Plötzlich Home-Office: Hilfreiche Tipps für die produktive Arbeit zu Hause

Aufgrund des Coronavirus mussten in den letzten Wochen viele Arbeitnehmer ihre Arbeit im Home-Office erledigen. Der plötzliche Übergang vom geregelten Arbeitsalltag im Büro zum Home-Office gelang manchen spielend – andere hingegen haben auch noch nach Wochen Probleme sich in den neuen Arbeitsalltag zu Hause einzufinden. Wie man auch zu Hause produktiv arbeitet, das verraten wir euch in diesem Artikel.

Home-Office: Allgemeine Infos

Wer im Home-Office arbeitet, kommt seinem Beruf von zu Hause aus nach. In Deutschland ist daher zuweilen auch von Heim- oder Telearbeit die Rede. Home-Office existiert hierbei in unterschiedlichen Varianten und lässt sich individuell auf Arbeitnehmer und Job abstimmen. Im Zuge der New-Work-Bewegung, die Arbeitnehmern mehr Flexibilität (sowohl zeitlich als auch räumlich) bescheren soll, gewinnt die Möglichkeit des Home-Office zunehmend an Bedeutung.

Home-Office Varianten

Beim klassischen Home-Office wird die Arbeit ausschließlich von zu Hause aus verrichtet. Arbeitnehmer, die im Home-Office tätig sind, haben daher keinen festen Arbeitsplatz im Unternehmen, bei dem sie angestellt sind. Vielmehr wird ihnen zu Hause ein Arbeitsplatz eingerichtet, sie bekommen also die notwendigen Arbeitsmittel (z.B. Computer oder Laptop) vom Arbeitgeber gestellt.

Der Kontakt mit dem Arbeitgeber und den Kollegen erfolgt bei dieser Variante via E-Mail, Skype, Kurznachrichtendienst oder Telefon.

Diese Form des Home-Office wird auch von Selbständigen genutzt.

Wesentlich häufiger ist in Deutschland allerdings das sogenannte alternierende Home-Office. Bei dieser Variante arbeitet der Arbeitnehmer im Wechsel im Büro und von zu Hause aus. Das Unternehmen stellt dem Arbeitnehmer also einen alternierenden Arbeitsplatz zur Verfügung und stattet ihn mit allen notwendigen Arbeitsmitteln (in der Regel ein Laptop) aus. Der Arbeitnehmer hat somit auch im Büro einen festen Arbeitsplatz, oftmals teilt er sich diesen Arbeitsplatz jedoch mit einem anderen Kollegen, der ebenfalls im alternierenden Home-Office tätig ist und an anderen Tagen im Büro anwesend ist.

Darüber hinaus existiert eine weitere Untervariante des Home-Office: die mobile Telearbeit. Von mobiler Telearbeit ist bei Arbeitnehmern mit einem hohen Reiseaufkommen (z.B. Vertriebler) die Rede, die ihre Arbeit von unterwegs verrichten.

Home-Office in Deutschland

Natürlich steht die Möglichkeit des Home-Office (in welcher Variante auch immer) nicht allen Berufsgruppen offen. Angestellte in der Produktion, im Handwerk etc. können ihren Job nicht zu Hause ausüben. Sie benötigen Werkzeuge und Maschinen oder den direkten Kontakt zu Kunden. Nichtsdestotrotz gibt es eben auch zahlreiche Berufsgruppen, die ihrer täglichen Arbeit durchaus zumindest zeitweise auch von zu Hause aus nachkommen könnten. Dennoch ist Home-Office in Deutschland insgesamt bislang eher wenig verbreitet. Im internationalen Vergleich liegt Deutschland in Sachen Home-Office sogar unter dem EU-Durchschnitt. Einer Erhebung des Statistischen Bundesamts zufolge arbeiten hierzulande nur 11 Prozent aller Beschäftigten (zumindest gelegentlich) von zu Hause aus. EU-weit sind es rund 15 Prozent. In den Niederlanden (38 Prozent), Luxemburg (34 Prozent) und Schweden (33 Prozent) ist es sogar rund einem Drittel der Arbeitnehmer möglich, im Home-Office zu arbeiten. In Deutschland scheitert der Wunsch nach Home-Office in vielen Fällen schlichtweg am Arbeitgeber.

Corona-Krise: Plötzlich Home-Office

Die Corona-Pandemie zwang und zwingt nun jedoch viele Arbeitgeber zum Umdenken. Abstandsregeln, Hygienekonzepte etc. stellten viele Unternehmen vor große Probleme. Plötzlich war Home-Office dort, wo sich Arbeitgeber kürzlich noch gänzlich gegen die Telearbeit sträubten, eine gute Option, der Corona-Krise zu begegnen. Viele Arbeitnehmer wurden nach Hause geschickt – mal mehr, mal weniger gut mit Arbeitsmitteln ausgestattet – und sprichwörtlich ins kalte Wasser geworfen. Denn wer noch nie zuvor im Home-Office arbeitete, musste sich nun von heute auf morgen darauf einstellen. Viele Arbeitnehmer mussten darüber hinaus auch noch gleichzeitig die Kinderbetreuung organisieren – aber das ist noch einmal ein ganz anderes Thema…

Auch nach mehreren Wochen fällt es vielen Arbeitnehmern schwer, die Arbeit im Home-Office zu organisieren. Geht es euch auch so? Nun, für alle leidgeprüften Heimarbeiter, die sich bislang nicht so recht mit ihrer Arbeit im Home-Office anfreunden konnten, haben wir im Folgenden ein paar Tipps parat.

11 hilfreiche Tipps für die produktive Arbeit im Home-Office

Manch einem mag das Arbeiten von zu Hause aus wie Luxus erscheinen. Anderen mutet das Home-Office vielmehr wie eine Strafe an. Denn wer das Home-Office (und sich selbst) nicht richtig organisiert, hat größte Mühe das Arbeitspensum zu schaffen, das er sonst im Büro ganz mühelos meistert. Wie ihr die Zeit im Home-Office möglichst effizient gestaltet und mit welchen Tricks sich die Produktivität erhöhen lässt, das verraten wir euch jetzt.

1. Richtet euch einen festen Arbeitsplatz ein

Zunächst einmal müssen natürlich die Rahmenbedingungen stimmen, um effizient arbeiten zu können. Wer glaubt, die Arbeit von der Couch oder sogar vor dem Fernseher verrichten zu können, der irrt. Orte, an denen wir normalerweise entspannen, eignen sich keinesfalls für die Arbeit. Vielmehr gilt es einen Ort zu schaffen, der nicht „vorbelastet“ ist und demnach nicht unterschwellig von unserem Gehirn mit Entspannung oder dergleichen assoziiert wird.

Nun hat nicht jeder die Möglichkeit sich direkt ein ganzes Büro einzurichten. Schon gar nicht derart spontan und kurzfristig, wie es die Corona-Krise erforderte. Aber das ist auch gar nicht nötig. Auch der Esszimmertisch genügt beispielsweise, um einen Arbeitsplatz zu organisieren. Wichtig ist einzig, die Arbeit konstant auch von diesem Ort zu verrichten. So signalisiert man dem Gehirn nach einigen Tagen bereits beim Aufsuchen des Ortes, dass nun gearbeitet wird. Dass sich an diesem Ort möglichst nicht permanent auch der Rest der Familie oder Mitbewohner aufhalten sollten, versteht sich von selbst. Andernfalls fehlt schlichtweg die Ruhe zum Arbeiten.

Übrigens: Ganz gleich wo ihr arbeitet, grundsätzlich hilft es, Rituale zu schaffen. Wenn ihr euch immer an den gleichen Platz setzt und immer die gleichen Dinge (z.B. die gleiche Kaffeetasse, den gleichen Markierstift etc.) verwendet, programmiert ihr euer Gehirn auf Gewöhnung und signalisiert ihm: „Jetzt wird gearbeitet!“. Und tatsächlich kostet das Arbeiten dann weniger Überwindung.

Wichtig:

Wenn ihr mit sensiblen Daten arbeitet, solltet ihr einen Raum auswählen, der abschließbar ist. Denn: Auch im Home-Office unterliegt ihr weiterhin der Geheimhaltungsverpflichtung und müsst euch an die Datenschutzregelung der Datenschutzgrundverordnung (DS-GVO) halten.

2. Gestaltet euren Arbeitsplatz so bequem und so gesund wie möglich

Wer im Büro über einen ergonomisch perfekten Arbeitsplatz verfügt, ist natürlich verwöhnt. Im Home-Office lässt sich dies aber nur schwer umsetzen – vor allem, wenn zu Hause kein eigenes Zimmer als Büro zur Verfügung steht, sondern man den Esszimmertisch o.ä. zum Arbeiten nutzt. Dennoch solltet ihr versuchen den Arbeitsplatz so bequem und so gesund wie möglich zu gestalten. Ihr solltet also (mindestens) einen verstellbaren Schreibtischstuhl nutzen und diesen ideal an eure Körpergröße anpassen. Als Faustregel zur Körperhaltung gilt: Zwischen den Waden und den Oberschenkeln sowie zwischen den Unterarmen, die auf der Armliege liegen, und den Schultern, die an der Rückenlehne ausgerichtet sind, sollte ein 90-Grad-Winkel entstehen.

3. Gestaltet euren Arbeitsplatz ordentlich

Wie heißt es so schön: Ordnung ist das halbe Leben – und auch die halbe Arbeit. Wer zwischendurch immer mal wieder für Ordnung am Arbeitsplatz sorgt, ordnet nicht nur den Schreibtisch, sondern auch den Geist! Anschließend fällt es meist leichter, erneut voll motiviert zur Tat zu schreiten. Auch mit diesem simplen Trick lässt sich die Produktivität im Home-Office also steigern.

Übrigens eignen sich hierfür am besten die sogenannten Leistungstief-Phasen. Aber dazu später mehr.

4. Reduziert Störfaktoren

Um konzentriert arbeiten zu können, gilt es potenzielle Störfaktoren zu reduzieren. Wer mit der Familie oder Mitbewohnern unter einem Dach lebt, sollte daher klar kommunizieren, zu welchen Zeiten er arbeitet und möglichst nicht gestört werden möchte. Denn: Wissenschaftler der Universität Kalifornien fanden heraus, dass ein Büromensch nach einer unfreiwilligen Pause bis zu 25 Minuten benötigt, bis er den Faden wieder aufgenommen hat. Wertvolle Zeit also, in der ihr im Home-Office überaus produktiv sein könntet!

Bittet eure Familienangehörige oder Mitbewohner also, zu gewissen Uhrzeiten auf Störungen weitestgehend zu verzichten. Zugegeben, wer kleine Kinder hat weiß, dass das nicht immer funktioniert. Aber auch für diesen Fall haben wir am Ende noch ein paar Tipps parat.

Darüber hinaus sollte sich der Arbeitsplatz natürlich auch weit genug entfernt von Fernseher, Wasch- oder Spülmaschine befinden. Wenn ihr schon einmal versucht habt bei eingeschalteter Spülmaschine oder bei schleudernder Waschmaschine zu arbeiten, wisst ihr, wovon wir reden 😉

Weitere Störfaktoren, die es zu reduzieren oder bestenfalls direkt zu eliminieren gilt, sind Social Media, Youtube etc. Hier gibt es spezielle Apps, die solche Störfaktoren für eine bestimmte Zeit blockieren. Empfehlen können wir euch beispielsweise die App SelfControl. Während SelfControl läuft, werden alle Anfragen an Domänen der Blacklist, die ihr selbst zusammenstellt, blockiert. SelfControl zwingt euch also quasi, die Aufmerksamkeit auf die eigentliche Arbeit zu richten. Wenn ihr euch allzu gerne ablenken lasst und es euch schwerfällt nicht auf Social Media Nachrichten etc. zu reagieren, solltet ihr die Installation einer solchen App in Erwägung ziehen.

5. Sorgt für frische Luft am Arbeitsplatz

Wenn ihr euren Arbeitsplatz auswählt, solltet ihr auch darauf achten, dass ihr die Möglichkeit habt ein Fenster in der Nähe zu öffnen und regelmäßig für frische Luft zu sorgen. Denn: Frische Luft bringt das Gehirn auf Touren und hilft, klar zu denken. Idealerweise wählt ihr also einen Arbeitsplatz am Fenster. So ist eine gute Sauerstoffzufuhr garantiert.

Generell empfiehlt es sich, an einem kühlen Ort zu arbeiten. 18 bis 20 Grad und viel frische Luft sind Experten zufolge ideale Arbeitsbedingungen.

6. Organisiert euch selbst mithilfe eines Zeit- und Arbeitsplans

Auch im Home-Office solltet ihr eine feste Tagesstruktur etablieren. Meist gelten ohnehin auch im Home-Office bestimmte Kernarbeitszeiten, die es einzuhalten gilt. Falls nicht, erstellt euch unbedingt selbst einen Zeitplan und beginnt jeden Tag um dieselbe Uhrzeit. Hierbei solltet ihr euren persönlichen Biorhythmus und eure eigenen Leistungsphasen berücksichtigen. Denn: Je stärker ihr euren Arbeitstag an euren eigenen Leistungsphasen orientiert, desto höher werden Produktivität und Effizienz im Home-Office sein. Größere, zeitintensivere Arbeiten solltet ihr immer gezielt auf eure Leistungshoch-Phasen legen. Wie ihr euren persönlichen Biorhythmus ermittelt, könnt ihr hier nachlesen.

Bei den meisten Menschen liegen die Leistungshoch-Phasen übrigens am Vormittag und am späten Nachmittag.

Also: Erstellt euch einen fixen Zeitplan, in dem ihr festlegt, wann ihr anfangt, wann ihr Pausen macht und wann Feierabend ist. Und plant eure Arbeitstage darüber hinaus auch inhaltlich. So bewahrt ihr euch eure Disziplin und schiebt unliebsame Aufgaben nicht vor euch her. Es gilt daher, Tagesziele zu definieren, To-do-Listen zu erstellen und Aufgaben zu priorisieren. Falls es euch schwerfällt, Prioritäten zu setzen, macht euch z.B. mit dem Eisenhower-Prinzip, der ABC-Technik oder dem Pareto-Prinzip vertraut.

To-do-Listen sind ein probates Mittel zur Selbstmotivation – auch oder gerade im Home-Office. Mit jedem Punkt auf der Liste, hinter den ihr ein Häkchen setzen könnt, steigt das gute Gefühl und mit ihm auch die Motivation. Denn: Abhaken motiviert ungemein, schließlich wird der Erfolg dadurch sichtbar.

Um euch zusätzlich zu motivieren, solltet ihr euch immer wieder für Erfolge belohnen. Stellt euch also ruhig auch eine kleine Belohnung für erfüllte Aufgaben in Aussicht, z.B. einen leckeren Cappuccino, ein Stück Schokolade etc.

7. Haltet eure Pausen ein

Im Home-Office vergisst man oftmals die Zeit oder neigt dazu, Pausen durchzuarbeiten. Aber: Um produktiv zu bleiben, sind Pausen enorm wichtig. Ihr solltet die Pausen, die ihr in eurem Zeitplan vorgesehen habt, daher auch unbedingt einhalten.

Denn: Das Gehirn ist nicht endlos aufnahmefähig. Spätestens nach 90 Minuten sollte man Experten zufolge eine 15-minütige Pause einlegen. Nach maximal drei solcher 90-minütigen Einheiten sollte man sogar mindestens 1 Stunde lang aussetzen. Laut BRAC-Prinzip (Basic Rest Activity Cycle) benötigt der Mensch nämlich rund alle 4 Stunden eine längere Ruhepause zur Erholung. Nur dann ist ein besonders effektives und produktives Arbeiten möglich.

Die Pausen solltet ihr übrigens nicht am Arbeitsplatz verbringen. Vor allem die Mittagspause solltet ihr vielmehr dazu nutzen, euren Arbeitsplatz zu verlassen und euch die Beine zu vertreten. Keinesfalls solltet ihr vor dem Rechner essen. Eine einstündige Mittagspause fernab von Laptop, Telefon und Arbeitsunterlagen ist ein perfekter Energielieferant.

8. Ernährt euch richtig

Apropos Mittagessen: Auch die Ernährung wirkt sich auf die Leistungsfähigkeit aus. Ihr solltet daher darauf achten, dass ihr euch richtig ernährt. Denn wer zu wenig oder das Falsche isst, dem mangelt es an Energie. Und wer keine Energie hat, ist alles andere als produktiv.

Vergesst also vor lauter Arbeit nicht das Essen und greift vor allem auch nicht aus Zeitmangel auf ungesunde Snacks und Fast Food zurück. Eine bewusste und gesunde Ernährung ist essentiell, um anschließend produktiv weiterzuarbeiten.

Übrigens:

Kaffe sollte man entgegen der landläufigen Meinung zu Beginn einer Leistungsphase trinken, um diese zu verlängern. In Tiefphasen raten Experten eher davon ab. Dann solltet ihr eurem Körper vielmehr das geben, was er braucht: Ruhe, Sauerstoff, Vitamine oder leichte Bewegung.

9. Sorgt für Bewegung

Im Home-Office ist Bewegung wichtiger denn je. Denn wer zu Hause arbeitet, hat per se weniger Bewegung, schließlich fällt beispielsweise der Arbeitsweg komplett weg. Die oft wenig ergonomische Büroausstattung im Home-Office trägt zudem ihr Übriges dazu bei, dass es im Home-Office zu Bewegungsmangel und bei zu langem Sitzen zu unangenehmen gesundheitlichen Folgen kommen kann.

Nutzt eure Pausen also unbedingt, um euch ein wenig die Füße zu vertreten. Bestenfalls solltet ihr technische Geräte wie Drucker etc. auch nicht direkt neben eurem Laptop platzieren, sondern ruhig ein wenig entfernt. So verschafft ihr euch zumindest immer dann ein kleines bisschen Bewegung, wenn ihr Dokumente ausdrucken müsst.

10. Kommuniziert richtig

Um mit eurem Vorgesetzten und euren Kollegen auch im Home-Office in Kontakt zu bleiben, solltet ihr herausfinden, welcher Kanal sich am besten eignet. Anrufe, E-Mails, Sofortnachrichtendienste, Video-Chats – die Möglichkeiten sind vielfältig, doch nicht gleichermaßen gut.

Manchmal ist es effizienter, eine kurze E-Mail zu verschicken als einen Anruf zu tätigen. Das gilt vor allem, wenn man neben der Arbeit auch die Kinderbetreuung stemmen muss. Wer kleine Kinder hat weiß, dass sie immer genau dann besonders laut sind oder ein dringendes Anliegen haben, wenn man gerade zum Telefonhörer gegriffen hat und ein wichtiges Gespräch führen muss.

Abgesehen davon wisst ihr nicht, ob ihr euren Vorgesetzten oder eure Kollegen, die ihr kontaktieren möchtet, womöglich gerade bei einer wichtigen Arbeit stört, die eine hohe Relevanz hat. Um die Konzentration nicht zu stören, solltet ihr idealerweise zunächst eine E-Mail schreiben oder Messenger-Apps nutzen, um beim Kollegen anzufragen, ob er kurz Zeit hat. Klärt also am besten mit eurem Vorgesetzten und euren Kollegen ab, welche Kanäle ihr für eure Kommunikation vorwiegend nutzen möchtet – und haltet euch an diese Vereinbarungen.

11. Kleidet euch angemessen

Auch wenn es reizvoll erscheint im Pyjama oder in Jogginghose und Schlabberpulli zu arbeiten, solltet ihr dieser Versuchung nicht nachgeben – vor allem natürlich nicht, wenn Videokonferenzen anstehen 😉 Es ist generell empfehlenswert, sich angemessen zu kleiden. Denn: Das wird euch helfen, den Arbeitsmodus einzulegen und euch richtig zu fokussieren.

Kleidet euch also möglichst so, als würdet ihr ins Büro gehen. Damit signalisiert ihr eurem Gehirn: „Jetzt wird gearbeitet!“. Abgesehen davon schafft das Umziehen auch etwas Distanz zwischen Arbeit und Freizeit. Wenn schon die räumliche Trennung wegfällt, ist das umso wichtiger.

5 Extratipps für das Home-Office mit Kindern

Plötzlich im Home-Office zu arbeiten, stellt viele Arbeitnehmer vor eine Herausforderung. Diese Herausforderung ist durch den Corona-bedingten, lediglich eingeschränkten Kita- und Schulbetrieb natürlich ungleich größer. Schließlich gilt es nun, die Arbeit zu Hause und die Kinderbetreuung miteinander zu vereinbaren – und das ist je nach Alter der Kinder wahrlich ein schwieriges Unterfangen.

Auch wir stehen seit Beginn der Corona-Krise vor dieser Herausforderung, haben inzwischen jedoch einen recht guten Weg gefunden, Arbeit und Kinderbetreuung unter einen Hut zu bringen. Daher möchten wir euch abschließend gerne noch ein paar Tipps mit auf den Weg geben, wie das Familienleben auch in Zeiten von Corona relativ harmonisch ablaufen kann.

1. Plant den Tag gemeinsam

Wenn eure Kinder bereits alt genug sind, um zu verstehen, dass ihr nun zwar von zu Hause aus arbeitet, aber eben dennoch eure Arbeitszeiten einhalten müsst, bringt ein gemeinsamer Tagesplan Harmonie ins Familienleben. Am besten plant ihr eure Tage hierbei zusammen.

Setzt euch also am besten abends gemeinsam hin und definiert für den kommenden Tag feste Zeiten, zu denen gearbeitet, gegessen und gespielt wird. So wissen die Kinder, wann sie sich selbst beschäftigen müssen und wann ihr Zeit habt, mit ihnen zu spielen. Sind eure Kinder noch kleiner, kann es helfen das Ganze auch noch zu visualisieren, beispielsweise mit einer Sanduhr oder mithilfe kleiner Klebezettel, die neben eine Wanduhr gepinnt werden. So ist direkt sichtbar, wann z.B. die Spielzeit mit euch beginnt.

Stellt darüber hinaus am besten auch nach getaner Arbeit eine gemeinsame Unternehmung in Aussicht, auf die ihr euch alle freuen könnt. Das motiviert noch einmal zusätzlich, den Tagesplan einzuhalten.

2. Richtet euren Kindern ein eigenes „Büro“ ein

Zugegeben, Tipp 1 funktioniert leider nur, wenn eure Kinder tatsächlich bereits alt genug sind, um zu verstehen, dass ihr arbeiten müsst. Bei kleineren Kindern ist es hingegen einen Versuch Wert, in die „Offensive“ zu gehen. Zieht euch nicht von ihnen zurück, sondern holt sie vielmehr mit an Bord. Errichtet ihnen doch ein eigenes kleines Home-Office mit einem kleinen Schreibtisch, an dem sie malen, basteln, puzzeln oder kneten können. Nutzt beispielsweise auch einen flachen Karton und funktioniert ihn mit ein paar gezielten Handgriffen zu einem kindgerechten Laptop um. Oder gebt eurem Nachwuchs ein altes Handy, um seinen Geschäftstätigkeiten nachzugehen. Kleine Kinder ahmen uns gerne nach, das Home-Office-Spiel wird ihnen also sicherlich zumindest eine Weile Spaß machen – und euch ein wenig Zeit zum Arbeiten verschaffen.

3. Nutzt Entspannungsübungen und Atemtechniken zum Druckabbau

Solltet ihr merken, dass der Stress und der innere Druck ansteigen, ist es ratsam tief durchzuatmen, ehe sich der Stress in Form eines lauten, verbalen Gefühlsausbruchs auch nach außen einen Weg bahnt. Denn wenn wir ehrlich sind, kennen wir alle die Situation, kurz vorm „Explodieren“ zu stehen, wenn wir bei der Arbeit immer wieder jäh durch irgendwelche Sonderwünsche des eigenen Nachwuchses unterbrochen werden. Bevor also das Familienleben, die Harmonie und letztlich womöglich auch die Beziehung zu den Kindern unter der Situation leiden, solltet ihr euren Druck auf andere Weise abbauen.

Hier können z.B. Entspannungsübungen helfen. Wer spezielle Entspannungstechniken beherrscht und gezielt einsetzen kann, ist auch in stressigen Situationen in der Lage, Ruhe zu bewahren.

Auch Atemtechniken sind eine gute Methode, Stress zu begegnen. Wir empfehlen euch z.B. die 5-mal-5-Regel. Dabei atmet man durch die Nase ein und zählt langsam gedanklich bis 5. Anschließend wird die Luft für 5 Sekunden angehalten, bevor man ausatmet und dabei erneut bis 5 zählt. Nach einer Pause von 5 Sekunden sollte man das Ganze wiederholen – und zwar mindestens 5 Mal. So atmet ihr den Frust ganz einfach weg.

4. Treibt gemeinsam Sport zum Stressabbau

Wer mit Entspannungsübungen und Atemtechniken nichts anfangen kann, kann seinen inneren Druck auch mit Sport abbauen – und zwar gemeinsam mit den Kindern. Wir haben z.B. mit Tanzen gute Erfahrungen gemacht. Eine kurze Tanzpause gemeinsam mit den Kindern bringt Spaß und ist ein hervorragendes Ventil zum Druck ablassen. Denn: Körperliche Bewegung, in welcher Form auch immer, macht den Kopf frei, fördert die Durchblutung und hilft somit dabei Stress abzubauen. Die Kinder sind glücklich und man selbst tanzt sich den Frust von der Seele – probiert es einfach selbst mal aus.

5. Seid nicht zu streng – weder mit euren Kindern noch mit euch selbst

Der wohl wichtigste Tipp, den wir euch mit auf den Weg geben möchten, ist: Seid nicht zu streng mit euren Kindern – und auch nicht mit euch selbst. Es ist vollkommen in Ordnung, normalerweise geltende Regeln in der aktuellen Situation ein wenig zu lockern. Wie heißt es so schön: Außergewöhnliche Zeiten erfordern außergewöhnliche Maßnahmen – oder in diesem Fall außergewöhnliche Gelassenheit. Und wenn die Corona-Krise keine Ausnahmesituation darstellt, was sonst!?

Auch wenn ihr also normalerweise Wert darauf legt, dass eure Kinder nicht ständig vor dem Bildschirm hängen, sondern sich mit anspruchsvolleren Tätigkeiten verweilen, ist es absolut in Ordnung, wenn ihr die Ansprüche an euch selbst als Eltern vorübergehend ein bisschen herunterschraubt. Das heißt natürlich nicht, dass ihr eure Kinder den ganzen Tag vor dem Fernseher „parken“ sollt. Wenn ihr jedoch dringend noch eine wichtige Arbeit im Home-Office verrichten oder ein wichtiges geschäftliches Telefonat führen müsst und die Kinder tatsächlich einmal nichts mit sich anzufangen wissen, ist es noch lange kein erzieherischer Offenbarungseid, wenn ihr ihnen ausnahmsweise einmal mitten am Tag erlaubt, einen Film anzuschauen oder ein Videospiel zu spielen. Nicht umsonst haben mehrere Fernsehsender aktuell ihre Kinderprogramme ausgebaut.

In Ausnahmesituationen ist es durchaus erlaubt, auch mal pädagogisch weniger sinnvolle Tätigkeiten zu erlauben. So könnt ihr eure Arbeit beenden und die Kinder haben dennoch ihren Spaß – und das wiederum fördert den Familienfrieden.

Wenn ihr mit eurer Arbeit fertig seid, solltet ihr dann aber natürlich wieder für Bewegung sorgen und etwas mit euren Kindern unternehmen. Bewegung ist wichtig – nicht nur für die Kinder, auch für euch (siehe Tipp 4)!

Also macht euch frei von dem Gedanken, „perfekt“ sein zu müssen – und seid weniger streng zu euch selbst!

Sollten sich Kinderbetreuung und Arbeit tatsächlich nicht (länger) miteinander vereinbaren lassen, könnt ihr euch auf der Website des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales über das Maßnahmenangebot informieren, das die Bundesregierung in der Corona-Krise ins Leben gerufen hat.

Fazit

Die Arbeit im Home-Office birgt sicherlich ihre Tücken – allerdings bringt sie auch viele Vorteile mit sich. Nur so ließen und lassen sich in der Corona-Krise Arbeit und Kinderbetreuung miteinander vereinbaren.

Das Arbeiten von zu Hause aus will jedoch gelernt sein. Es erfordert ein hohes Maß an Disziplin und Strukturiertheit und ist sicherlich nicht für jedermann geeignet. Wer das Home-Office jedoch annimmt, sich auf die neuen Gegebenheiten einstellt und auch wirklich darauf einlässt, wird der Arbeit in den eigenen vier Wänden sicherlich auch viel Gutes abgewinnen können.

Also: Lasst euch darauf ein, haltet euch an unsere Tipps und macht das Beste aus der Situation. Und all denjenigen unter euch, denen dies einfach nicht gelingen mag, sei folgendes gesagt: Durchhalten, irgendwann hat das Home-Office ein Ende 😉

Welche Erfahrungen habt ihr mit der Arbeit im Home-Office gemacht? Wir freuen uns über eure Kommentare! Und falls ihr weitere Tipps habt, gerne her damit 🙂

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