So viel Geld verdienen YouTuber wirklich

Mit Videos Geld verdienen? Als Influencer so richtig durchstarten? Die Gesangskarriere ins Rollen bringen? YouTube macht all das möglich – und noch vieles mehr! Den Möglichkeiten sich selbst, bestimmte Produkte, besondere Talente et cetera zu präsentieren, sind auf YouTube schier keine Grenzen gesetzt. Und auch, wenn man es vor ein paar Jahren noch nicht für möglich erachtet hätte, gibt es ihn inzwischen tatsächlich: den Beruf des YouTubers. Und der kann durchaus lukrativ sein…

Das Wichtigste in Kürze

  • YouTube gilt als wichtigste Anlaufstelle in puncto Filme, Clips und Streaming-Inhalte
  • Laut „JIM-Studie 2019 – Jugend, Information, Medien“ ist YouTube das mit Abstand beliebteste Internetangebote bei Jugendlichen
  • Wer einen erfolgreichen YouTube-Kanal betreibt, kann je nach Popularität und Abonennten- bzw. Viewzahl von ein paar hundert Euro pro Monat bis hin zu hohen sechsstelligen Einkünften erzielen
  • YouTuber generieren ihre Einnahmen durch: 1. den Verkauf von Werbeanzeigen, 2. Produktplatzierungen und Werbevideos, 3. Affiliate Links, 4. Abonnement-Gebühr und 5. Merchandise
  • Von den mehr als 2800 deutschsprachigen YouTube-Kanälen nehmen gerade einmal 79 Kanäle mehr als 100.000 Euro durch Werbung ein
  • Alle YouTuber, die es mit ihren Channels in die Top 10 der erfolgreichsten YouTube-Kanäle Deutschlands schafften, arbeiten fast ausschließlich mit professionellen Produktions-Teams zusammen

YouTube: Was sich hinter der Plattform verbirgt

YouTube ist die populärste Video-Plattform der Welt und zugleich die zweitgrößte Suchmaschine. Gegründet wurde YouTube von drei ehemaligen Mitarbeitern des Online-Bezahldienstes PayPal, kurz darauf wurde die Plattform dann vom Internetkonzern Google aufgekauft. Inzwischen gilt YouTube nahezu konkurrenzlos als die wichtigste Anlaufstelle in puncto Filme, Clips und Streaming-Inhalte.

Was macht YouTube so besonders?

YouTube bietet Videos zu nahezu allen nur denkbaren Themen. Ob Fun-, Info-, Gaming-, Lifestyle-Videos et cetera, auf YouTube gibt es nichts, das es nicht gibt. Kein Wunder also, dass YouTube in der „JIM-Studie 2019 – Jugend, Information, Medien“ des Medienpädagogischen Forschungsverbunds Südwest als das mit Abstand beliebteste Internetangebote bei Jugendlichen ermittelt wurde. 63 % der rund 1200 befragten Teenies nannten die Videoplattform als liebstes Webangebot. Dahinter folgen fast schon abgeschlagen WhatsApp (36 %) und Instagram (35 %).

Das Besondere an YouTube ist jedoch, dass sich mit dieser Plattform sogar Geld verdienen lässt. Wer YouTube nicht nur nutzt, um Clips anzuschauen, sondern selbst Videos dreht und online stellt, kann finanziell nämlich durchaus davon profitieren. Betreibt man einen sogenannten YouTube-Channel, lädt regelmäßig eigene Clips hoch und kann dadurch viele Abonnenten gewinnen, schafft man es womöglich sogar zum YouTube-Millionär. Denn sprengt die Abonennten-Zahl die Ein-Millionen-Grenze, darf man sich als eben solcher bezeichnen.

YouTube-Millionär zu sein, bedeutet natürlich nicht zwangsläufig auch Millionen Euro auf dem Konto zu haben. Dennoch gibt es auch hierzulande durchaus Menschen, die ihren Lebensunterhalt komplett über den eigenen YouTube-Channel finanzieren. Ihr Beruf: YouTuber.

Beruf YouTuber: Wie sich mit Videos Geld verdienen lässt

Als YouTuber hat man – je nach Popularität und Abonennten- bzw. Viewzahl – die Möglichkeit, ein nettes Sümmchen zu verdienen. Von ein paar hundert Euro pro Monat bis hin zu hohen sechsstelligen Einkünften ist mit einem deutschen YouTube-Kanal nahezu alles möglich. International ausgerichtete YouTube-Kanäle können sogar noch weit höhere Einkünfte generieren. Aber der Reihe nach.

Mit YouTube lässt sich auf verschiedene Arten Kasse machen:

Verdienstmöglichkeit 1: Verkauf von Werbeanzeigen über das YouTube-Partnerprogramm

Mit dem Verkauf von Werbeanzeigen beteiligt Google die YouTube-Nutzer, die Inhalte erstellen und eigene Kanäle führen, an den Einnahmen. Das sogenannte YouTube-Partnerprogramm sieht vor, dass Nutzer bis zu 5 Euro pro 1000 Views (also Aufrufe) erhalten, wenn eine Werbung vor dem Video eingeblendet wird. Was zunächst lediglich nach einem netten Nebeneinkommen klingt, bescherte einigen YouTubern in den USA ein echtes Vermögen.

Auch in Deutschland können einige (wenn auch die wenigsten) YouTuber ein beträchtliches Einkommen für sich verbuchen. Wenngleich die Dimensionen in den USA hierzulande nicht erreicht werden. Der Grund ist simpel: Englischsprachige YouTube-Channels sind einem deutlich breiteren Publikum zugänglich als deutschsprachige. Englischsprachige Kanäle erreichen also im Gegensatz zu deutschsprachigen schlichtweg eher ein weltweites Publikum.

Voraussetzungen für die Aufnahme ins YouTube-Partnerprogramm:

Um überhaupt in das YouTube-Partnerprogramm aufgenommen zu werden, ist ein eigener YouTube-Kanal nötig mit einer Wiedergabezeit von über 4000 Stunden in den letzten 12 Monaten und 1000 Abonnenten. Wer solche Zahlen vorweisen kann, kann die Aufnahme in das Partnerprogramm beantragen und nach der Aufnahme in das Programm verschiedene Anzeigeformate in seinen Videos platzieren. Geld erhält man jedes Mal, wenn diese Formate einem Zuschauer angezeigt werden.

Es kommt bei dieser Verdienstvariante also nicht auf die Anzahl der Abonnenten an, sondern die Vergütung hängt von den Aufrufen der Videos ab. Die Abonnentenzahl spielt lediglich dafür eine Rolle, überhaupt in das Partnerprogramm aufgenommen zu werden. Anschließend zählen nur noch die Klicks.

Wie viel Geld sich mit den Werbeanzeigen verdienen lässt, hängt also summa summarum primär davon ab, wie häufig die Videos angesehen werden. Abhängig vom Thema des Videos, der Qualität des YouTube-Kanals und weiteren Faktoren liegen die Einnahmen pro 1000 Aufrufen, wie bereits erwähnt, ungefähr zwischen 1 und maximal 5 Euro.

Verdienstmöglichkeit 2: Produktplatzierungen und Werbevideos

Lukrativer als der Verkauf von Werbeanzeigen ist für YouTuber die Kooperation mit Unternehmen. Wer einen angesagten, stark frequentierten YouTube-Channel betreibt, kann sich durch Produktplatzierungen und Werbevideos ein mitunter beträchtliches Sümmchen dazuverdienen.

Viele Unternehmen haben nämlich inzwischen auch die Möglichkeiten von YouTube für sich entdeckt. Sie zahlen sogenannten Influencern, also YouTube-Channel-Betreibern, deren Kanäle angesagt sind und über eine hohe Reichweite verfügen, gutes Geld dafür, dass sie Produkte oder die Marke in ein Video einbinden (Produktplatzierung) oder sogar ein ganzes Videos zu einem bestimmten Thema machen (Werbevideo) und dabei das Produkt erwähnen.

Verhandelt wird bei solchen Marken-Kooperationen üblicherweise über den Tausender-Kontakt-Preis (TKP), der auf Unternehmensseite die Kosten pro 1000 Aufrufe beschreibt.

Standardwerte gibt es hier kaum, es gilt also gut zu verhandeln. Tools wie beispielsweise ValU helfen dabei, auch ohne großes Vorwissen zu einer realistischen Einschätzung des eigenen Marktwerts zu gelangen.

Wie viel sich mit Produktplatzierungen und Werbevideos verdienen lässt, kann also nicht pauschal gesagt werden. Je nach Größe des Kanals und vielen weiteren Faktoren können die Preise für ein Kooperationsvideo hierzulande zwischen einem niedrigen dreistelligen bis hin zu einem hohen sechsstelligen Betrag liegen. YouTuber aus den USA verdienen sogar deutlich mehr.

Verdienstmöglichkeit 3: Affiliate Links

Eine weitere Verdienstmöglichkeit bieten sogenannte Affiliate Links. Diese Empfehlungslinks zu Produkten können über einfach zugängliche Partnerprogramme diverser Online-Shops ganz leicht generiert werden und versprechen eine Provision, falls ein Fan über den eigenen Link den Shop besucht und etwas kauft.

Die Provision fällt hierbei unterschiedlich aus. Abhängig vom Produkt, das der Kunde erwirbt, sind ein- bis zweistellige Prozente möglich. Für vermittelte Smartphone-Käufe zahlt Amazon beispielsweise lediglich 1 Prozent des Warenwerts, bei Schmuck und Uhren hingegen ganze 10 Prozent.

Über die Einnahmen eines YouTubers über solche Affiliate-Programme lässt sich also keine genaue Angabe machen. Allerdings stellen die Affiliate-Einnahmen meist nur einen kleinen Teil des verdienten Geldes dar. Selbst bekannte YouTube-Kanäle mit großer Reichweite dürften über Affiliate-Programme selten mehr als fünfstellige Beträge pro Monat erlösen.

Verdienstmöglichkeit 4: Abonnement-Gebühr

Seit Kurzem bietet YouTube in den USA ausgewählten Kanälen (mit mehr als 100.000 Abonnenten) die Möglichkeit, eine monatliche Abonnement-Gebühr auf freiwilliger Basis von den eigenen Fans zu erheben. Abonnenten, die diese Gebühr entrichtet, erhalten dafür im Gegenzug den Zugang zu exklusiven Videos, Livestreamangeboten und besonderen Community-Postings. Außerdem werden die Kommentare, die zahlende Abonnenten hinterlassen, durch eine besondere Markierung hervorgehoben.

In den USA kostet ein solches Abo 4,99 Dollar (circa 4,40 Euro) pro Monat. In Deutschland gibt es solche Abonnement-Gebühren bislang nicht.

Verdienstmöglichkeit 5: Merchandise

Wer einen erfolgreichen YouTube-Kanal betreibt und viele Fans verbuchen kann, kann auch über den Vertrieb eigener Produkte – häufig Merchandise – eine nette Einnahmequelle generieren.

Auch hier lassen sich natürlich keine konkreten Angaben zu den Verdiensten machen. Bei angesagten Influencern kann der Erlös aus Produktverkäufen jedoch durchaus einen mittleren zweistelligen Prozentsatz der Gesamteinnahmen ausmachen.

Zwischenfazit:

Wer einen erfolgreichen YouTube-Channel betreibt, ist in der Lage, hohe Umsätze zu generieren. Vor allem in den USA haben es bereits einige YouTuber zu einem beträchtlichen Einkommen geschafft.

Die Verdienstzahlen der deutschen YouTube-Kanäle sind ebenfalls beachtlich, auch wenn sie nicht mit den Verdienstzahlen US-amerikanischer YouTube-Channels mithalten können. Die Zahl der Kanäle mit Werbeeinnahmen im sechsstelligen Bereich ist hierzulande nämlich äußerst gering. Nichtsdestotrotz gibt es sie. Welche YouTuber es in Deutschland mit ihren Kanälen unter die Top 10 der Bestverdiener geschafft haben, das verraten wir euch jetzt!

Die Top 10 der beliebtesten und bestverdienensten YouTuber Deutschlands

Von den mehr als 2800 deutschsprachigen YouTube-Kanälen, die die Hamburger Kommunikationsagentur Faktenkontor beobachtet, nehmen gerade einmal 79 Kanäle mehr als 100.000 Euro durch Werbung ein. 416 Kanäle in Deutschland verdienen zwischen 10.000 und 100.000 Euro, die restlichen deutschen Kanäle liegen jährlich allesamt unter der 10.000-Euro-Grenze. Leicht ist es also nicht, den Lebensunterhalt als YouTuber zu bestreiten. Dennoch gibt es erfolgreiche Beispiele, dass Einnahmen im sechsstelligen Bereich auch hierzulande möglich sind. Davon zeugt auch die Top 10 der beliebtesten YouTube-Channels Deutschlands. Alle dort gelisteten YouTuber können Einnahmen in sechsstelliger Höhe vorweisen.

Die Top 10:

Faktenkontor hat über den sogenannten YouTube-Relevanzindex errechnet, wie viel YouTube im Jahr 2018 an die erfolgreichsten deutschen Kanäle ausgeschüttet hat. Der You-Tube-Relevanzindex basiert auf ausgesuchten Kennzahlen, berücksichtigt wurden unter anderem die Abonnenten, die Aufrufe, die Gesamtzahl der Videos, die Videos pro Monat, der Anstieg der Aufrufe und Abonnenten pro Monat, der Bekanntheitsgrad et cetera. Mit eingerechnet sind laut Agentur unter anderem auch Verluste durch die Nutzung von Werbeblockern.

Unter den bestverdienensten Channels, die Faktenkontor auf diese Weise ermittelte, gibt es sowohl einige Einzelkämpfer als auch professionellere Angebote wie zum Beispiel Kanäle, die TV-Shows angehören. Folgende YouTuber haben es mit ihren Kanälen in die Top 10 geschafft:

  1. Promiflash – 916.087,88 Euro
  2. BibisBeautyPalace – 513.534,35 Euro
  3. Paluten – 492.773,71 Euro
  4. MySpassde – 491.239,14 Euro
  5. The Voice Kids – 423.086,13 Euro
  6. Entertainment Access – 422.504,10 Euro
  7. Rammstein Official 409.763,60 Euro
  8. GermanLetsPlay – 368.426,59 Euro
  9. Gronkh – 358.601,01 Euro
  10. ConCrafter/Luca – 348.319,43 Euro

Klatsch, Beauty, Gaming und Entertainment dominieren das Ranking und konnten daher als die aktuell gefragtesten Themen ausgemacht werden. Auffällig ist, dass nahezu kein Kanal in den Top 10 nicht professionell arbeitet. Wer als YouTuber Erfolg haben möchte, darf also nichts dem Zufall überlassen.

Wichtig:

Die Angaben aus dem Ranking beschränken sich lediglich auf die Werbeeinnahmen aus dem YouTube-Partnerprogramm. Zieht man den Verdienst aus anderen Werbeverträgen mit hinzu, könnte ein anderes Ergebnis zutage treten. Dann dürfte BibisBeautyPalace vermutlich vorne liegen. Denn Bibi verdient deutlich mehr über ihre Influencer-Marketing-Kampagnen oder ihre eigenen Beauty-Kollektionen.

Fazit

Mit einem YouTube-Kanal lässt sich durchaus gutes Geld verdienen. Dennoch schaffen es hierzulande nur die wenigsten YouTuber, ihren Lebensunterhalt einzig aus den YouTube-Einnahmen zu bestreiten. Der Gedanke des schnellen und einfachen Geldes auf YouTube bleibt somit für die meisten YouTuber nicht mehr als eine Illusion. Das zeigt auch der Blick auf die Top 10. Alle dort gelisteten Kanalbetreiber sind bereits seit Jahren aktiv und arbeiten fast ausschließlich mit professionellen Produktions-Teams zusammen.

Um ein erfolgreicher YouTuber zu werden, braucht es also mehr als eine Kamera und ein paar Minuten am Tag!

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