Tipps für die Bewerbung aus der Arbeitslosigkeit

Sich aus der Arbeitslosigkeit heraus zu bewerben, ist diffizil. Vor allem, wenn man bereits seit längerer Zeit keine Stelle innehatte, die Lücke im Lebenslauf daher unübersehbar ist. Dennoch sollte man nicht verzagen. Mit ein paar Tipps und Tricks kann man den Personaler dennoch von den eigenen Qualitäten überzeugen. Wir verraten euch, mit welchen Kniffen ihr bei eurer Bewerbung aus der Arbeitslosigkeit punkten könnt!

Das Wichtigste in Kürze

  • Bewerber sollten mit freiwilligen oder erzwungenen Auszeiten nicht allzu defensiv umgehen
  • Wichtig ist lediglich, den Fokus auf positive Aspekte zu lenken, die eine Auszeit mit sich bringen kann
  • Die Zeit der Arbeitslosigkeit sollte also bestenfalls mit Aktivitäten gefüllt werden, die auf einen selbstengagierten Charakter schließen lassen (z.B. Ehrenämter, Fort- oder Weiterbildungen etc.)

Vorwort

Die Zeiten, in denen nahezu alle Bewerber mit einem linearen beruflichen Werdegang aufwarteten, sind längst vorbei. Und viele Personaler wissen inzwischen zu schätzen, welchen Mehrwert auch Mitarbeiter bieten können, deren Lebenslauf eher „Zickzack“-Manier aufweist. Ob es sich um freiwillige Auszeiten (z.B. ein Sabbatjahr etc.) oder um unfreiwillige Auszeiten (z.B. Arbeitslosigkeit) handelt, spielt hierbei eine untergeordnete Rolle. Denn auch an unfreiwilligen Auszeiten wächst man. Wem es also gelingt, Lücken im Lebenslauf geschickt zu verkaufen oder diese sogar gewinnbringend mit Leben zu füllen, der braucht die Bewerbung aus der Arbeitslosigkeit heraus nicht zu fürchten.

Bewerber sollten mit freiwilligen oder erzwungenen Auszeiten daher auch nicht allzu defensiv umgehen – da sind sich Experten einig. Wichtig ist es lediglich, den Fokus dabei auf positive Aspekte zu lenken, die eine Auszeit mit sich bringen kann. Wie das geht? Das verraten wir euch jetzt!

Die besten Tipps für die Bewerbung aus der Arbeitslosigkeit

1. Ehrlich sein, aber Arbeitslosigkeit nicht zum Hauptthema der Bewerbung machen

Das oberste Gebot bei einer Bewerbung lautet: Ehrlichkeit! Natürlich ist es erlaubt, den Lebenslauf an der ein oder anderen Stelle ein wenig aufzuhübschen – aber eben alles mit Maß und Ziel. Die Fakten müssen stimmen. Andernfalls macht man sich sogar strafbar.

Auch eine Arbeitslosigkeit sollte man daher nicht verschweigen. Bei einer länger andauernden Arbeitslosigkeit ist dies ohnehin kaum möglich. Nur sollte man die Arbeitslosigkeit eben nicht zum Hauptthema machen und sich beim Anschreiben in Erklärungs- oder gar Rechtfertigungsversuchen verlieren. Denn ausführliche Rechtfertigungen bzw. Erklärungen wirken in jedem Fall wie Ausflüchte.

Zuallererst sollte man sich also selbst mit der Arbeitslosigkeit arrangieren – so schwierig dies mitunter auch sein mag.

2. Kontakt zur Branche halten

Während der Phase der Arbeitslosigkeit sollte man immer Kontakt zur jeweiligen Branche halten. Es gilt also (Job-)Messen zu besuchen, an Kongressen teilzunehmen, Fachzeitschriften zu lesen etc., um thematisch am Ball zu bleiben. Den Kontakt zur Branche zu halten, hat dabei zweierlei Vorteile. Zum einen macht sich der Besuch von Kongressen etc. gut in der Bewerbung. Zum anderen wirkt es sich positiv auf das Selbstwertgefühl aus.

3. Selbstwertgefühl stärken

Apropos Selbstwertgefühl. Es ist hilfreich, sich selbst nicht als arbeitslos zu betrachten (auch wenn es faktisch so ist), sondern sich klar zu machen, dass man vielmehr Arbeit suchend ist. Ein kleiner psychologischer Trick mit großer Wirkung auf die Motivation.

Wer engagiert auf der Suche nach einer neuen Stelle ist, macht das Beste aus der aktuellen Situation. Denn auf diese Weise lässt sich der Frust der Arbeitslosigkeit im Zaum halten und man stärkt gleichzeitig das Selbstwertgefühl.

Es ist also wichtig, sich nicht auf die Arbeitslosigkeit zurückziehen oder gar darüber zu definieren.

4. Auf passive Begriffe verzichten

Nicht nur, dass man sich selbst eher als Arbeit suchend betrachten sollte, man sollte bei der Nennung der Arbeitslosigkeit ebenfalls auf passive Begriffe verzichten. Das aktivere „Arbeit suchend“ mag abgedroschen klingen, ist aber tatsächlich die bessere Variante. Denn dadurch bringt man zum Ausdruck, dass man sich aktiv um einen Job bemüht statt sich passiv dem Zustand hinzugeben.

Wer neutraler formulieren möchte, kann stattdessen auch die Formel „ohne Anstellung“ verwenden.

5. Auf beruflich Geleistetes zurückblicken, nicht auf die aktuelle Situation

Bei einer Bewerbung aus der Arbeitslosigkeit ist es wichtiger denn je, dass sie inhaltlich auf die ausgeschriebene Stelle zugeschnitten sein muss. Es gilt also, die Arbeitslosigkeit zwar nicht zu verschweigen, den Fokus jedoch auf die Fähigkeiten, Kompetenzen und Erfahrungen zu legen, die man mitbringt und die zum Anforderungskatalog der Position passen.

Am besten funktioniert das, indem man sich beim Schreiben der Bewerbung vorstellt, aktuell gar nicht arbeitslos zu sein, sondern stattdessen auf beruflich Geleistetes zurückblickt. Auf diese Weise fällt das Formulieren des Anschreibens deutlich leichter. Man konzentriert sich auf das Geleistete und läuft nicht Gefahr in Erklärung- oder Rechtfertigungsversuche zu verfallen.

Es gilt also, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren und z.B. die (jahrelange) Berufserfahrung etc. hervorzuheben. Denn die bringt man auch bei einer Bewerbung aus der Arbeitslosigkeit in der Regel mit.

6. Arbeitslosigkeit mit Aktivitäten füllen, die Engagement und Motivation belegen

Zwar sollte man der Arbeitslosigkeit im Anschreiben nicht allzu große Aufmerksamkeit schenken, dennoch gilt es diese Lücke irgendwie zu füllen. Es empfiehlt sich, insbesondere eine längere Zeit der Arbeitslosigkeit mit Aktivitäten zu füllen, die auf einen selbstengagierten Charakter schließen lassen, wie z.B. Ehrenämter, Fort- oder Weiterbildungen, mit denen zusätzliches Wissen erworben oder bestehendes Wissen aktualisiert wurde. Auch Nebenjobs oder andere berufsrelevante Tätigkeiten, die das eigene Engagement beweisen, machen einen Arbeitnehmer für potenzielle Arbeitgeber attraktiv. Weitere Tipps, um die Lücke im Lebenslauf erfolgreich zu schließen, findet ihr hier.

Aber: Natürlich sollten die Tätigkeiten, die man anführt, nicht erfunden werden, sondern den Tatsachen entsprechen!

7. Aktivitäten mit Maß und Ziel auswählen

Bei der Anzahl der Aktivitäten, die man in der Phase der Arbeitslosigkeit anführt, sollte man indessen mit Maß und Ziel vorgehen. Arbeitslosigkeit bedeutet in erster Linie Arbeitssuche. Zu viele Ehrenämter könnten womöglich den Eindruck erwecken, dem Bewerber sei der Beruf nicht wirklich wichtig.

8. Die positiven Aspekte der Arbeitslosigkeit hervorheben

Zugegeben, es ist auf den ersten Blick sicherlich schwer, der Arbeitslosigkeit etwas Positives abzugewinnen bzw. sie sogar gewinnbringend zu verkaufen. Zumindest bei einem Aspekt bringt die Arbeitslosigkeit jedoch tatsächlich Vorteile. Wer sich aus der Arbeitslosigkeit heraus bewirbt, ist für den neuen Arbeitgeber schneller verfügbar als ein Bewerber, der noch bei einem anderen Arbeitgeber angestellt ist. Und genau diesen Aspekt gilt es zu benennen.

Am besten funktioniert das über die Abschlussformulierung. Hier empfiehlt sich beispielsweise eine Formulierung à la:

„Da ich derzeit vertraglich nicht gebunden bin, ist mir auch ein kurzfristiger Einstieg bei Ihnen möglich.“

Fazit

Eine Bewerbung aus der Arbeitslosigkeit muss kein Nachteil sein. Wer sich und die eigenen Kenntnisse und Fähigkeiten ansprechend präsentiert und durch den Besuch von Jobmessen oder durch freiwillige Fort- und Weiterbildungen Engagement und Motivation beweist, kann beim Personaler punkten. Denn ein selbstengagierter Charakter ist eine Tugend, die sicherlich alle Arbeitgeber schätzen.


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