Die 10 besten Tipps für mehr Schlagfertigkeit

Fallen euch auch immer erst hinterher passende Antworten, schlagfertige Kommentare oder die besten Argumente ein? Das lässt sich ändern! Denn: Schlagfertigkeit kann man trainieren! Wir haben im Folgenden einmal die 10 besten Tipps für mehr Schlagfertigkeit für euch zusammengestellt!

Weshalb Schlagfertigkeit vor allem im Job so wichtig ist

Schlagfertigkeit ist ein Segen – vor allem im Job. Wer andere sprichwörtlich in Grund und Boden reden kann und immer einen passenden Konter parat hat, der kann bei Meetings, Diskussionen etc. mühelos punkten. Und solch eine Souveränität bleibt natürlich auch den Vorgesetzten nicht verborgen. Wer schlagfertig ist, sich nichts gefallen lässt und für die eigene Meinung eintritt, strahlt nämlich Selbstbewusstsein und eine hohe persönliche Integrität aus. Und wer Selbstbewusstsein und Integrität ausstrahlt, hat gute Chancen die Karriereleiter zu erklimmen.

Schlagfertigkeit ist also eine gute Waffe im Kampf um die Gunst des Chefs – und um höhere Positionen. Wer eloquent und integer ist und gut argumentieren kann, bleibt natürlich besser in Erinnerung als jemand, der bei Diskussionen sein Fähnchen lediglich in den Wind hängt oder aber direkt die Segel streicht. Fallen einem das Kontern und das spontane Argumentieren schwer, zieht man gegen schlagfertige Kollegen leider regelmäßig den Kürzeren.

Und nicht nur das. Wem es an Schlagfertigkeit mangelt, der kann seine Belange nicht durchsetzen. Darunter leidet natürlich das Selbstbewusstsein. Und dies wiederum hat Auswirkungen auf das Auftreten. Selbst- und Fremdwahrnehmung gehen hier also Hand in Hand. Wenn man sich selbst nicht sonderlich souverän und selbstbewusst wahrnimmt, werden es andere auch nicht tun.

Zwei typische Situationen, in denen Schlagfertigkeit im Job gefragt ist:

Dem Autor und Redner Matthias Nöllke zufolge, dessen Bücher über Schlagfertigkeit seit Jahren zu den meistverkauften Titeln über dieses Thema zählen, gibt es zwei typische Situationen, in denen Schlagfertigkeit gefragt ist:

  1. bei Missgeschicken und anderen peinlichen Momenten
  2. bei Kritik vom Chef oder von Kollegen.

Bei Missgeschicken und anderen peinlichen Momenten kann Schlagfertigkeit im Sinne eines schnellen Witzes, vielleicht mit etwas Selbstironie, eine Hilfe sein. Gleiches gilt bei unberechtigter und unangebracht heftiger Kritik vom Chef oder den Kollegen. Auch dann kann Schlagfertigkeit äußerst hilfreich sein. Bei berechtigter Kritik sollte man sich den ein oder anderen Spruch indessen lieber sparen und die Kritik erst einmal annehmen. In diesem Fall könnte ein Spruch, Nöllke zufolge, nämlich schnell patzig und eher unsouverän wirken.

Dennoch ist Schlagfertigkeit in vielerlei Hinsicht ein wichtiges Instrument, um im Job nicht unterzugehen. Wer immer „Ja und Amen“ sagt, sich alles gefallen lässt und sich hinterher darüber ärgert, wird es in unserer Leistungs- und Ellenbogengesellschaft schwer haben. Denn dann werden andere die Karriereleiter erklimmen – selbst wenn diese Kollegen womöglich weniger qualifiziert sind. Wer sich und seine Ideen nicht verkaufen kann oder brillante Einfälle gar direkt für sich behält, wird in der Masse untergehen. Denn was nützt die beste Idee, wenn sie ungehört bleibt!?

Schlagfertigkeit eine Gratwanderung

Schlagfertigkeit im beruflichen Kontext ist also wichtig. Allerdings bedeutet Schlagfertigkeit auch eine Gratwanderung. Wer zu leichtfertig mit seiner Schlagfertigkeit umgeht, stößt womöglich seinen Chef oder seine Kollegen vor den Kopf. Es gilt also, den Spagat zwischen Zurückhaltung und Unfreundlichkeit zu meistern.

Richtig angewandt hat Schlagfertigkeit aber eigentlich nur Vorteile, nämlich summa summarum folgende:

  • Man verschafft sich den Respekt der Vorgesetzten und der Kollegen
  • Man macht einen souveränen Eindruck
  • Man bekommt eine hohe persönliche Integrität zugesprochen
  • Man steigert das Selbstwertgefühl.

10 Tipps für mehr Schlagfertigkeit

Schlagfertigkeit ist also eine Gratwanderung. Richtig portioniert kann sie die Tür zum Traumjob jedoch ganz weit öffnen. Wenn es euch derzeit noch an Schlagfertigkeit mangelt, haben wir im Folgenden 10 Tipps für euch. Denn: Schlagfertigkeit lässt sich trainieren! Mit der richtigen Einstellung und ein wenig Übung könnt ihr euren verbal versierteren Kollegen künftig Paroli bieten.

1. Niemals nichts sagen

Schlagfertigkeit bedeutet Matthias Nöllke zufolge, „in einer Situation, in der die eigene Souveränität bedroht ist, diese wiederherzustellen“. Und dafür braucht es nicht unbedingt einen schnellen Witz oder einen guten Konter. Wichtig ist es, überhaupt irgendetwas zu sagen. Selbst wenn man mit einem „Dazu fällt mir nichts ein“ die eigene Sprachlosigkeit thematisiert, ist das laut Nöllke immer noch besser als Schweigen.

Regel Nummer 1 lautet daher: Niemals nichts sagen! Es ist gar nicht so wichtig, was man sagt – sondern dass man sich überhaupt dazu äußert. Das allein baut schon Selbstbewusstsein auf.

2. Aufhören, es jedem recht machen zu wollen

Wer schlagfertig sein möchte, muss die Fähigkeit zur Gegenwehr entwickeln. Es ist daher essentiell, mit dem Wunsch zu brechen, es allen recht machen zu wollen.

Auch hierbei ist es gar nicht so wichtig, was man sagt. Entscheidend ist, wie bereits unter Punkt 1 erwähnt, dass man überhaupt etwas sagt. Denn dann wissen die anderen, dass man nicht bereit ist sang- und klanglos die Segel zu streichen, sondern sich dem Gegenwind stellen wird.

Wem es an Schlagfertigkeit mangelt, der sollte also üben offensiver zu werden. Und vor allem sollte man den Gedanken ablegen, es jedem recht machen zu wollen. Denn wer Angst hat, etwas Falsches zu sagen, wird nie schlagfertig werden.

3. Verbale Attacke als Kompliment betrachten

Es braucht also die richtige Einstellung, um Schlagfertigkeit zu entwickeln. Oftmals empfinden wir verbale Attacken jedoch als persönlichen Affront. Die Schrecksekunde nach einer solchen Attacke treibt uns in die Defensive. Um solch eine Schockstarre künftig schneller zu überwinden, gilt es sich eine Art Immunsystem zuzulegen.

Am besten gelingt das, indem man verbale Attacken nicht als Affront, sondern als Kompliment betrachtet. Denn immerhin widmet einem jemand so viel Aufmerksamkeit, dass er einen als Zielscheibe ausgewählt hat. Und wer steckt sich schon kleine Ziele!? Wer mit dieser Einstellung durchs Leben geht, wird die nötige Gelassenheit haben, immun gegen solche verbalen Attacken zu sein und schlagfertig darauf zu reagieren.

4. Richtige Körpersprache einnehmen

Neben der richtigen Einstellung braucht es für eine schlagfertige Reaktion auch die richtige Körpersprache. Denn: Schlagfertigkeit fängt bereits bei der Körpersprache an. Wer sich klein macht und verschämt zu Boden schaut, wirkt unsicher und alles andere als selbstbewusst. Allein dadurch gewinnt der andere Oberwasser.

Man sollte seinem Gegenüber daher immer direkt in die Augen schauen. Eine aufrechte Körperhaltung und direkter Blickkontakt signalisieren, dass man keine Angst empfindet und sich nicht einschüchtern lässt. Nicht nur, dass man dem anderen dadurch ein Stück weit den Wind aus den Segeln nimmt. Man gewinnt auch Selbstbewusstsein, wenn man eine aufrechte Körperhaltung einnimmt. Denn wer Präsenz zeigt, wird ganz anders wahrgenommen und beachtet – und nimmt sich dadurch auch selbst ganz anders wahr.

5. Schlagfertigkeitssprüche aneignen

Einstellung und Körperhaltung müssen also stimmen. Wer diese „Hürde“ genommen und an diesen beiden Dingen gearbeitet hat, kann nun zu einem zusätzlichen Trick greifen und sich bereits vorab eine kleine Sammlung an Schlagfertigkeitssprüchen anlegen. So hat man zur Not immer eine passende Antwort parat. Und das gibt einem das Gefühl, verbalen Attacken nicht hilflos ausgeliefert zu sein, sondern in verschiedenen Situationen zumindest mit einem erlernten Schlagfertigkeitsspruch reagieren zu können. Klassische Schlagfertigkeitssprüche, die häufig passen, sind dem Kommunikationsexperten und Schlagfertigkeitscoach Matthias Pöhm zufolge:

  •  „Das ist Ihre Meinung.“
  • „Was wollten Sie mir damit sagen?“
  • „Daran werden Sie sich gewöhnen müssen.“
  • „Sie sprechen hörbar aber nicht verstehbar.“
  • „Das ist allein Ihr Problem.“
  • „Behaupten kann das jeder.“
  • „Das sind klassische Einbildungen.“
  • „Ist Ihnen schon wieder langweilig oder warum halten Sie uns hier vom Arbeiten ab?“

Mit diesen Standardantworten kann man das schnelle Reagieren üben, bevor man sich dann das nächste Level aneignet.

6. Assoziationsketten bilden

Das Erlernen von Standardantworten kann also quasi als Sofortmaßnahme betrachtet werden. Anschließend kann man sich nun in aller Ruhe das nächste Level aneignen und die eigene Schlagfertigkeit gezielt trainieren. Am besten funktioniert das Schlagfertigkeits-Training mit Assoziationsketten. Schließlich braucht es einen großen, aktiven Sprachschatz, um gute Konter zu setzen.

Die eigene Schlagfertigkeit lässt sich hierbei ganz einfach spielerisch trainieren. Man nimmt eine Zeitung, schlägt irgendeine Seite auf und tippt mit dem Finger wahllos auf ein Wort. Dieses Wort dient dann als Ausgangsbasis für weitere Assoziationen. Alternativ kann man dieses Spiel auch mit Freunden spielen. Jemand überlegt sich ein Wort, anschließend wird auf dieses Wort assoziiert, dann auf das nächste, dann wiederum auf das nächste etc. Es gilt dabei so lange auf das vorhergehende Wort zu assoziieren, bis man ins Stocken gerät. Auf diese Weise lässt sich der aktive Sprachschatz ganz einfach spielerisch erweitern.

7. Durch Fragen Zeit verschaffen

Eine ebenso simple wie effektive Technik für mehr Schlagfertigkeit ist es, einer verbalen Attacke mit einer Frage zu begegnen. Dadurch verschafft man sich zum einen Zeit, sich einen passenden Konter zu überlegen. Zum anderen bringt man sich dadurch, dass man eine Frage stellt, in eine überlegene Gesprächsposition. Denn: Nun ist der andere an der Reihe – die meisten Menschen folgen nämlich ganz automatisch dem Antwortreflex.

Besonders empfehlen sich hierbei Definitionsfragen und / oder Ablenkungsfragen.

8. Ironie anwenden

Wer die Kunst der Ironie beherrscht, hat besonders gute Voraussetzungen an Schlagfertigkeit zuzulegen. Denn: Auf Ironie lässt sich ganz hervorragend aufbauen. Wer verbale Attacken anderer direkt im Keim ersticken möchte, sollte diejenigen mit einem ironischen Lob außer Gefecht setzen. Als Beispiel:

  • „Ein toller Einwand, darf ich ihn aufschreiben?“
  • „Kompliment! Diese gewitzte Bemerkung hätte ich Ihnen gar nicht zugetraut.“
  • „Vielen Dank für die Lebenshilfe.“

9. Auf unsachliche Art der Kommunikation hinweisen

Was ist schlimmer als Nichtbeachtung? Richtig, rein gar nichts! Daher ist es immer auch eine gute Taktik, überhaupt nicht auf den Inhalt einer Verbalattacke einzugehen. Vielmehr empfiehlt es sich zum Thema zu machen, wie aktuell miteinander geredet wird.

Möchte man jemanden zum Verstummen bringen, sollte man daher die unsachliche Art der Kommunikation zur Sprache bringen. Denn so isoliert man denjenigen mit seiner Aussage und weicht der Provokation geschickt aus. Als Beispiel:

  • „Unsachliche Bemerkungen wie diese bringen uns nicht weiter.“
  • „Das ist Ihre Version. Tatsache aber ist, dass…“

Auf diese Weise lässt sich das Gespräch ganz schnell wieder zurück auf die Sachebene lenken.

10. Alternativ-Technik zur Schlagfertigkeit: Schweigen

Sollten all die vorab genannten Tipps nicht zum gewünschten Erfolg führen, möchten wir euch noch eine Alternativ-Technik zur Schlagfertigkeit an die Hand geben. Zwar raten Experten wie Matthias Nöllke dazu, niemals nichts zu sagen, dennoch kann dies unter Umständen auch eine gewiefte Taktik sein. Vor allem, wenn es sich um eine Verbalattacke unterhalb der Gürtellinie handelt, beweist man Größe, indem man einfach schweigt, Haltung bewahrt und sich unter Kontrolle hat.

Besonders wenn man vor mehreren Personen (z.B. in einem Meeting) verbal angegriffen wird, ist Schweigen eine elegante Art der Zurechtweisung. Denn Schweigen signalisiert: Auf so ein Niveau wird man sich auf keinen Fall begeben. Allein dadurch hat sich der „Angreifer“ mit seinem Schuss unter die Gürtellinie selbst disqualifiziert.

Fazit

Schlagfertigkeit im Job kann man lernen. Mit der richtigen Einstellung, der passenden Körperhaltung, etwas Souveränität, Kreativität und Mut kann man verbal versierten Kollegen durchaus Paroli bieten. Natürlich wird man nicht von heute auf morgen schlagfertig, Übungen wie z.B. Assoziationsketten zu bilden oder sich bestimmte Situationen ins Gedächtnis zu rufen und mögliche Antworten in Gedanken durchzuspielen, helfen jedoch, an Schlagfertigkeit zu gewinnen. Auch in puncto Schlagfertigkeit gilt also: Übung macht den Meister.

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