Stärken & Schwächen im Vorstellungsgespräch richtig benennen!

Wohl jedem treibt die Frage nach den persönlichen Stärken und Schwächen die Schweißperlen auf die Stirn. Spätestens jetzt wird es heikel im Vorstellungsgespräch. Denn mit der Beantwortung dieser Frage steht und fällt unter Umständen der Erfolg. Aber wie antwortet man am besten auf die Frage nach den Stärken und Schwächen? Und welche Fehler sollte man an dieser Stelle unbedingt vermeiden? Wir verraten es euch in diesem Artikel.

Das Wichtigste in Kürze

  • In einem Vorstellungsgespräch gilt es, selbstbewusst die eigenen Stärken zu benennen und ruhig auch – ebenso selbstbewusst – ein paar Schwächen einzuräumen
  • Eine wissenschaftliche Studie ergab: Wer sich im Bewerbungsgespräch selbstkritisch und authentisch zeigt, steigert die Chancen auf den Job um das Fünffache
  • Um sich die eigenen Stärken und Schwächen realistisch vor Augen zu führen, ist eine gezielte Stärken-Schwächen-Analyse ratsam
  • Stärken sollten mit Beispielen belegt werden und zu den in der Stellenausschreibung genannten Anforderungen passen
  • Auf keinen Fall sollte man Stärken zur Schwäche umdeuten (auch wenn dies in älteren Bewerbungsratgebern empfohlen wird) oder vorgefertigte Standardphrasen verwenden

Vorwort: Ein gesundes Selbstbild ist wichtig

Bei der Frage nach den persönlichen Stärken und Schwächen geraten viele Bewerber zunächst ins Stottern. Lässt sich die Frage nach den Stärken dennoch in der Regel ganz gut meistern, bringt die Frage nach den Schwächen Bewerber meist in eine größere Bedrängnis. Eigentlich ist das gar nicht nötig. Denn jeder Mensch hat nicht nur Stärken, sondern auch Schwächen – das wissen auch die Personaler. Daher ist es auch absolut legitim, zu den eigenen Schwächen zu stehen.

Nun möchte sich jedoch natürlich jeder Bewerber in einem Vorstellungsgespräch gut präsentieren und allein deswegen nicht über die eigenen Schwächen reden. Dennoch gilt es genau an dieser Stelle ehrlich zu sein. Gibt man an, keine Schwächen zu haben, bewirkt man nämlich lediglich folgendes: man wirkt arrogant und unreflektiert. Denn auch Personalern ist klar: Nobody is perfect.

Ein gesundes Selbstbild ist also wichtig, um im Vorstellungsgespräch zu punkten. Und dazu zählt nun einmal auch, sich der eigenen Stärken und Schwächen bewusst zu sein. Man darf und sollte an dieser Stelle des Vorstellungsgesprächs also selbstbewusst die eigenen Stärken benennen und ruhig auch – ebenso selbstbewusst – ein paar Schwächen einräumen.

Das bestätigt übrigens auch die Wissenschaft. Forscher des University College London fanden nämlich im Rahmen von drei Studien mit insgesamt rund 2000 Probanden heraus: Wer sich im Bewerbungsgespräch selbstkritisch und authentisch zeigt, steigert seine Chancen auf den Job um das – ja, wirklich wahr! – Fünffache.

Die Angst, durch das Benennen der eigenen Schwächen die Jobchance zu verspielen, ist demnach unbegründet. Aber wie ermittelt man die persönlichen Stärken und Schwächen überhaupt? Wie erkennt man, wo die eigenen Stärken liegen und wo es vielleicht noch „Luft nach oben“ gibt? Das verraten wir euch jetzt!

Tipp: Die persönlichen Stärken und Schwächen analysieren

Um sich die eigenen Stärken und Schwächen realistisch vor Augen zu führen, ist eine gezielte Stärken-Schwächen-Analyse ratsam. Beim Bestimmen der Stärken hat sich z.B. der sogenannte DISG-Persönlichkeitstest bewährt, den man online durchführen kann. Der DISG-Persönlichkeitstest verdankt seinen Namen den vier Grundtypen der Persönlichkeit, auf denen er basiert:

  1. D = Dominanz
  2. I = Initiative
  3. S = Stetigkeit
  4. G = Gewissenhaftigkeit.

Diesen vier Grundtypen werden jeweils entsprechende Eigenschaften zugeschrieben, die zu einer Analyse der persönlichen Stärken führen. Mit Hilfe des DISG-Persönlichkeitstests ergibt sich also ein rundes, in sich stimmiges Gesamtprofil, das es Bewerbern erleichtert, ihre Stärken zu kennen und im Vorstellungsgespräch zu benennen.

Um die eigenen Schwächen zu identifizieren, empfiehlt sich hingegen eine im Grunde ganz simple Methode. Man sollte alles notieren, das einem zu sich selbst einfällt. Die folgenden fünf Fragen helfen dabei:

  1. Mit welchen Teilen meiner Arbeit bin ich selbst unzufrieden?
  2. Für welche Teile meiner Arbeit wurde ich von meinen bisherigen Vorgesetzten kritisiert?
  3. Mit welchen Arbeiten tue ich mir besonders schwer?
  4. Gibt es irgendwelche Tätigkeiten, die ich allzu gerne aufschiebe und – falls ja – was ist ein möglicher Grund dafür?
  5. Wie läuft die Zusammenarbeit mit meinem Vorgesetzten und meinen Kollegen?

Anschließend gilt es, die Antworten auf diese Fragen zu analysieren und somit die persönlichen Schwächen herauszufiltern. Es versteht sich von selbst, dass man hierbei absolut ehrlich zu sich sein sollte.

Wem es schwerfällt, sich die eigenen Schwächen einzugestehen, der sollte sich immer wieder vor Augen halten, dass niemand perfekt ist – auch nicht der Personaler, dem man im Vorstellungsgespräch gegenübersitzen wird. Wer zu seinen Fehlern steht, beweist jedoch Selbstbewusstsein und Selbstreflektiertheit. Und diese Tugenden stehen bei Personalern normalerweise besonders hoch im Kurs. Wer offen mit den persönlichen Schwächen umgeht, kann also unter Umständen genau dadurch im Vorstellungsgespräch punkten. Dennoch fällt genau dies vielen Bewerbern schwer.

Übrigens sehen vier (oder mehr) Augen ja bekanntlich mehr als zwei. Und die Selbstwahrnehmung entspricht nicht immer auch der Fremdwahrnehmung. Daher ist es ratsam, zur Analyse der eigenen Stärken und Schwächen auch Familienangehörige oder Freunde um Unterstützung zu bitten. Ein Blick von außen bietet einem womöglich vollkommen neue Erkenntnisse und kann dabei helfen, weitere Stärken und – ja, so hart es auch ist – Schwächen zu sammeln, auf die man selbst vielleicht gar nicht gekommen wäre. Familienangehörige und Freunde sind schließlich immer ehrlich zueinander (zumindest sollten sie das sein). Daher kann eine gemeinsame Analyse der Stärken und Schwächen äußerst hilfreich sein.

Die Tricks der Personaler: So entlocken sie Bewerbern ihre Stärken und Schwächen

Bei der Frage nach den Stärken und Schwächen handelt es sich also um einen der größten Stolpersteine bei einem Vorstellungsgespräch. Klar, dass es daher auch gefühlt zigtausend Ratgeber zu diesem Thema gibt. Aber: Auch Personaler kennen diese Ratgeber – und somit auch die dort empfohlenen Standard-Antworten. Bewerber sollten es daher unbedingt vermeiden, die Frage nach den persönlichen Stärken und Schwächen mit eben solchen Standard-Floskeln zu beantworten. Denn – das ist so sicher wie das Amen in der Kirche – der Personaler wird diese Standard-Antworten schon tausendmal gehört haben. Und genau das könnte letztlich das Aus für einen Bewerber bedeuten. Wer lediglich herunterbetet, was in Ratgebern empfohlen wird, kommt schließlich alles andere als selbständig und selbstreflektiert rüber. Dabei sind Selbständigkeit und Selbstreflektiertheit, wie bereits erwähnt, genau diejenigen Eigenschaften (unter anderem), die Personaler schätzen.

Das sind die Tricks der Personaler:

Um Standard-Antworten direkt im Keim zu ersticken, greifen erfahrene Personaler schon einmal zu kleinen Tricks, mit denen sie Bewerbern ihre Stärken und Schwächen auf andere Art und Weise zu entlocken versuchen. Damit ihr auf diese Tricks vorbereitet seid, haben wir euch im Folgenden einmal die gängigsten Fragen der Personaler aufgelistet, die auf die Stärken und Schwächen abzielen.

Mit diesen Fragen finden Personaler die Stärken und Schwächen der Bewerber heraus:

  • Wie würden Ihre Freunde Sie wohl beschreiben?
  • Wie würden Ihre ehemaligen Kollegen Sie beschreiben?
  • Welche (negativen) Eigenschaften würden Ihnen andere wohl nachsagen?
  • Welche Eigenschaften würden Sie gerne an sich ändern?
  • Wenn Sie auf eine Ihrer besonderen Fähigkeiten verzichten müssten, welche wäre das und warum?
  • Über welche zusätzliche Eigenschaft würden Sie gerne verfügen?
  • Welche Eigenschaft ist Ihre herausragendste?
  • Welche Aufgaben fallen Ihnen leicht und warum?
  • Über welche Stärken müsste jemand verfügen, der Sie interimsmäßig vertritt?

Andere Personaler gehen wiederum noch subtiler vor und stellen z.B. folgende Frage:

  • Können Sie von einer Situation berichten, die Sie in Ihrem bisherigen Job gemeistert haben und von der Sie glauben, dass ein anderer daran gescheitert wäre?

Und last but not least sind auch sogenannte Skalenfragen bei Personalern beliebt und gelten als probates Mittel, die Stärken und Schwächen eines Bewerbers herauszukitzeln. Ein Beispiel:

  • Auf einer Skala von 1 bis 10: Wie würden Sie Ihre … bewerten?

Was die meisten Bewerber nicht wissen: Werte unterhalb von 7 werden in der Regel bereits als Schwäche ausgelegt. Man sollte also niemals einen niedrigeren Wert angeben. 10 wirkt indessen schnell überheblich. Es empfiehlt sich daher, bei solchen Skalenfragen Werte von 7 bis 9 anzugeben.

Zusammenfassung:

Personalern gelingt es also summa summarum auf viele verschiedene Arten, die Stärken und / oder Schwächen eines Bewerbers zu identifizieren. Besonders gewiefte Personaler fragen die Stärken und Schwächen während des Vorstellungsgesprächs sogar mehrmals auf unterschiedliche Weise ab. Dadurch erhalten sie ein besonders detailliertes Bild von den Qualitäten des Bewerbers und überprüfen insgeheim den Wahrheitsgehalt des Gesagten. Denn potenziell widersprüchliche Antworten entlarven sie mit diesem Trick sofort. Daher sei an dieser Stelle noch einmal explizit darauf hingewiesen, dass man auch in puncto Schwächen offen und ehrlich sein sollte.

Übrigens zielt der Personaler mit der Aufforderung, im Bewerbungsgespräch etwas über persönliche Stärken und Schwächen zu erzählen, vor allem darauf ab, sich die folgenden drei Fragen zu beantworten:

  1. Verfügt der Bewerber über eine gute Selbsteinschätzung?
  2. Hat sich der Bewerber bereits im Vorfeld Gedanken über die ausgeschriebene Position gemacht und ist somit gut vorbereitet?
  3. Ist der Bewerber in der Lage den Kontext herzustellen zwischen seinen Stärken und den Anforderungen der ausgeschriebenen Stelle?

Tipps: Stärken richtig benennen

Wie man die eigenen Stärken analysiert, haben wir euch bereits erklärt. Nun möchten wir euch gern noch ein paar Tipps mit auf den Weg geben, wie ihr diese Stärken richtig benennt.

1.) Ganz wichtig: Bescheidenheit

Sich der eigenen Stärken bewusst zu sein, zeugt von Selbstbewusstsein und Selbstreflektiertheit. Die eigenen Fähigkeiten und – schlimmer noch – sich selbst in den Himmel zu loben, ist jedoch unangebracht und kann schnell arrogant wirken. Der Grat zwischen Selbstbewusstsein und Selbstherrlichkeit oder gar Selbstüberschätzung ist nun einmal schmal. Überheblichkeit ist in einem Vorstellungsgespräch – und auch ansonsten – absolut fehl am Platz.

Tipp 1 lautet daher: Bescheidenheit ist eine Tugend – und kommt bei den meisten Personalern in der Regel besser an.

2.) Ehrlich und authentisch sein

Schlimmer noch als sich über den grünen Klee zu loben, ist es mit Stärken zu prahlen, die man eigentlich nicht besitzt. Wer mit Eigenschaften prahlt, über die er gar nicht verfügt, läuft nämlich stets Gefahr, dass ihm diese Angaben wie ein Bumerang um die Ohren fliegen. Schließlich gilt es irgendwann, die geweckten Erwartungen zu erfüllen. Mit Eigenschaften zu prahlen, über die man gar nicht verfügt, ist daher stets eine gefährliche Gratwanderung.

Es empfiehlt sich daher unbedingt authentisch zu bleiben. Zwar möchte man sich natürlich gut verkaufen, realistisch müssen die Angaben allerdings dennoch sein. Daher sollte man keine Stärken erfinden, von denen man glaubt, dass der Personaler sie gerne hören möchte. Vielmehr sollte man sich auf die eigenen, tatsächlichen Stärken konzentrieren, die man wirklich besitzt. Gelingt es dann noch, diejenigen Stärken hervorzuheben, die für die jeweilige Stelle relevant sind, punktet man in jeglicher Hinsicht.

Tipp 2 lautet daher: Nur mit Stärken glänzen, die man auch tatsächlich besitzt.

3.) Stärken mit Beispielen belegen

Um den Personaler wirklich nachhaltig von den eigenen Fähigkeiten zu überzeugen, gilt es nicht nur diverse Schlagworte in den Raum zu werfen, sondern die Stärken auch zu belegen. Es genügt nicht, sich selbst alle möglichen Attribute zuzuschreiben, die Personaler gerne hören. Vielmehr sollten diese Attribute immer auch „mit Leben gefüllt“ und anhand eines Beispiels bewiesen werden. Durch die Einbettung der genannten Stärken in konkrete Beispiele gewinnt das Gesagte an Glaubwürdigkeit. Daher sollte man eben auch nicht abstrakt bleiben, sondern die Stärken anhand konkreter Beispiele belegen und dabei bestenfalls ein Alleinstellungsmerkmal herausarbeiten.

Tipp 3 lautet daher: Stärken immer an konkreten Beispielen (z.B. aus einer vorherigen Anstellung) festmachen.

4.) Stärken mit den Anforderungen der Stellenausschreibung abgleichen

Es ist mehr als wahrscheinlich, dass die Frage nach den persönlichen Stärken und Schwächen im Laufe des Vorstellungsgesprächs kommen wird. Daher sollte man sich eben auch stets auf eine solche Frage vorbereiten. Das Problem: Je länger die Liste der eigenen Stärken ist, desto schwerer fällt die Selektion.

Grundsätzlich gilt natürlich: Je besser die Stärken zur Stelle passen, desto höher die Erfolgschancen. Daher sollte man eben auch diejenigen Stärken nennen, die einen als Person wirklich auszeichnen und die zugleich für die ausgeschriebene Stelle relevant sind.

Tipp 4 lautet daher: Bereits im Vorfeld einen Kontext zwischen den persönlichen Stärken und den Anforderungen des Unternehmens herstellen.

Tipps: Schwächen richtig benennen

Auch vermeintliche Schwächen wollen richtig benannt werden. Denn: Eine Schwäche muss kein Nachteil sein. Im Gegenteil. Mit folgenden Tipps gelingt es euch, eure Schwächen gut zu verkaufen.

1.) Schwächen abmildern

Schwächen zu benennen, fällt vielen schwer. Vor allem im Bewerbungsgespräch. Wer gesteht sich und anderen schon gern ein, dass er in manchen Dingen womöglich nicht so gut ist!? Dennoch sollte man, wie bereits mehrfach erwähnt, offen und ehrlich mit den eigenen Schwächen umgehen. Leichter fällt das, wenn man diese Schwächen durch Zusätze wie „hin und wieder“, „gelegentlich“, „stellenweise“ etc. einschränken und somit ein wenig abmildern kann. Und das ist in einem Vorstellungsgespräch auch absolut erlaubt.

Tipp 1 lautet daher: Schwächen klar benennen (das zeugt von Selbstreflektiertheit), aber ruhig auch ein Stück weit relativieren.

2.) „Manko“ ausgleichen

Eine Schwäche zuzugeben, zeugt von Ehrlichkeit und einem selbstkritischen Charakter. Geht man im Anschluss an das Benennen der Schwäche direkt darauf ein, wie man dieser Schwäche Herr zu werden versucht, lässt dies zudem auf Selbstengagement und Motivation schließen. Wer bereit ist, an seinen Schwächen zu arbeiten und bereits konkrete Strategien entwickelt hat, kann damit beim Arbeitgeber sicherlich punkten. Personaler schätzen Bewerber mit einem selbstengagierten Charakter.

Tipp 2 lautet daher: Schwäche zwar benennen, anschließend jedoch verdeutlichen, was man dagegen unternimmt bzw. wie man dieses „Manko“ ausgleicht.

3.) Schwäche mit Stärke kombinieren

Gelingt es, eine Schwäche geschickt mit einer Stärke zu kombinieren, bleibt dem Personaler in der Regel weniger die Schwäche, sondern vor allen Dingen die Stärke im Gedächtnis. Allerdings gilt hierbei mehr denn je: Alles mit Maß und Ziel. Es sollte auf keinen Fall der Eindruck entstehen, man versuche von den Schwächen abzulenken und sich stattdessen über den grünen Klee zu loben. Wer die Schwäche klar und deutlich benennt, anschließend jedoch ein kurzes „ABER“ anfügt und eine Stärke mitliefert, signalisiert dem Personaler dadurch, dass er aufrichtig ist, sich selbst gut einschätzen kann und sich stetig weiterentwickeln möchte.

Tipp 3 lautet daher: Schwäche zwar klar benennen, aber bestenfalls mit einer Stärke kombinieren.

Das sind die größten Fehler

Die Frage nach den persönlichen Stärken und Schwächen beinhaltet also viele Stolpersteine. So mancher Bewerber manövriert sich bei dieser Frage selbst ins Aus. Damit ihr diese Hürde im Bewerbungsgespräch meistert, möchten wir euch im Folgenden gern noch auf die größten Fehler hinweisen, die es unbedingt zu vermeiden gilt:

  1. Keine Schwächen benennen, die für die angestrebte Position entscheidend sind
  2. Auf keinen Fall Stärken zur Schwäche umdeuten (auch wenn dies in älteren Bewerbungsratgebern empfohlen wird)
  3. Keine vorgefertigten Standardphrasen verwenden (wie z.B. „Ich bin zu detailverliebt“), die Personaler bereits zigtausendmal gehört haben; das wirkt alles andere als authentisch
  4. Humor ist fehl am Platz; Personaler erwarten eine ehrliche und ernsthafte Auseinandersetzung mit sich selbst und den eigenen Schwächen
  5. Nicht unter Wert verkaufen, also nicht versuchen, die Stärken abzuschwächen, um bescheiden zu wirken, sondern selbstbewusst (nicht überheblich!) zu dem stehen, worin man gut ist
  6. Nicht auf Quantität, sondern auf Qualität setzen; man sollte nicht versuchen mit einer langen Liste an Stärken zu punkten, sondern stattdessen wenige Stärken auswählen, die dafür gezielt auf die ausgeschriebene Stelle passen

Fazit

Die Frage nach den Stärken lässt sich in der Regel gut beantworten, z.B. indem man im Vorfeld den DISG-Persönlichkeitstest macht oder Familienmitglieder bzw. Freunde um deren Einschätzung bittet. Die Frage nach den Schwächen bereitet Bewerbern hingegen meist größere Schwierigkeiten. Schließlich möchte man sich in einem Vorstellungsgespräch gut präsentieren – und nicht über vermeintliche „Mankos“ sprechen.

Auch wenn es schwerfällt, sollte man die Frage nach den Schwächen jedoch offen und ehrlich beantworten und zu den persönlichen Schwächen stehen. Denn: Personaler schätzen Bewerber, die sich erkennbar mit den eigenen Schwächen auseinandersetzen. Schwächen zuzugeben und daran zu arbeiten, ist nämlich durchaus auch ein Zeichen von Stärke. So zu tun als hätte man keine Schwächen, ist hingegen nicht nur nicht authentisch – das kauft einem auch kein Personaler ab.


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