setzt du dich ins Aus.

Mit der Frage nach einem Vorbild versucht der Personalchef herauszufinden, welche Werte dir besonders wichtig sind. Nennst du z.B. Superman-Darsteller Christopher Reeve, der nach einem Unfall vom Hals abwärts gelähmt war, sich aber dennoch für Schwächere eingesetzt und in der Filmindustrie als Regisseur weitergearbeitet hat, zeigst du starken Durchhaltewillen. Führst du einen Spitzensportler ins Feld, verweist das auf deine Wettbewerbsorientierung. Die Wahl eines Familienmitglieds oder Freundes verrät enge soziale Verbundenheit. Was am besten ist, entscheidet die Stelle, für die du dich bewirbst.

5 typische Fragen zu deiner Persönlichkeit:

  • Aus welcher Gegend stammen Sie, wo sind sie aufgewachsen?
  • Wie tanken Sie nach der Arbeit wieder auf?
  • Wie sollte Ihrer Meinung nach eine optimale Arbeitsumgebung aussehen?
  • Was macht Ihnen Angst?
  • Welchen Stellenwert hat Familie für Sie?

Personalchef: Wolfgang H. Alwin (Lycon MAL):
„Ich erkundige mich nach den Interessen der Bewerber, um herauszufinden, wie es mit ihrer Work-Life-Balance aussieht. Jemand, der nur arbeitet und sich keine Pausen gönnt, keinen Sport treibt oder einem Hobby nachgeht, bricht früher oder später mit Burn-out zusammen. Außerdem verraten Freizeitaktivitäten, ob jemand einzelgängerisch ist oder den Austausch mit anderen tatsächlich schätzt.“

Unzulässige Fragen im Vorstellungsgespräch: „Sind Sie schwanger?“

Nur wenn du für eine kirchliche Organisation arbeiten möchtest, ist die „Gretchen-Frage“ nach deiner Konfession gestattet. Bei katholischen Einrichtungen ist das entsprechende Glaubensbekenntnis oft sogar Grundvoraussetzung für eine Einstellung. Sonst gehören deine persönlichen Glaubensvorstellungen nicht in ein Vorstellungsgespräch. Es gibt weitere Fragen, die in deinen persönlichen Bereich eingreifen und auf die du seitens des Gesetzgebers nicht zu antworten brauchst.

5 unzulässige Fragen, die du nicht (wahrheitsgemäß) beantworten musst:

  • Welcher politischen Partei gehören Sie an?
  • Sind Sie in einer Gewerkschaft aktiv?
  • Welche Konfession haben Sie?
  • Besteht bei Ihnen ein Kinderwunsch?
  • Wie ist es um Ihre Vermögensverhältnisse bestellt, haben Sie Schulden?

Phase 3: Vorstellung des Unternehmens

Ein Vorstellungsgespräch ist kein einseitiges Interview. Der Personalchef wird dir weitere Informationen über den Betrieb und zu die zu besetzende Stelle geben. Trotzdem darfst du dich in dieser Gesprächsphase nicht komplett entspannen. Aufmerksamkeit und Achtsamkeit sind erwünscht. Durch ein Nicken, ein „Hmhm“ oder eine kurze Nachfrage signalisierst du, dass du innerlich dabei bist und aktiv zuhörst. Außerdem findest du in dem Gesagten garantiert hilfreiche Ansatzpunkte für mögliche Rückfragen. Es ist legitim, sich in der Zwischenzeit Notizen zu machen.

Tipp: Personaler haben deine Aufzeichnungen und Materialien im Blick. Achte darauf, dass Block und Stift ansprechend aussehen. Notiere am besten tatsächlich nur Stichworte in möglichst lesbarer Schrift.

Phase 4: Rückfragen

Im Anschluss an die Präsentation des Unternehmens wird sich der Personaler erkundigen, ob von deiner Seite noch Fragen offengeblieben sind. Diese Chance solltest du nutzen. Durch geschicktes Nachhaken signalisierst du tiefgehendes, echtes Interesse an dem Job. Außerdem beweist du, dass du zugehört hast, und veranschaulichst deine Intelligenz.

Es wäre dementsprechend ungeschickt, Fragen zu stellen, die ein Blick auf die Website des Unternehmens beantworten könnte. Ebenso verbieten sich Fragen zu Urlaubszeiten, Vergünstigungen oder Gehaltserhöhungen. Dafür ist es zu früh. Schlimmstenfalls lässt das Zweifel an deiner Motivation aufkommen.

Stattdessen solltest du Detailfragen stellen und auf das zurückgreifen, was du während des Austausches neu erfahren hast. Vorteil für dich: Du lenkst das Gespräch und erhältst neue Informationen. Dadurch trittst du mit deinem Gesprächspartner in einen tatsächlichen Dialog ein.

10 ideale Rückfragen an den Personalchef:

  • Was sollte der ideale Mitarbeiter für diese Position mitbringen?
  • Was erwartet mich in den ersten 90 Tagen?
  • Gibt es weitere Aufgaben und Anforderungen als die in der
  • Stellenausschreibung genannten?
  • Wie werden bei Ihnen talentierte, erfolgsorientierte Mitarbeiter gefördert?
  • Welcher Führungsstil zeichnet meinen zukünftigen Vorgesetzten aus?
  • Wie lange hat mein Vorgänger in dieser Position gearbeitet?
  • Gibt es die Möglichkeit, gelegentlich vom Home Office aus zu arbeiten?
  • Mit welchen Kollegen / Abteilungen werde ich besonders eng zusammenarbeiten?
  • Gibt es regelmäßige Mitarbeitergespräche?
  • Wie geht es nach unserem heutigen Gespräch weiter?

Phase 5: Verabschiedung

Das Gespräch nähert sich dem Ende. Wenn letzte Fragen geklärt sind, kannst du dich erkundigen, wann mit einer Entscheidung zu rechnen ist. Bedanke dich für das Gespräch, verabschiede dich von allen Anwesenden. Falls du noch eine Führung durch den Betrieb oder zu deinem künftigen Arbeitsplatz angeboten bekommst, nimm diese Gelegenheit unbedingt wahr.

Nach etwa zwei Wochen kannst du dich nach dem Stand der Dinge erkundigen. Manchmal zieht sich das Auswahlverfahren länger hin. Hier hilft nur Geduld. Versteif dich auch bei einem gelungenen Vorstellungsgespräch nicht auf ein einziges Unternehmen. Schau dich weiter um! Das verbessert deine Position und gibt dir wertvolle Hinweise zu deinem Marktwert.

Hat es nicht geklappt? Lass dich nicht unterkriegen! Mit jedem Vorstellungsgespräch wirst du souveräner.

Hinweis zum Schluss: Der erste Eindruck zählt. Über Sympathie und Antipathie entscheiden die ersten 20 Sekunden. Laut einer Studie des amerikanischen Psychologen Professor Albert Mehrabian ist der Inhalt des Gesagten dafür nur zu 7 % entscheidend. Weit wichtiger für die Beurteilung unseres Gegenübers sind Körper und Körpersprache (Aussehen, Haltung, Gang, Gestik, Mimik), die Kleidung (Farbwahl, Qualität, Stil, Passform und Sitz), die Sprache (Stimmlage, Klang, Modulation, Lautstärke, Dialekt, Akzent, Wortwahl) sowie Geruch (chemische Düfte, Körpergeruch). Eine Absage ist also nicht unbedingt als fachliche Kritik zu werten. Manchmal stimmt die „Chemie“ einfach nicht.


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1 Kommentar
  1. Jessica sagt

    Super Tipps, vielen Dank! Beim nächsten Vorstellungsgespräch bin ich auf jeden Fall viel besser informiert. Ich habe bisher so viel falsch gemacht. 🙁

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